Fleisch-Alternativen: Ein Osterbraten im Drucker

Alternativen zu echtem Fleisch haben es oft noch schwer, weil die Textur und das Mundgefühl nicht stimmen. 3D-Druck soll nun auch das richten.

Artikel von veröffentlicht am
Ein schönes Stück Fleisch - aus dem 3D-Drucker von Redefine Meat
Ein schönes Stück Fleisch - aus dem 3D-Drucker von Redefine Meat (Bild: Amir Cohen/Reuters)

Seit einiger Zeit wächst der Bedarf nach Alternativen zu klassischem Fleisch, also Muskelgewebe von Tieren. Insbesondere in den vergangenen fünf bis zehn Jahren hat das auch die Aufmerksamkeit großer Unternehmen und der Startup-Kultur samt Risikokapitalgebern geweckt, auf der Suche nach neuen Wegen zur Lebensmittelproduktion. Bill Gates, der in entsprechende Firmen groß investiert hat, sieht darin sogar einen Weg, die klimaschädliche Fleischproduktion der industriellen Landwirtschaft zu verdrängen.

Inhalt:
  1. Fleisch-Alternativen: Ein Osterbraten im Drucker
  2. Redefine Meat druckt Steaks

Doch was hier bisher fehlt, ist passables Fleisch am Stück, also etwa Steaks oder Braten. Das soll nun mit 3D-Druckern gelöst werden. Die Ideen dazu sind nicht wirklich neu, sollen aber tatsächlich bald marktreif werden und noch in diesem Jahr verfügbar sein.

Erste Ansätze gab es bereits im Jahr 2013. Damals machte das kalifornische Unternehmen Modern Meadow Schlagzeilen mit dem Vorhaben, mittels eines sogenannten Biodruckers essbares Fleisch zu erzeugen. Das Unternehmen selbst geht auf eine ältere Gründung zurück, die auf die Herstellung von menschlichem Gewebe für medizinische Zwecke spezialisiert war.

Auf die Ankündigung von Modern Meadow folgten viele weitere von ähnlichen Unternehmen - und auch von Konkurrenten mit ganz anderen Ansätzen. Keines davon hat erfolgreiche Produkte im Markt, zumindest bislang.

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Das grundlegende Problem ist vor allem die Machbarkeit des gewählten technischen Ansatzes mittels 3D-Druck, an dem die Firmen seit Jahren arbeiten. Den bisherigen Fleischalternativen könnte der 3D-Druck aber deutlich überlegen sein.

Von der Veggie-Wurst zum 3D-Druck

Seit Jahrzehnten arbeiten vor allem Hersteller klassisch vegetarischer Erzeugnisse daran, Fleischersatzprodukte herzustellen, die die Konsumenten auf dem heimischen Markt auch annehmen. Das Ergebnis lässt sich durchaus als Erfolg bezeichnen, immerhin gibt es inzwischen in wohl fast jedem Supermarkt hierzulande Produkte auf Basis von Soja- und Weizeneiweiß - eine Adaption der jahrtausendealten Tradition von Tofu und Seitan.

Doch selbst die größten Verfechter dieser Produkte werden wohl zugeben, dass sie zwar Alternativen für bewusste Kunden sind, an die Originale aus tierischen Eiweißen jedoch kaum heranreichen. Um da zumindest etwas näher heranzukommen, ahmen inzwischen viele Unternehmen die Form von Fleisch- und Wurstprodukten nach: Es gibt (vegetarisches) Hack für Burger-Pattys oder gekuttertes Brät aus pflanzlichen Proteinen für Wurst.

Zu nennen sind hier etwa Beyond Meat mit ihren Burgern, die auch bei großen Fast-Food-Ketten Anklang gefunden haben und das deutsche Unternehmen Rügenwalder Mühle, das mit seinen vegetarischen Produkten einen enormen Wachstumskurs verfolgt. Genutzt werden hier verschiedene Mischungen aus pflanzlichen Proteinen und Fetten, um möglichst nah an Fleischprodukte heranzukommen. Das Unternehmen Impossible Foods sucht dazu sogar explizit nach chemischen Verbindungen und Proteinen in Pflanzen, die so oder so ähnlich auch in Fleisch existieren, um zumindest den Geschmack nachahmen zu können.

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3D-Druck für Fleisch in Form und Textur

Mindestens genauso wichtig wie die Bestandteile ist die Verarbeitung zu einem verkaufbaren Produkt: Beyond Meat setzt da auf die sogenannte Extrusion. Die Fleischalternativen werden also wortwörtlich in Form gepresst.

Auch 3D-Drucker arbeiten im Prinzip mit Extrusion, allerdings viel präziser als dies beim Hack notwendig ist. So wird das Fleisch hier aus Düsen schichtweise aufgebaut und damit kann letztlich auch die Textur von Fleisch am Stück nachgeahmt werden.

In einem ausführlichen Text haben wir bereits vor rund drei Jahren auf die Technik des 3D-Drucks von Lebensmitteln geblickt. Den damals am Markt verfügbaren Geräten und Unternehmen fehlte jedoch die notwendige technische Raffinesse für echte Fleischalternativen. Zwar ließen sich auch damals schon teils witzige Spielereien wie Eichhörnchen aus Teewurst umsetzen. Die Masse, mit der das gemacht wurde, war aber meist eine homogene, ähnlich dem klassischen Wurstbrät.

Von einem Braten oder gar einem Steak war das vor wenigen Jahren noch ziemlich weit weg - und trotzdem haben einzelne Unternehmen bereits angekündigt, dass es noch 2021 3D-gedruckte Steaks geben soll.

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Redefine Meat druckt Steaks 
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Neuro-Chef 11. Apr 2021

Weil Fleisch vielen gut schmeckt und bei ausreichend gelungener Nachahmung kein Verzicht...

smonkey 09. Apr 2021

"Der Markt für Fleischersatzprodukte entwickelt sich so dynamisch wie nie zuvor...

smonkey 05. Apr 2021

Erinnert mich an ein Beispiel von Richard David Precht au seinem Buch "Wer bin ich, und...

smonkey 05. Apr 2021

...

.v- 05. Apr 2021

Na, die Erfinder verschiedener exquisiten Speisen mussten teilweise einiges auf dem Weg...



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