Die dunkle Präsentation eines flexiblen Nicht-Smartphones

Den nächsten Innovationsschritt will Samsung offenbar mit flexiblen Displays wagen, also Bildschirmen, die sich zusammenklappen, quasi "falten" lassen. Der Hersteller arbeitet bereits seit mehreren Jahren an derartigen Bildschirmen, bislang wurden aber lediglich Prototypen gezeigt. Auf seiner Entwicklerkonferenz SDC wolle Samsung nun endlich ein fertiges Gerät zeigen, überschlugen sich die Gerüchte im Vorfeld.

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Stattdessen gab es die erste Version eines Panels zu sehen, das der Hersteller Infinity Flex nennt. Zweifellos ist das eine große technologische Leistung, die in Zukunft sicherlich zu interessanten Geräten führen wird. Anstatt zuzugeben, dass das Gerät noch nicht fertig ist und das zu zeigen, was man schon hat - und was auch sehenswert ist -, schaltete Samsung aber die Bühnenbeleuchtung ab und ließ Manager Justin Denison den Prototyp im Dunkeln präsentieren.

Zu erahnen war ein Gerät, das sich zusammenklappen lässt und auf dessen Innenseite ein faltbares Display eingebaut ist. Ein zweites Display ist auf der Außenseite verbaut - ein ziemlich klein wirkendes mit breiten Rändern.

Problematisch für Samsung ist eigentlich nicht, dass sie das Gerät noch nicht fertig haben - ein Hersteller muss sich natürlich nicht für die fehlende Erfüllung von Gerüchten verantworten. Das Problem ist eher, dass Samsung nun auch bei seiner Paradeentwicklung, dem Smartphone mit flexiblem Bildschirm, hinterherhinkt. Der chinesische Display-Hersteller Royole hat Anfang November mit dem Flexpai ein echtes erstes Gerät mit flexiblem, "faltbaren" Display vorgestellt.

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Dieses hat den flexiblen Bildschirm auf der Außenseite, was wir für die spannendere Option halten. Samsungs vorgestellter Prototyp erinnert uns an bereits erhältliche Klapp-Smartphones mit zwei getrennten Displays, bei Royoles Gerät kann hingegen auch der umgeklappte Bereich für Benachrichtigungen verwendet werden. Wie alltagstauglich das ist, muss sich allerdings noch zeigen - spannender aussehen tut es allemal.

Das Flexpai von Royole existiert zudem, es ist von verschiedenen Journalisten ausprobiert worden und kann bestellt werden. Die Auslieferung der ersten Entwicklerversion soll noch in diesem Jahr erfolgen - für Samsung ist das ein Problem. Das weltweit erste Smartphone mit faltbarem Display wäre für Samsung ein unglaublicher Schub gewesen, mit dem sich der Hersteller wieder einmal etwas von Huawei hätte absetzen können. Die Lorbeeren erntet nun aber ein chinesischer Hersteller, der zwar im Markt der flexiblen Displays ein Name ist, aber keinesfalls als Konkurrenz im Smartphone-Markt zu sehen ist. Samsung hingegen ist immer noch nicht mit seinem Gerät fertig.

Am Abend der Präsentation wird sich nicht nur Royole darüber gefreut haben, dass sie weiterhin der einzige Hersteller eines flexiblen Smartphones sind. Auch die Verantwortlichen von Huawei dürften die Präsentation eher mit Erleichterung verfolgt haben. Samsung hat ein flexibles Panel, aber eben noch kein Gerät dazu - das verschafft der Konkurrenz die Luft, selbst vielleicht sogar noch vor den Südkoreanern ein eigenes flexibles Smartphone zu präsentieren.

Der Druck lastet schwer auf Samsung. Sollte es das Unternehmen nicht schaffen, als erster großer Smartphone-Hersteller ein faltbares Smartphone zu präsentieren, dürfte die aktuelle Marktposition noch schwerer zu halten sein. IBM- und Nokia-Manager können davon ein Lied singen.

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 Flexibles Smartphone: Samsung verspielt die Smartphone-Führung
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Lebenszeitverme... 19. Nov 2018

Ich persönlich kenne Samsung als Firma, in der Fertigstellungstermine von allen gemacht...

LordSiesta 15. Nov 2018

Das hat mein Fairphone mit LineageOS alles. Wechselakku, Rückseite aus...

floxiii 14. Nov 2018

Z.B. in China, da es der dortigen Regierung mit ihren orwellschen Fantasien natürlich...

andy01q 14. Nov 2018

Ganz genau. Der Smartphone-Markt ist am schrumpfen. Was Samsung jetzt macht ist die Kuh...



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