Redefine Meat druckt Steaks

Das Grundkonzept ist dabei überraschend einfach: Statt einer homogenen Masse analog zum Brät oder einer groben Mischung wie bei Hack-Pattys und Bouletten besitzen die modernen 3D-Drucker für Fleischalternativen schlicht mehrere Düsen für die unterschiedlichen Bestandteile.

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Ähnlich wie beim 3D-Druck mit Kunststoff und unterschiedlichen Filamenten für die verschiedenen Eigenschaften setzen auch die modernen 3D-Druckverfahren für Fleischalternativen auf mehrere Ausgangsstoffe. Leicht nachvollziehbar wird das beim Blick in eine herkömmliche Fleischtheke.

Ein Steak oder andere Fleischteile aus Muskelgeweben sind eben eine feine Zusammenstellung: Zwischen den länglichen Muskelfasersträngen befinden sich Fettbahnen ebenso wie Sehnen und andere Bindegewebe sowie eventuell auch Bluteinschlüsse und vieles mehr. Ziel aktueller 3D-Druck-Verfahren ist es, diese komplexe Matrix künstlich nachzubilden.

Dass das machbar ist, hat ein Team um das israelische Unternehmen Aleph Farms bereits bewiesen. Sie haben im Herbst vergangenen Jahres Fleisch im russischen Segment der ISS mit Hilfe eines 3D-Druckers hergestellt. An dem Projekt waren außerdem das russische Unternehmen 3D Bioprinting Solutions sowie die US-Unternehmen Meal Source Technologies und Finless Foods beteiligt.

Fleisch und Lachs bestehen Verkostungen

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Es gibt eine Vielzahl weiterer Unternehmen, die wie Aleph Farms versuchen, die Textur von Fleisch im 3D-Drucker nachzubauen. Dazu gehören die ebenfalls aus Israel stammenden Redefine Meat und Future Meat Technologies sowie Novameat aus Spanien, die an Steak 2.0 und Pork 2.0 arbeiten. Selbst veganer Lachs könnte bald serienmäßig aus dem 3D-Drucker kommen.

Typisch für die Startup-Kultur sind dabei die mitunter etwas hoch gesetzten Ziele und vollmundigen Ankündigungen, die mit der entsprechenden Vorsicht zu genießen sind, selbst wenn die Firmen bereits in Kleinserien produzieren.

Erst Anfang dieses Jahres sagte Eshchar Ben-Shitrit, einer der Gründer von Redefine Meet, der Wirtschaftswoche: "Noch im ersten Halbjahr 2021 wird unser Fleisch in Deutschland und in der Schweiz erhältlich sein." Dabei soll das Kunstfleisch erst in ausgewählten Restaurants und später auch im freien Handel zu bekommen sein. Novameat will sein falsches Fleisch ebenfalls noch in diesem Jahr in Europa verkaufen.

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Bis es so weit ist und das Fleisch aus dem 3D-Drucker tatsächlich in großen Mengen erhältlich sein wird, müssen die Beteiligten den 3D-Druck erst einmal für den hohen Bedarf skalieren. Das Team von Redefine Meat druckt angeblich bereits 20 Kilo Fleisch pro Stunde und Gerät, langfristig sollen es mehrere hundert Kilo sein.

Darüber hinaus müssen Verbraucher vom Geschmack des gedruckten Fleischs überzeugt werden. Laut Angaben von Redefine Meat ist die Akzeptanzrate der Produkte jedoch enorm hoch. In Blindtests, die gemeinsam mit einem bekannten Produzenten von echten Fleischprodukten durchgeführt worden ist, sollen 90 Prozent der Tester die falschen Steaks von Redefine Meat akzeptiert haben, also den Unterschied zu echtem Fleisch nicht bemerkt haben.

Da zumindest Redefine Meat auf rein pflanzlichen Produkten beruht, sollte einem Verkauf in Deutschland zumindest juristisch nichts im Wege stehen. Im Gegensatz dazu setzen Aleph Farms und Future Meat auf "kultiviertes Fleisch". Dabei wird das Fleisch aus echten Zellen tierischen Ursprungs mit einem Biodrucker erstellt.

Derartige Produkte aus dem Labor sind zum Beispiel in Singapur seit wenigen Monaten zum Verkauf zugelassen. Wann und ob dies auch in Europa geschieht, ist derzeit noch nicht absehbar.

Aber für alle anderen gibt es ja bald pflanzliches Fleisch aus dem 3D-Drucker.

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 Fleisch-Alternativen: Ein Osterbraten im Drucker
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Neuro-Chef 11. Apr 2021

Weil Fleisch vielen gut schmeckt und bei ausreichend gelungener Nachahmung kein Verzicht...

smonkey 09. Apr 2021

"Der Markt für Fleischersatzprodukte entwickelt sich so dynamisch wie nie zuvor...

smonkey 05. Apr 2021

Erinnert mich an ein Beispiel von Richard David Precht au seinem Buch "Wer bin ich, und...

smonkey 05. Apr 2021

...

.v- 05. Apr 2021

Na, die Erfinder verschiedener exquisiten Speisen mussten teilweise einiges auf dem Weg...



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