Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Fitness: Apple knickt offenbar vor Whoop und Oura ein

Der geplante KI-Gesundheitscoach wird überarbeitet, Apple reagiert damit auf die starke Konkurrenz von Whoop und Oura.
/ Peter Steinlechner
Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Artwork von Apple Fitness (Bild: Apple)
Artwork von Apple Fitness Bild: Apple

Apple hat seine Pläne für einen eigenständigen, KI-gestützten Gesundheitscoach grundlegend überarbeitet. Laut Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) setzt das Unternehmen das intern als Project Mulberry bezeichnete Vorhaben nicht mehr als eigenständigen Dienst um, sondern will die entwickelten Funktionen einzeln in die bestehende Health-App einfließen lassen.

Ursprünglich sollte der KI-Coach als Teil eines neuen Angebots namens Health+ personalisierte Empfehlungen zu Ernährung, Bewegung, Schlaf und weiteren Gesundheitsdaten liefern. Daran arbeitet Apple schon lange mit eigenen Ärzteteams und Experten.

Dem Bericht nach zweifelt Apple laut Insidern, ob das geplante Konzept gegenüber bestehenden Angeboten wettbewerbsfähig wäre. Konkret genannt werden die Konkurrenten Whoop und Oura, die bereits heute in ihren Apps KI-gestützte Coaching-Funktionen anbieten.

Die Dienste analysieren Schlafmuster, Herzfrequenzvariabilität und Belastungskennzahlen und geben aktive Empfehlungen zur Erholung, Trainingsplanung und Alltagsgesundheit – eine Funktionalität, die Apple mit seinem Projekt ursprünglich auch bieten wollte.

Whoop und Oura offenbar besser als Apple

Hochrangige Apple-Manager sollen intern erklärt haben, dass diese externen Angebote "nützlicher und überzeugender" seien als der geplante Apple-Dienst.

Der Strategiewechsel fällt in eine Phase, in der Apples KI-Ambitionen insgesamt mit Verzögerungen kämpfen. Auch andere Projekte rund um künstliche Intelligenz, etwa eine tiefgreifende Modernisierung von Siri, liegen hinter den Erwartungen zurück, was Fragen zur Durchführbarkeit großer KI-Vorhaben bei Apple aufwirft.

Apple will nun ausgewählte KI-Funktionen wie einen Gesundheits-Chatbot oder einzelne Analyse-Tools mit kommenden iOS-Updates einführen. Diese sollen direkt in die Health-App integriert werden und könnten etwa mit der Kamera des iPhones Bewegungsanalysen durchführen oder Kontext-Feedback zu Wohlbefinden und Aktivität geben.

Apple Fitness Plus – Trailer
Apple Fitness Plus – Trailer (01:55)

Ob ein eigener Premium-Dienst wie das ursprüngliche Health+ jemals in der ursprünglich geplanten Form erscheint, ist laut Bloomberg derzeit offen. Neben Whoop und Oura bieten auch Plattformen wie Garmin mit Garmin Connect adaptive Trainings- und Erholungs-Empfehlungen, die auf individuellen Sensor- und Nutzungsdaten basieren.

Diese früh etablierten, datengetriebenen Coaching-Systeme haben Apple offenbar unter Zugzwang gesetzt, seine Strategie zu überdenken und statt eines großen Produktstarts kleinere, schrittweise Verbesserungen zu priorisieren.

Unklar ist, was langfristig mit Apple Fitness+ passiert. Der Abo-Dienst mit Videokursen sollte Analysten zufolge mit Health+ verzahnt werden, um Trainings dynamisch an Leistungsstand, Erholung und Tagesform anzupassen. Mit dem Strategiewechsel ist offen, ob und wie stark solche personalisierten Funktionen nun tatsächlich umgesetzt werden.


Relevante Themen