Flesh Gordon: Nackedei-Sci-Fi mit Effekten späterer ILM-Künstler

Das neue Mediabook(öffnet im neuen Fenster) von Turbine Medien enthält ein dickes Booklet und im Intro erzählt Hauptdarsteller Jason Williams direkt vom Erfolg von Flesh Gordon, der, so sagt er ganz nonchalant, vielleicht auch Star Wars geholfen habe. Schließlich habe dieser kleine Sci-Fi-Film den großen Studios gezeigt, dass sich mit dieser Art Film Geld verdienen lasse.
Das sollte man wohl ins Reich der Legenden schieben. Was aber stimmt: Einige spätere ILM-Mitarbeiter wie Greg Jein und Dennis Muren waren an der Umsetzung der Effekte beteiligt. Letzterer leugnete lange Zeit, an dem Film beteiligt gewesen zu sein, bis er auf Behind-the-Scenes-Fotos einwandfrei identifiziert wurde.
Die Stop-Motion-Effekte wurden von Jim Danforth gemacht, außerdem waren Rick Baker und Dave Allen beteiligt. Für das Make-up zeichnete Bjo Trimble verantwortlich. Sie organisierte Ende der 60er Jahre mit ihrem Mann eine Briefkampagne, die maßgeblich dazu beitrug, Star Trek eine dritte Staffel zu bescheren.
Die Effekte werten einen Film auf, der eigentlich als Porno gedacht war. Mehrere Hardcore-Szenen wurden gedreht, darunter auch ein Tete-a-tete zwischen Flesh Gordon und dem Prinzen der Waldmenschen. Diese Szenen gingen aber verloren, weswegen er nur noch eine recht harmlose Sexklamotte ist.
Die Story: Intergalaktische Sexstrahlen treffen die Erde und versetzen die Menschheit in höchste Erregung. Flesh Gordon und Dale Ardor überleben nach einer wilden Orgie knapp einen Flugzeugabsturz, indem sie mit dem Fallschirm abspringen und alle anderen in den Tod stürzen lassen.
Zusammen mit Dr. Flexi Juckow reisen sie zum Planeten Porno. Dort will Imperator Hodes mit seinen Sexstrahlen die Erde in die Knie zwingen, aber er hat nicht mit Flesh Gordon gerechnet.
Erst Bezahlung, dann Effekte
Der Film wurde von einer kleinen Porno-Produktionsfirma produziert. Regisseur Howard Ziehm hatte davor schon einschlägige Filme gemacht. Die Stars rekrutierten sich aus unterschiedlichen Pornofilmen. Probleme gab es aber mit der Finanzierung - so sehr, dass die Honorare an die Effektcrew nicht ausgezahlt wurden. Sie hielt das fertige Material zurück, bis endlich Geld floss.
Der Film ist natürlich schmierig, aber auch verdammt unterhaltsam. Kostüme und Raumschiffe erinnern an die Flash-Gordon-Serials der 30er Jahre(öffnet im neuen Fenster) . Die Effekte sind schön, die Action herrlich unaufgeregt und fast alle laufen irgendwann mal nackt rum. Die Synchronisation mit Spock-Sprecher Herbert Weicker als Hodes und Elmar Wepper als Flesh ist grandios.
Schade ist nur, dass Turbine Medien den 1990 produzierten zweiten Teil Flesh Gordon - Schande der Galaxis nicht herausbringen wird.



