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Nur 268 Zulassungen

Es ist viel Aufmerksamkeit für ein Auto, das in Deutschland laut Kraftfahrtbundesamt bis Ende Januar gerade mal 268 Zulassungen verzeichnete.

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Krüger sieht zwei Gründe für die Probleme: Zum einen habe man sich zu wenig Zeit bei der Softwareentwicklung gelassen. Zum anderen wurde die kleine Servicemannschaft von der Vielzahl der Mails und Anrufe überrannt.

"Da hat sich Frust bei Kunden aufgestaut, weil sie keine Antworten bekamen", so Krüger. Dabei wurden Kunden beim Kauf informiert, dass der Wagen nicht mit allen Fahrfunktionen ausgeliefert wird.

Allerdings wurden Termine für Updates immer wieder verschoben. Im Herbst 2023 sollte der adaptive Tempomat funktionieren. Der kommt nun erst im Mai 2024. Auf der Fisker-Investorenseite informiert das Unternehmen über die Funktionsverbesserungen in den Updates.

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Die Version 2.0 ist das erste OTA-Update des Jahres und bringt unter anderem für die Allradversionen eine andere Kraftverteilung. Statt gleichmäßig den Antrieb auf beide Achsen zu verteilen, werden 55 Prozent auf die Heckachse gelegt. Das soll eine dynamischere Fahrweise ermöglichen.

Im Menü soll endlich eine Auswertung erscheinen, die zeigt, wie viel Energie das Solardach produziert. Auch der Vampirverlust soll von drei auf ein halbes Prozent pro Tag sinken. Fisker teilt dieses Update in drei Teile. So will man das Leerlaufen der Batterie verhindern.

Software kommt von Magna

In welcher der Update-Wellen ein Kunde dran ist, weiß man nur in der Zentrale in Kalifornien. "Eines Morgens hatte ich Teil 1 von Version 2.0 auf meinem Fahrzeug und konnte lediglich auf 'Annehmen' klicken", sagt Krüger.

Bereits im März soll Version 3.0, unter anderem mit dem Alexa-Sprachassistenten folgen. Für Mai ist 4.0 angekündigt. Mit der Version sollen alle Assistenzsysteme ihre volle Funktionalität erreichen.

Dabei programmiert Fisker die Software nicht selbst. Die Mitarbeiter in Kalifornien gestalten das Infotainment und somit die Benutzeroberfläche auf dem Bildschirm, der sich im Ocean vom Hochkant- zum Querformat drehen lässt.

Die Software für das Fahrzeug stammt vom Auftragsfertiger Magna. Ein Großteil der 60 Steuergeräte (ECU) im Ocean liefert der kanadisch-österreichische Konzern. Die Magna-Ingenieure müssen das Zusammenspiel und die Datenverarbeitung der Steuergeräte orchestrieren. Nur dann stehen den Nutzern sämtliche Funktionen zur Verfügung und es gibt keine Fehlermeldungen.

Produktion in Graz

Oliver Krüger war kürzlich zu Besuch in der Ocean-Produktion. Das E-Auto läuft zusammen mit dem BMW Z4 und Toyota Supra in Graz bei Magna vom Band. Kunden können zwischen den Ausführungen Extreme, Ultra und Sport wählen. Die hier produzierten Fahrzeuge haben bereits die ersten beiden Teile der Version 2.0 installiert.

Krüger zeigt in seinem Fabrikvideo, wie Hunderte Oceans vor der Produktionshalle stehen und auf ihren Weitertransport in die USA warten. Man kann nur hoffen, dem Unternehmen geht auf dem Weg nicht das Geld aus.

Auch die Pläne für weitere Modelle sind in Gefahr. Am Rande der IAA in München im vergangenen Herbst präsentierte Henrik Fisker drei neue E-Autos. Auf seinem Programm stehen ein Sportwagen, ein Pick-up-Truck als auch ein Einstiegsfamilienauto (ab 33.000 Euro).

Krüger hofft natürlich auf ein Überleben des Unternehmens. Jedes Update habe seinen Ocean ein Stück besser gemacht. Während einer Proberunde mit dem Autor dieses Artikels zeigte sich sein Ocean von der besten Seite.

Erst kürzlich absolvierte Krüger eine Geschäftsreise über 1.300 km von Hamburg nach Essen und von Dresden zurück in die Hansestadt mit dem Fahrzeug. "Fahren, Navigation, Schnellladen mit bis zu 170 kW, einfach alles hat funktioniert", resümiert der 58-Jährige.

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