Five Nights at Freddy's 2: Nächte des Grauens mit gruseligen Animatronics und Megan Fox
Vor zwei Jahren kam die Game-Verfilmung Five Nights at Freddy's nach einer langwierigen Entwicklungsphase ins Kino. Erzählt wurde von einem Nachtwächter in einem stillgelegten Restaurant, in dem mannshohe Animatronics die Kids unterhalten haben. Jetzt sind sie besessen und laufen Amok – also alles so ähnlich wie in der Vorlage von Scott Cawthon, der auch das Drehbuch geschrieben hat.
Der Film entwickelte sich mit einem Einspielergebnis von fast 300 Millionen US-Dollar(öffnet im neuen Fenster) weltweit zum gigantischen Hit. Einige Zuschauer waren aber enttäuscht, weil der Film extrem zahm ist. Ein Horrorfilm, der keinen Horror zeigen will – das ist eigentlich ein Paradoxon.
Zwei Jahre später gibt es nun die Fortsetzung Five Nights at Freddy's 2, die gemäß einer alten Film-Maxime größer und aufwendiger sein sollte, aber im Grunde das Gleiche bieten muss. So ist es auch bei diesem Film, der mit 51 Millionen US-Dollar Budget sehr viel teurer war als sein 20-Millionen-Dollar-Vorgänger.
Man könnte sagen: Der Film ist einen Hauch besser als sein Vorgänger. Aber auch wirklich nur einen Hauch.
Die Geschichte: Der von Josh Hutcherson (The Hunger Games) gespielte Mike findet heraus, dass es noch ein weiteres Freddy's-Restaurant gibt als das, in dem er mit den fiesen Monster-Animatronics aneinandergeriet. Dort hält eine Marionette alle Fäden in der Hand – was ja auch passend ist.
Die Marionette setzt Ereignisse in Bewegung, die Mikes Tochter Abby zu ihr locken. Denn sie will nicht nur Rache an all jenen, denen sie für ihr eigenes Leid die Schuld gibt, sondern auch endlich frei sein.
Gewalt, die im Off stattfindet
Aber diese Freiheit kommt auf Kosten der anderen, weswegen Mike und seine Freundin Vanessa (Elizabeth Lail, bekannt aus der Serie You) alles daran setzen, die fiese Marionette und die von ihr kontrollierten Animatronics außer Gefecht zu setzen.
Aber: Wenn die Animatronics loslegen, ist im Grunde kaum etwas zu sehen. So war es schon beim ersten Teil. Denkt man zu Beginn des zweiten Films noch, dass die Macher vielleicht ein bisschen was daraus gelernt haben, wird man schnell eines Besseren belehrt.
Wenn eine Killer-Animatronic zum Beispiel jemandem den Kopf zerreißt (weil sie ja sehen will, was in dessen Kopf vorgeht), geschieht das außerhalb des wahrnehmbaren Bildes. Der Film ist also so zahm wie der Vorgänger.
Wie es besser laufen könnte, zeigte schon vor Jahren der kleine budgetierte Nicolas-Cage-Film Willy's Wonderland. Doch bei Five Nights at Freddy's 2 wollte das produzierende Studio Blumhouse wohl nicht übertreiben. Denn wie beim ersten Teil hofft man wohl auf viele Teenager, die bei einer höheren Altersfreigabe gar nicht ins Kino kämen.
Es gibt zwei, drei Szenen mit ein wenig Horror-Flair. Sie haben mit der Marionette zu tun, die in den Körper von Menschen einfährt. Und ja, das sieht schon ein wenig unheimlich aus.
Damit gehen aber andere Probleme einher. Denn die Marionette ergreift als erstes Besitz von einer jungen Frau, die dann jedoch leider ganz und gar aus der Handlung verschwindet, als schon zum nächsten Körper gewechselt wird – und das bei einer talentierten Jungdarstellerin, die schon in den letzten beiden Ghostbusters-Filmen dabei war.
Scream-Reunion – mehr oder weniger
Josh Hutcherson, Elizabeth Lail und Piper Rubio spielen ihre Rollen aus dem ersten Teil. Matthew Lillard als Vanessas Vater ist auch dabei. Zudem hat Skeet Ulrich eine Szene. Schade, dass er dabei nicht auf Lillard trifft – beide hatten 1996 mit dem Slasher-Film Scream ihren Durchbruch.
Im Vorfeld wurde auch viel darüber gesprochen, dass die Animatronic Chica von Megan Fox (KI-Thriller Subservience) gesprochen wird. Viel Text hat sie aber nicht.
Viel Action, wenig Substanz
Ein Film wie dieser könnte einiges an grimmigem Humor auffahren, leider sucht man den aber vergebens. Im Grunde nehmen alle Beteiligten den Film viel zu ernst, trauen sich aber nicht, in die Vollen zu gehen.
So ist er zwar ein klein wenig besser als der erste Teil, hat aber die gleichen Probleme und Schwächen. Spannend wird nur sein, ob das Publikum noch in gleicher Menge auftaucht oder enttäuschte Zuschauer des ersten Teils gleich ganz wegbleiben.
Das Ende ist jedenfalls auf Fortsetzung angelegt. Oder anders gesagt: Im Grunde hat Five Nights at Freddy's gar kein Ende. Vermutlich wird man dann in zwei Jahren sehen, wie es weitergeht.


