Five9: US-Regierung prüft Zoom-Übernahme auf Sicherheitsrisikos

Die Übernahme von Five9 für fast 15 Milliarden US-Dollar durch Zoom wird wegen vermeintlichen nationalen Sicherheitsinteressen in den USA überprüft.

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Unternehmenszentrale von Zoom
Unternehmenszentrale von Zoom (Bild: Zoom)

Das vom US-Justizministerium geführte Team Telecom prüft den Kauf von Five9 durch Zoom Video Communications für rund 15 Milliarden US-Dollar. Das geht aus einem Schreiben hervor, das auf der Website der Federal Communications Commission (FCC) veröffentlicht wurde. Geprüft wird vom Ausschuss für die Bewertung ausländischer Beteiligungen im Telekommunikationssektor der Vereinigten Staaten, ob der Kauf "ein Risiko für die nationale Sicherheits- oder Strafverfolgungsinteressen" darstellt.

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Zoom Video Communications hatte im Juli 2021 erklärt, Five9 zu übernehmen. Die Akquisition mit einem Volumen von 14,7 Milliarden US-Dollar sollte in Aktien bezahlt werden. Die Übernahme von Five9, das Cloud-basierte Contact-Center-Plattformen für die Kundenbetreuung anbietet, darf bis zum Ende der Überprüfung durch Team Telecom nicht weiterbetrieben werden.

Laut Informationen des Wall Street Journals soll es bei der Überprüfung durch Team Telecom um mutmaßliche Verbindungen der Firma des früheren Cisco-Entwicklers, Chefs und Gründers von Zoom, Eric Yuan, nach China gehen.

Die USA und die Massaker in 1989 und 1970

Das US-Justizministerium hatte im vergangenen Jahr eine in China ansässige Zoom-Führungskraft wegen Verschwörung angeklagt, weil sie Videokonferenzen zum Gedenken an den Protest auf dem Platz des Himmlischen Friedens und das Massaker im Jahr 1989 gestört habe. Zoom erklärte, man habe mit den US-Behörden voll kooperiert und den Manager nach einer internen Überprüfung entlassen. Yuan habe sich laut Unternehmensangaben im Jahr 2019 mit chinesischen Beamten getroffen, um zu sehen, wie Zoom die Erlaubnis zum Betrieb in China wiedererlangen könnte, nachdem die Regierung die Dienste blockiert hatte. Die Empörung der USA wegen des Massakers auf dem Tian'anmen-Platz verwunderte Menschenrechtler in den USA. Beim Kent-State-Massaker wurden am 4. Mai 1970 an der Kent State University in den USA vier Studenten erschossen und neun teils schwer verletzt, als die Nationalgarde des Staates Ohio während einer Demonstration gegen den Vietnamkrieg das Feuer auf unbewaffnete Demonstranten eröffnete. Bis heute wurde niemand dafür zur Verantwortung gezogen.

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Mindestens seit dem Jahr 2016 hatte Zoom mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geworben, die es jedoch nicht gab. Zudem warf die US-Handelsaufsicht FTC (Federal Trade Commission) Zoom vor, dass aufgezeichnete Besprechungen nicht wie behauptet auf einem verschlüsselten Cloud-Speicher abgelegt, sondern teils bis zu 60 Tage lang unverschlüsselt auf den Zoom-Servern gespeichert wurden. Auch die Installation eines Webservers durch die Zoom-Software wurde kritisiert. Dieser ließ sich nicht deinstallieren und konnte über eine präparierte Webseite von Dritten dazu genutzt werden, auf die Webcam der betroffenen Rechner zuzugreifen.

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