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Fitnessportale: Die Spielifizierung des Sports

Onlinewettbewerbe, Trophäen und Story-runs: Immer mehr Menschen verwenden Fitnessarmbänder und Sportuhren. Neben der Auswertung der Daten wird die Motivation wichtiger – viele Hersteller greifen zu Tricks aus Games . Ich habe die Software von Garmin , Runtastic und anderen Anbietern ausprobiert.
/ Peter Steinlechner
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Ein Sportler gibt alles! (Bild: David Ramos/Getty Images for British Cycling)
Ein Sportler gibt alles! Bild: David Ramos/Getty Images for British Cycling

Ich geb's zu: Bei den Bundesjugendspielen war ich immer eine Niete. Und trotzdem stehe ich jetzt, viele Jahre später, kurz davor, meinen ersten sportlichen Wettkampf zu gewinnen. Nicht im Hochsprung, oder was es sonst noch so an fürchterlichen Disziplinen im Schulsport gibt. Sondern in einer Spaziergeh-Challenge. Momentan stehe ich auf dem ersten Platz der Rangliste, in der ich mit neun anderen Athleten um den Wochensieg streite. Gewinner ist, wer die meisten von einen Activity-Tracker am Handgelenk gezählten Schritte schafft. In echt, natürlich, nicht in Skyrim, Fallout oder Diablo.

Fitness- und Sportportale angesehen
Fitness- und Sportportale angesehen (03:30)

Wir zehn sind uns nie begegnet, sondern wurden zufällig von einem der hier vorgestellten Programme zusammengewürfelt. Natürlich habe ich keine Ahnung, wo auf der Welt die anderen Teilnehmer unserem Sport nachgehen. Ich weiß nur, dass sie alle einen Fitness-Tracker am Handgelenk tragen und ihre Daten regelmäßig synchronisieren.

Ob sie auch so seltsame Sachen machen wie ich? Wenn ich etwa beim Bäcker eine Schlange sehe, stelle ich mich nicht mehr an, sondern laufe so lange hin und her, bis ich ohne Warterei drankomme. Ich bringe sogar den Müll freiwillig runter. Jeder Schritt zählt!

Solche Onlinewettbewerbe sind eines der Elemente aus der Gaming- und IT-Welt, die den Breitensport in den nächsten Jahren prägen könnten. Entscheidend dafür ist weniger die Hardware. Wearables von Tomtom, Garmin oder Fitbit verwenden weitgehend gleiche Bauteile. Die für das Zählen der Schritte verantwortlichen Sensoren sind sogar fast immer identisch, sie werden meist vom deutschen Unternehmen Bosch zugeliefert.

Unterschiede bei der Aufbereitung

Große Unterschiede gibt es aber in der Art und Weise, wie die Daten eines Spaziergangs oder eines Rennens aufbereitet werden. Die Portale unterscheiden sich deutlich, fast jeder Hersteller hat eigene Ansätze entwickelt. Mir ist kein Hersteller aufgefallen, der auf eine White-Label-Lösung setzt. Inzwischen gibt es im Fitness- und Sportbereich eine nicht mehr zu überblickende Masse an Apps und Webseiten.

Wir beschränken uns hier daher auf einige wenige Angebote – die zum Teil schlicht besonders verbreitet sind, zum Teil aber auch exemplarisch für viele andere Sites stehen. Bevor ich eine kleine Pause einlege (Schritte machen!), noch ein weiterer Hinweis, der wichtig ist: Auch wenn die ermittelten Daten und Statistiken präzise und glaubwürdig aussehen, sollte man immer im Auge behalten, dass ein Teil davon nur grobe Schätzungen sind.

Das gilt vor allem für abgeleitete Werte, etwa Angaben für verbrauchte Kalorien oder VO2Max. Selbst hochwertige Geräte kommen hier teils zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. So hat mir Tomtom für einen gut einstündigen Dauerlauf rund 700 Aktivkalorien gutgeschrieben, bei Fitbit waren es knapp 600 – das ist ein Unterschied von immerhin fast drei Chicken McNuggets.

In sich sind die Plattformen allerdings erstaunlich stimmig. Tomtom hat mir am nächsten Tag für eine ähnliche Runde wieder ziemlich genau 700 Kalorien angezeigt. Mit etwas Erfahrung und Selbstbeobachtung plus einer Portion gesunden Menschenverstands hat man also auch in der Praxis etwas von all den Angaben – etwa wenn es ums Abnehmen geht.

Schritte versus Sport

Interessanter finde ich allerdings die langfristige Archivierung und Auswertung der Daten. So kann ich in den Trainingsberichten von Polar Flow an den Kurven sehen, dass sich meine Herzfrequenz beim Joggen in den vergangenen fünf Jahren leicht gesenkt hat. Sollte sie irgendwann mal ein paar Wochen im Schnitt sichtbar höher sein, werde ich zum Arzt gehen – was nebenbei ein paar Schritte bringt – und die Sache prüfen lassen.

Aktivität oder echtes Training

Egal ob Tomtom, Polar, Fitbit oder Garmin: Alle Dienste von Wearable-Herstellern in dieser Übersicht unterscheiden zwischen Aktivitäten und Trainingseinheiten. Mit Aktivitäten ist das gemeint, was im Alltag anfällt – in erster Linie sind es Angaben zu Schritten und, falls die Hardware es kann, die vom Handgelenkssensor gemessene Herzfrequenz.

Strava – Trailer (Live Segments)
Strava – Trailer (Live Segments) (00:32)

Training hingegen bezeichnet einen Dauerlauf oder eine Fahrradtour. Wenn ich also etwas Sportlicheres machen will als meine Deathmatch-Spaziergänge und zu einer Radtour aufbreche, drücke ich beim Start und beim Ende der Datenaufzeichnung eine Taste an meinem Wearable. Die so festgehaltene Trainingseinheit enthält Daten wie die Dauer, die Geschwindigkeit und die per GPS aufgezeichnete Route sowie die Herzfrequenz.

Diese Informationen werden in einer einzelnen Datei gespeichert. Die meisten Hersteller verwenden – ohne dass der Anwender es sieht – in ihren Portalen das von Garmin entwickelte Format Training Center XML mit der Endung tcx oder eine Abwandlung davon. Anfangs war mir das egal, aber eigentlich ist es praktisch, sich ein bisschen mit tcx auszukennen, weil man seine Daten damit bei vielen Sportportalen exportieren und importieren kann.

Das hat Vorteile: Wer etwa die gleiche Tour an einem Urlaubsort Jahre später wiederholen will, hat sofort alle Infos zur Verfügung – vor allem die GPS-Daten. Mit entsprechender Ausrüstung lässt sich die Streckenführung auf einer Satellitenkarte einblenden, an einen Freund weiterleiten oder im Internet für die Allgemeinheit hinterlegen.

Virtuelle Wettrennen mit Strava

Ein Beispiel für das Hinterlegen und Weiterleiten der Daten ist Strava(öffnet im neuen Fenster) . Das Portal lebt unter anderem davon, dass Nutzer anderer Dienste – Garmin Connect, Fitbit Dashboard oder Tomtom Mysport – es über die Exportfunktionen als eine Art Backup mitbenutzen. Strava ist dadurch, dass viele Sportler es als ihre zweitwichtigste Ablagestelle für Daten verwenden, zu einem der wichtigsten Serviceanbieter geworden. Inzwischen veröffentlichen auch Stars wie Lance Armstrong(öffnet im neuen Fenster) oder der deutsche Tour-de-France-Fahrer Andre Greipel(öffnet im neuen Fenster) dort ihre Trainings.

Im Alltag funktioniert Strava ungefähr so: Mit einer Sportuhr zeichne ich die Route und weitere Daten einer Radtour auf. Die Daten übertrage ich erst per Bluetooth Smart auf die App des Herstellers, von wo aus sie automatisch auf dessen Webportal geschickt werden. Dort habe ich eine Weiterleitung zu Strava eingerichtet. Wenn ich will, kann ich die tcx-Datei manuell exportieren und sie dann wieder bei Strava importieren – in ein paar Minuten ist das erledigt.

Auf Strava lassen sich sogar Notizen und Fotos dazupacken, so dass am Ende eine Art Sporttagebuch herauskommt, mit dem man Nachbarn oder Arbeitskollegen mindestens so effektiv wie mit der guten alten Diashow auf die Nerven gehen kann. Freunde können die Beiträge ähnlich wie auf Facebook liken und kommentieren. Das ist in dieser Form längst nicht bei allen anderen Anbietern möglich.

Gibt es Mofa-Cheater?

Der eigentliche Clou von Strava ist allerdings ein anderer. Er hat ganz entfernt sogar mit meiner Spazierengeh-Challenge zu tun. Bei Strava gibt es sogenannte Segmente. Das ist ein von Nutzern auf den Karten des Dienstes markierter Abschnitt, der beispielsweise von der Bushaltestelle bis zur übernächsten Kreuzung führt. Strava wertet kontinuierlich die Daten von all seinen fahrradfahrenden Läufern und Radlern aus. Wer zufällig oder absichtlich ein Segment befährt, kommt in eine der Bestenlisten – es gibt eine ewige, eine nur für den jeweiligen Tag und so weiter.

Für viele Freizeitsportler hat das eine enorme Anziehungskraft. Mit den Segmenten kann auch ein Amateur wie ich als Gewinner in die Sportwelt eingehen – zumindest gefühlt. Es ist ein echter Kick, wenn ich auf einem Segment in der Nachbarschaft alles gebe und damit den Tagessieg oder mehr zumindest in meiner Gewichts- und Altersklasse heraushole.

Runtastic – Trailer Story-run (Mirror's Edge Catalyst)
Runtastic – Trailer Story-run (Mirror's Edge Catalyst) (01:21)

So schön das klingt: Ungefährlich ist das alles nicht. Besonders in den Bergen kommt es immer wieder zu Unfällen etwa beim Downhill, weil Mountainbiker ihr Können auf der Jagd nach Rekorden überschätzen. Beobachter fordern deshalb, dass Strava Abfahrten als Segment nicht mehr zulässt. Auch eine Sperre in Großstädten könnte mal Thema werden. Längst nicht jeder Radweg ist als virtuelle Wettkampfpiste geeignet.

Ähnlich wie bei Computerspielen gibt es vermutlich auch bei Strava nicht wenige Cheater. Auf einem für Läufer eingerichteten Segment kann man per Fahrrad schließlich problemlos neue Bestzeiten aufstellen. Und bei manchen Radrekorden frage ich mich, ob da nicht doch ein Mofa mit gerade noch glaubwürdiger Geschwindigkeit durchgedonnert ist.

Strava ist kostenlos nutzbar. Die Premium-Mitgliedschaft kostet rund 5,50 Euro im Monat, auch als normaler Anwender kommt man jedoch gut zurecht. Zahlende Kunden erhalten in erster Linie Zugriff auf mehr Statistiken und Auswertungen. Dazu gehören Heatmaps – noch so eine Sache aus der Spielebranche. Auf Strava lassen sich damit, ähnlich wie auf Multiplayermaps, besonders oft belaufene oder befahrene Wege hervorheben.

Abenteuer auf Runtastic

Wem Challenges, virtuelle Wettkämpfe und Segmente zu anstrengend oder schlicht zu nervig sind, der muss nicht ganz auf Gamification verzichten. Sogenannte Story-Runs sind eine Art Einzelspielerkampagne für Echtweltsportler. Verfügbar sind sie unter anderem bei der Smartphone-App Runtastic(öffnet im neuen Fenster) – das Entwicklerstudio gehört übrigens zu Adidas.

Story-Runs sind Hörspiele, die auf die Situation eines Läufers abgestimmt sind. In A Runner's Destiny etwa (das auf der Welt des Actionspiels Mirror's Edge Catalyst basiert) muss man gleich zum Start rennend aus einem Gefängnis entkommen. Das rund 40 Minuten lange Abenteuer ist reines Kopfkino: Wer sich gerade vorstellt, Teil einer spektakulären Verfolgungsjagd zu sein, trabt natürlich trotzdem brav durch die Reihenhaussiedlung.

Zumindest die Story-Runs von Runtastic sind aufwendig und stimmig in Szene gesetzt. Auch sonst gehört Runtastic zu den empfehlenswertesten Apps für Sportler. Die Aufzeichnung einer Tour erfolgt per Smartphone – sie lässt sich wahlweise übrigens mit der Apple Watch starten. Zur Analyse der Ergebnisse können Nutzer auf die dazugehörige Webseite wechseln.

Auszeichnungen für alle

Segmente oder Ähnliches gibt es nicht, aber sonst sind alle wichtigen Funktionen vorhanden, inklusive der Option zum Im- und Export von tcx-Dateien. Schade: Es gibt zwar eine Activity-Tracking-App von Runtastic namens Me, die per Smartphone auch Schritte zählt. Das Ergebnis wird aber nicht mit dem Hauptprogramm verknüpft.

Wer neben den Story-runs noch mehr Motivation benötigt: Runtastic vergibt Massen von Auszeichnungen. Nicht nur fürs Laufen, sondern auch für Radfahrten, Krafttraining und Wanderungen. Es dürfte fast nicht möglich sein, eine Sporteinheit ohne neue Trophäe zu beenden.

Garmin – Trailer (Triathlon-App)
Garmin – Trailer (Triathlon-App) (02:59)

Von Runtastic gibt es eine kostenlose Basisversion und eine werbefreie Pro-Variante für fünf Euro. Das Premium-Abo ist mit rund zehn Euro im Monat recht teuer. Es bietet Zugriff auf alle Sportarten, Funktionen und Statistiken – und kommt vor allem ohne die nervigen Hinweise auf Premium aus.

Vier große Hersteller

Die vier großen Pulsuhrhersteller Garmin, Polar, Fitbit und Tomtom gehen mit dem Thema Gamification sehr unterschiedlich um. Am meisten kümmert sich Garmin um die Motivation: Das Unternehmen hat auf seinem Portal Garmin Connect(öffnet im neuen Fenster) eine eigene Version der Segmente von Strava untergebracht; auch meine Spaziergeh-Challenge bestreite ich über Garmin.

Das Unternehmen hat auch ein umfangreiches Trophäensystem. Da gefällt mir, dass es gut dosiert wirkt: Ich werde nicht ganz so erschlagen wie bei Runtastic, sondern bekomme alle drei oder vier Tage eine Belohnung, etwa für einen besonders schnellen Kilometer beim Running oder für eine neue absolute Anzahl von Schritten.

Davon abgesehen gehört Garmin Connect zu den mächtigsten Portalen, die es momentan für Ausdauersportler gibt. Sehr praktisch: Es gibt eine gut gemachte Verwaltung für Ausrüstung, mit der man auf einen Klick sehen kann, wie viele Kilometer ein Trainingsschuh schon absolviert hat. Für Marathonläufer und Triathleten ist das enorm praktisch. Sonst hat nur noch Strava von den hier genannten Anbietern so ein System.

Die schiere Masse an Statistiken, Berichten und Auswertungen bei Garmin Connect ist riesig. Um nur ein Beispiel zu nennen: Allein zu meiner Herzfrequenz liefert die Seite fünf oder sechs unterschiedliche Werte, von der "Ruheherzfrequenz" über die "Durchschnittliche Herzfrequenz" bis zur "Durchschnittlichen Herzfrequenz in Ruhe" – wobei die "Durchschnittliche Herzfrequenz" je nach Tag auch noch aus ein, zwei oder drei Werten besteht. Leider erklärt Garmin nur sehr schlecht, was genau sich hinter diesen Angaben verbirgt.

Auch sonst ist Connect leider ziemlich verschachtelt aufgebaut. Sowohl in der App als auch im Web muss man oft länger nach den gewünschten Funktionen suchen. Dazu kommen viele kleine Bugs – bei mir hat das Programm immer wieder mal das Untermenü für Stufen einfach ausgeblendet, Krafttraining wird grundsätzlich in die falsche Zeitzone verlegt, und die Berechnung der Gesamtkalorien für einen ganzen Tag kommt mir zumindest fragwürdig vor. So viele für sich genommen jeweils verzeihliche, aber in der Summe dann doch nervige Kleinstfehler gibt es sonst bei keinem anderen Anbieter.

Polar verbindet Training und Aktivitäten

Wesentlich kompakter und größtenteils bugfrei präsentiert sich das Angebot Polar Flow(öffnet im neuen Fenster) . Allerdings: Für Motivation muss ich selbst sorgen. Es gibt keine Wettbewerbe und keine Story-runs, sondern nur die Möglichkeit zum Sammeln von Aktivitätspunkten für ein Tagesziel. Dazu kommen ziemlich hässliche Pokale für eine Handvoll Kategorien auf den Sportuhren selbst, aber sonderlich oft übertrumpft niemand seine eigenen Kilometerrekorde oder Höchstgeschwindigkeiten.

Kein Puls bei Polar

Dafür ist Polar der einzige Anbieter, der Aktivitäten (also vor allem Schritte) und Training sinnvoll miteinander verbindet. Auf einer Erholungskurve werden die beiden Elemente zusammengerechnet und dann gegebenenfalls auch eine Warnung ausgesprochen, falls Übertraining droht. Für sowieso schon leidenschaftliche Sportler ist das aber auch sinnvoller als noch mehr Motivation.

Polar – Trailer (Routenimport)
Polar – Trailer (Routenimport) (00:50)

Schade, dass Polar dabei nicht auch den Puls berechnet – das würde bei diesem System viel Sinn ergeben, schließlich sollte ein Schritt mit einem Rucksack auf dem Rücken anders in die Statistiken einfließen als ein Schritt in der Badehose. Allerdings hat Polar als einziger Hersteller von Pulsuhren derzeit kein Wearable mit kontinuierlicher Messung der Herzfrequenz im Angebot.

Polar ermöglicht das Hochladen von Trainingsdaten von der Sportuhr auf das Smartphone ohne Internetverbindung. Die Daten werden auf dem Mobilgerät zwischengespeichert, bis ich wieder ein Signal habe. Außerdem synchronisiert Polar Daten über mehrere Geräte hinweg, die Anzahl der Aktivitätspunkte wird also automatisch etwa von der Sportuhr auf das Smartphone und dann wieder auf einen Tracker überspielt.

Fitbit synchronisiert

Das Synchronisieren von Daten ist allerdings auch die Kernkompetenz von Fitbit(öffnet im neuen Fenster) . Der Hersteller sammelt alle verfügbaren Daten und kombiniert sie dann bestmöglich zu sinnvollen Statistiken. Wer etwa mit der App von Fitbit seine Route und die Schritte aufzeichnet, kann anschließend auch noch seinen mit einem Herzfrequenzgerät wie dem Charge HR erfassten Puls in die Daten einpflegen lassen, ohne dass der Tracker dazu die ganze Zeit senden müsste. Sehr praktisch!

Fitbit bietet umfangreiche Trophäen, teils der vermeintlich lustigen Art. Für genau 112 gegangene oder gelaufene Kilometer etwa habe ich ein Pinguin-Abzeichen erhalten, für 25.000 Schritte gibt es eine Knöchelschuh-Trophäe. Vermutlich geht es vor allem darum, dass der Kunde die Erfolge schön werbewirksam mit seiner Community auf Facebook teilt.

Davon abgesehen macht Fitbit einen etwas durchwachsenen Eindruck. Die jeweils erste Seite der App und der Webanwendung sehen schön aus, die Seiten dahinter sehen teils völlig anders aus und sind nicht sehr übersichtlich. Mit der App lassen sich nur Trainings der Kategorie Laufen, Gehen oder Wandern aufzeichnen, aber nicht Radfahren. Auch nachträglich lässt sich das nicht ändern – bei allen anderen Anbietern ist das möglich.

Schlicht Tomtom

Schlank und ernsthaft sind App und Seite des niederländischen Navigationsspezialisten Tomtom gestaltet. Auf Tomtom Mysports(öffnet im neuen Fenster) gibt es nur sehr rudimentäre Angaben über die Trainings, die Schritte und den Schlaf. Wirklich wesentliche Angaben fehlen aber nicht, ein paar Statistiken sind sogar besonders übersichtlich, etwa die zu den Herzfrequenzbereichen. Angesichts der überfrachteten Anwendungen einiger Konkurrenten ist das durchaus angenehm.

Ein kleines Highlight sind die gut implementierten automatischen Exportmöglichkeiten zu Strava, Nike Plus, Jawbone, Myfitnesspal, Trainingpeaks und anderen. Bei den meisten anderen großen Herstellern gibt es weniger solche Optionen – nur Fitbit hat noch mehr im Angebot, aber da sind sehr viele exotische Partner mit dabei.

Runalize für Datenprofis

Genug gespielt? Keine Lust auf Pinguin-Trophäen, Schrittsammel-Wettbewerbe und Hochleistungs-Segmente? Es gibt auch Angebote für Sportler, die Statistik und Funktion pur wollen. Eines davon ist das Open-Source-Projekt Runalyze(öffnet im neuen Fenster) – das es in einer Offline-Version als klassisches Programm sowie Anwendung in der Cloud gibt. Hier finden Athleten, die ihre tcx-Daten importieren, sehr tiefgehende Analysewerkzeuge mit Informationen über die Belastungssteuerung, den Fitnessgrad und die prozentuale Müdigkeit. Eines weiß ich: Wenn ich meine Spazieren-Challenge nicht gewinnen sollte, professionalisiere ich mein Training und melde mich hier an!


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