Der erste Druck begeistert uns nicht
Schließlich sind wir soweit. Wir spannen das beiliegende Druckfilament ein, versorgen den Drucker über das beiliegende Laptop-Netzteil mit Strom und schließen die Steuerungseinheit per USB an den PC an. In der Software laden wir ein Druckobjekt; Fischertechnik liefert einige Beispieldateien mit, darunter auch Bauteile des eigenen Baukastensystems. Ein Designprogramm liefert Fischertechnik nicht mit, stellt aber einige Programme in seiner Anleitung vor.
Wir klicken den Drucken-Button an und der Drucker legt los. Gerade die ersten kritischen Schichten werden korrekt gedruckt. Dank der auf dem Drucktisch aufgeklebten Buildtak-Folie haften sie sehr gut. Die XY-Abmaße unseres Druckobjekts sehen exakt aus. Mit zunehmender Höhe des gedruckten Objekt wird aber ein Problem deutlich: Der Druckkopf fräst sich zunehmend in das noch warme und weiche Druckmaterial. Er bewegt sich bei einem Schichtwechsel nicht hoch genug.
Nachzählen löst das Problem
Wahrscheinlich drehen sich die beiden Gewinde zum Senken und Heben der Z-Achse nicht wie erforderlich. Wir prüfen das Spiel der Z-Achse, doch sie sitzt stabil. Wir prüfen, ob der Schrittmotor richtig angesteuert wird. Ob die mittlerweile relative warme Steuerungselektronik Probleme verursachen könnte? Fischertechnik gibt nach einer Rücksprache Entwarnung. Wir erhalten den Tipp, noch einmal großzügig zu schmieren. Doch auch das hilft nicht.
Auf die Lösung kommen wir eher durch Zufall: Die einzelnen Glieder der Antriebskette für die Gewinde müssen von Hand zusammengesetzt werden - es müssen 137 Glieder sein. Wir zählen nach und tatsächlich haben wir 139 verbaut, der Kettenantrieb hat zu viel Spiel. Nachdem wir zwei herausgenommen haben, klappt es auch mit der Z-Achse.
Bei der Fehlersuche kommt uns die offene Bauweise sehr entgegen. Wir können problemlos die Bewegungen der Mechanik verfolgen und auf Unregelmäßigkeiten achten oder den festen Sitz aller Bauelemente prüfen.
Fehlender Lüfter stört nicht nur an Sommertagen
Ein anderes Problem lässt sich allerdings prinzipbedingt nicht einfach lösen: Es fehlt ein Lüfter am Druckkopf. Bei flachen Objekten, Objekten mit nur geringe Wandstärken und ohne Schrägen beziehungsweise Überhängen fällt das nicht sehr auf. Je höher aber das Objekt, je massiver oder bei vielen kleinen Details, desto mehr macht sich das bemerkbar. Dann wird das Druckbild sehr unsauber, da die schon ausgedruckten Schichten nicht schnell genug abkühlen und sich verziehen
Wenn wir per Tischventilator eine zusätzliche Kühlung bereitstellen, können wir zum Beispiel das gern für Druckertests verwendete Benchy-Schiffchen in durchaus akzeptabler Qualität drucken. Ohne Lüfter ist das eher ein Glücksspiel. Nach einigen entmutigenden Versuchen verzichten wir darauf, die Test-Druckmodelle des US-Make-Magazins zu Ende zu bringen, ohne Lüfter haben wir hier keine Chance. Kleine, einfache Objekte, die auch innerhalb einer Schulstunde gedruckt werden können, klappen allerdings trotzdem. Erfolgserlebnisse sind für Schüler also möglich.
Auch wenn der fehlende Lüfter den Eindruck erweckt, der Drucker wäre von Laien konzipiert worden, andere Details sprechen dagegen. Um die Haftung des Druckobjektes auf dem Tisch zu verbessern, liegt Buildtak-Folie zum Aufkleben bei, die unter 3D-Druck-Profis beliebt ist und empfohlen wird. Teil des Sets ist auch ein Spachtel, um einen fertigen Druck einfacher vom Drucktisch zu lösen - ein preiswertes und nützliches Werkzeug, dessen Kauf Anfänger aber oft vergessen.
Auch die Elektronik überrascht in diesem Zusammenhang. Nachdem wir das Gehäuse aufgeschraubt haben, zeigt sich, dass Anschlüsse für einen Lüfter und ein beheiztes Druckbett zu Verfügung stehen. Es handelt sich bei der Platine auch nicht um eine Entwicklung von Fischertechnik, sie stammt vom deutschen 3D-Druckerhersteller German Reprap.
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Hallo, die Stabilität der FT Bauteile ist ja erst in zweiter Linie der Stabilität der FT...
Doch, das ist ja das Prinzip beim Prusa-Design.
... wenn man sie nur noch ein bißchen verbessert udn sie sich selbst replizieren können!
och, das dauert nur noch ein paar jahrzehnte, tintenstrahl und dann laser brauchten auch...