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Flexible Stromnutzung: Schweiz hat Energiewende durchgerechnet

Trotz des starken Anstiegs beim Stromverbrauch könnte sich die Abhängigkeit von Importen verringern. Die ersten Schritte müssen jetzt erfolgen.
/ Mario Petzold
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Die Abhängigkeit der Schweiz von Stromimporten soll geringer werden. (Bild: Pixabay/Sarah_Loetscher)
Die Abhängigkeit der Schweiz von Stromimporten soll geringer werden. Bild: Pixabay/Sarah_Loetscher

Ein schweizerisches Forschungskonsortium unter Leitung der ETH Zürich(öffnet im neuen Fenster) hat die Maßnahmen untersucht, die für die beschlossene CO 2 -Neutralität der Schweiz bis 2050 nötig sind. Damit steht das Land vor den gleichen Herausforderungen wie die meisten anderen europäischen Länder.

Um die Ziele zu erreichen, wurden drei entscheidende Maßnahmen zur Flexibilisierung des zukünftigen Stromverbrauchs hervorgehoben. Neben der in der Schweiz gut verfügbaren Wasserkraft in Form von Pumpspeicherwerken sollen vor allem Elektroautos und Wärmepumpen das Stromnetz stabilisieren.

Moderne Technik netzdienlich einsetzen

Laut der Studie(öffnet im neuen Fenster) , die auf den Seiten der ETH Zürich frei zugänglich ist, können Wärmepumpen bis zu 10 Stunden am Stück abgeschaltet werden, sofern das Haus nach schweizerischen Standards gedämmt ist und die Außentemperatur bei wenigstens 0 °C liegt.

Noch flexibler fällt die Nutzung bei Elektroautos aus. Die typische tägliche Fahrzeit liegt im Bereich von 1 Stunde. Wird in der restlichen Zeit eine Lademöglichkeit bereitgestellt, wäre auch hierüber die Unterstützung des Stromnetzes durch Laden und Entladen möglich.

Mehr Strom, weniger Abhängigkeit

Auf diese Weise könnte der Strom, der zukünftig zu großen Teilen aus Photovoltaik, Wind und Biomasse gewonnen werden soll, nahezu komplett genutzt werden. Abschaltungen ließen sich größtenteils vermeiden.

So zeigen die Berechnungen, dass der Stromverbrauch bis 2050 um annähernd 50 Prozent steigen wird, während Stromimporte wegen der Flexibilisierung gleichzeitig um 20 Prozent sinken. Sogar für die Wintermonate errechnet das Forschungsteam eine Abnahme bei den von außerhalb bezogenen Strommengen.

Wenig überraschend würde die Pufferung der unregelmäßigen Stromproduktion auch die Großhandelspreise für Strom und den Bedarf an Gaskraftwerken oder großen Batteriespeichern sinken lassen.

Damit das System zukünftig tatsächlich so funktioniert wie gewünscht, wird vorgeschlagen, nur noch Systeme zu fördern, deren Heiz- und Ladeverhalten sich flexibel steuern lässt. Auch sollen private Stromtarife ermöglicht werden, die die am Angebot ausgerichtete Stromnutzung lohnenswert machen.


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