Explosives Treiben

Bei der Technologie handelt es sich um eine ebenso simple wie geniale Methode: Das System besteht aus einem gigantischen Wassertank und einer Brennkammer, in der Flüssiggas gezündet wird. Die Explosion treibt in einem ersten Schlag den Pfahl nach unten und schiebt gleichzeitig eine Wassersäule im Inneren des Tanks nach oben. Prallt das Wasser auf den Boden des Tanks zurück, wird es abgebremst und überträgt seine Bewegungsenergie in einem zweiten Schlag auf den Monopile - dabei wird dieser weiter in den Meeresboden getrieben. Aufgrund der Eigenschaften des Wassers erfolgt diese Entschleunigung über einen längeren Zeitraum als bei einem herkömmlichen Hydraulikhammer, was zu einem kräftigeren, aber gleichzeitig leiseren und materialschonenderen Schlag führt.

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Dies reduziert die Anzahl der erforderlichen Hammerschläge im Vergleich zu herkömmlichen Rammverfahren "um rund die Hälfte", sagt Winkes. Zudem wird deutlich weniger Schall ins Meer geleitet. Winkes spricht von bis zu 20 Dezibel weniger: "Das spart Millionen Euro beim Bau von Offshore Windfarmen." Die Methode hat sogar das Potenzial, in Zukunft auf die teuer und aufwendig zu installierenden Übergangsstücke verzichten zu können.

Der Meeresbiologe und Unterwasserschall-Spezialist Sven Koschinski sieht in der Methode Vorteile: "Durch die innovative Technik der Verlängerung des Schallimpulses gegenüber einer herkömmlichen Impulsramme wird der Rammschallpegel schon in der Entstehung verringert."

Auch andere Spezialisten zeigen sich von der Technologie beeindruckt. Etwa Marcus Klose, Head of Section Steel Structures bei DNV GL Renewables Certification: "Unternehmen wie Fistuca zeigen, dass Alternativen zum traditionellen Hämmern ernst genommen werden müssen." Doch Klose warnt gleichzeitig vor zu viel Euphorie: "Die Blue-Piling-Technologie mag zwar Vorteile haben, aber die müssen erst noch durch Full-Scale-Tests nachgewiesen werden."

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Ebenfalls interessiert und skeptisch ist Windkraft-Professor Po Wen Cheng von der Universität Stuttgart: "Das Kostenreduktionspotenzial bei der Installation von Offshore-Windkrafträdern ist noch nicht ausgeschöpft. Die Blue-Piling-Technologie kombiniert den Vorteil von geringerer Schallbelastung und materialschonender Installation. Falls erfolgreich, könnte sie tatsächlich die Offshore-Installation revolutionieren."

Blue Piling soll 2020 marktreif sein

Derzeit arbeiten die Niederländer daran, ihr Design zu verbessern. Im kommenden Jahr wollen sie die Optimierungen erneut testen, um dann 2020 in die Marktreife einzutreten. Potenzielle Kunden gebe es weltweit reichlich, nicht nur im Nordseeraum, sagt Winkes. Er ist überzeugt: "Wir haben die günstigste Variante."

Doch die Niederländer wollen nicht nur Windräder installieren. Sie wollen auch genau das Gegenteil davon tun. Mit einer ähnlichen Technologie wollen sie ausgediente Anlagen abbauen. Dazu pumpen sie Seewasser in die Monopiles hinein - und pressen sie so Stück für Stück aus dem Meeresgrund heraus. Keine schlechte Idee. Denn schon bald müssen die ersten Offshore-Anlagen rückgebaut werden - inklusive Fundament.

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 Fistuca: Der Wasserhammer hämmert leise
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Vinnie 12. Dez 2018

"Dazu haben die die Holländer den Wasserhammer Blue 25M entwickelt." Habe gerade...

Kay_Ahnung 11. Dez 2018

Die aktuelle generation schafft 10 MW. http://www.mhivestasoffshore.com/innovations/

Anonymer Nutzer 11. Dez 2018

Ein Windrad auf dem Meer produziert bei gleicher Leistung deutlich mehr Energie, einfach...

Oh je 11. Dez 2018

Sicher nicht. Wenn die kein Patent angemeldet haben fresse ich einen Besen.



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