Schöne Grüße von den sportlichen Wettbewerbern
Ergänzt wird das System durch ein Motion-Capture-System mit mehreren Kameras sowie durch externe Referenzsensoren. Bewegungen werden dreidimensional erfasst, die Abtastraten liegen deutlich über typischen Consumer-Werten, um auch schnelle Änderungen präzise abzubilden.
Gerade für Funktionen wie virtuelle Kadenz und virtuelle Leistung ist dieser Aufbau wichtig: Die berechneten Werte der Uhr werden parallel mit echten Messwerten, beispielsweise von Powermetern verglichen.
Ein nettes Detail am Rande: Beim Blick über die Trainingsgeräte sehe ich auch Hardware von Konkurrenten, etwa einen Smart Trainer von Kickr (Wahoo) und ein Fahrradnavi von Garmin; beide dienen erkennbar nur als Ausstattung, nicht als technisches Vorbild zum Nachbauen. Derartige Produkte hat Huawei selbst nicht im Angebot.
Mit der Bewegungs- und Simulationsplattform werden gezielt Szenarien wie konstante Belastung, wechselnde Trittfrequenz oder starke Steigungsänderungen durchgespielt. Die Abweichungen fließen direkt in die Modellanpassung ein.
"Wir können unsere Uhren hier kalibrieren", heißt es dazu. "Bei einigen aeroben Fitnessindikatoren erreichen wir eine Genauigkeit von etwa 98 Prozent im Vergleich zu professionellen Laborgeräten." Diese Angabe bezieht sich auf kontrollierte Tests und umfasst unter anderem herzfrequenz-basierte Kennwerte, Distanzmessung und Teile der Trainingsanalyse.
Zur Validierung nutzt das Labor auch instrumentierte Streckenabschnitte. Gerade und gekrümmte Segmente ermöglichen es, Unterschiede zwischen idealisierten und realen Bewegungsabläufen zu analysieren. Ergänzt wird das durch zusätzliche Sensorik wie Brustgurte oder externe Messsysteme zur Erfassung von Herzfrequenzvariabilität (HRV).
Dadurch lassen sich typische Fehlerquellen wie Richtungswechsel oder variierende Schrittlängen gezielt untersuchen. Weitere Bereiche sind auf spezifische Anwendungen ausgelegt.
Im Golflabor werden GPS-Signale simuliert, um Distanzberechnungen und Kartenmaterial zu überprüfen. Dabei wird nicht nur die Position bestimmt, sondern auch die Stabilität des Signals unter wechselnden Bedingungen getestet, etwa bei schwachem Empfang.
Tischtennis für Profis
Im Tischtennisbereich erzeugt ein automatisierter Profi-Trainingsroboter definierte Ballsequenzen mit variabler Geschwindigkeit und Rotation, um Sensorreaktionen reproduzierbar zu messen. Ich trete aus Neugier gegen den Roboter an und schlage mich halbwegs ordentlich auf der niedrigsten Stufe – schon auf der nächsthöheren habe ich keine Chance.
Ein Bereich, der noch in Entwicklung ist, betrifft das Krafttraining. Die Herausforderung liegt laut dem Entwickler in der Vielfalt der Bewegungen und der fehlenden Standardisierung. "Es gibt so viele unterschiedliche Bewegungen – das ist ein großes Problem", heißt es dazu.
Aktuell konzentrierten sich die Entwickler auf grundlegende Bewegungsmuster wie Kniebeugen, Zug- und Druckübungen. Ziel sei es, dafür zunächst stabile Modelle zu entwickeln, bevor nach und nach immer komplexere Bewegungsabläufe folgen.
Insgesamt zeigt das Labor einen klar strukturierten, datengetriebenen Ansatz. Sensoren werden nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil eines Systems aus Messung, Referenzvergleich und Modellierung.
Die Werte, die später auf der Uhr angezeigt werden, basieren auf diesen Testreihen – auch bei Funktionen wie virtueller Kadenz und virtueller Leistung, die ohne zusätzliche Hardware auskommen. Es hängt dann von der Qualität der zugrunde liegenden Modelle ab, ob die Uhr bei ihrer Anzeige tatsächlich recht hat.
- Anzeige Hier geht es zur Garmin Fenix 8 bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



