Firmware-Hacks: UEFI vereinfacht plattformübergreifende Rootkit-Entwicklung

Aktuelle Mainboards haben eine sehr ähnliche UEFI-Implementierung. Angriffe erleichtert dies erheblich, wie Hacker in Hamburg demonstriert haben.

Artikel veröffentlicht am ,
EFI und UEFI lösen das alte BIOS ab.
EFI und UEFI lösen das alte BIOS ab. (Bild: Intel)

Angriffe auf Firmware in Notebooks und Desktops werden immer einfacher - und damit auch das Platzieren von Rootkits, noch bevor das Betriebssystem und Anwendungen dort eingreifen können. Auf dem 31. Chaos Communication Congress haben Rafal Wjtczuk und Corey Kallenberg Angriffe auf typische Geschäftskundenrechner von HP und Lenovo demonstriert sowie auf ein Elitebook beziehungsweise Thinkpad. Die Angriffe sollen in ihren Tests auch mit anderen modernen PCs funktioniert haben.

Inhalt:
  1. Firmware-Hacks: UEFI vereinfacht plattformübergreifende Rootkit-Entwicklung
  2. Der System Management Mode ist die nächste Hürde zum Überschreiben des Flashspeichers

Voraussetzung ist laut den Experten ein vergleichsweise modernes Grundsystem mit einer UEFI-Implementierung und einem System Management Mode zur Initialisierung des Systems. Es soll wohl auch ältere Systeme mit Legacy-BIOS-Option betreffen, doch das haben die beiden Hacker nicht genau untersucht.

Schutzmaßnahmen mit Race Condition ausgehebelt

Eigentlich gibt es diverse Schutzmaßnahmen, die verhindern sollen, dass die Firmware ohne weiteres manipuliert werden kann. Die erste ist ein ganz normaler Schalter: Solange das BIOS_CNTL-Register dafür keine Erlaubnis gibt, darf die Firmware nicht manipuliert werden. Doch Wjtczuk und Kallenberg gelang es trotzdem, Schreiboperationen durchzuführen. Sie brauchten dafür nur wenige Millionen Versuche, was bei aktuellen CPUs kaum Zeit erfordert. Dabei nutzen die beiden Angreifer Multithreading aus. Ein Prozess in Form eines Kernel Drivers versucht unentwegt, den Register BIOS_CNTL umzuschalten, was vom System ständig abgewehrt wird.

Der andere Prozess führt gleichzeitig ununterbrochen Schreibversuche in der Firmware aus. Irgendwann gelingt dem zweiten Prozess der Zugriff auf die Firmware. Mit dem Überschreiben weniger Bytes wurde vor dem Publikum das Elitebook so weit beschädigt, dass es nicht mehr booten konnte. Für ein Unternehmen ist das schon ausreichend, um den Betrieb massiv zu schädigen, auch wenn kein Rootkit installiert wird.

Stellenmarkt
  1. Full Stack Java Software Developer (m/w/d)
    NOVENTI Health SE, Lübeck (Home-Office möglich)
  2. IT Netzwerk-Ingenieur (m/w/d)
    Techniker Krankenkasse, Hamburg
Detailsuche

Für den Angriff braucht es Administrationsrechte. Das Erlangen erweiterter Rechte in Betriebssystemen ist aber dank zahlreicher, fast schon monatlich auftauchender Sicherheitslücken für einen Angreifer kaum noch ein Hindernis. Dass der Angriff überhaupt möglich ist, liegt daran, dass betroffene Systeme nicht verhindern, dass ein Angreifer mehrere Millionen Mal versucht, das System zu manipulieren. Es ist sozusagen ein Brute-Force-Angriff, der sich leicht beseitigen ließe, wenn das System auffälliges Verhalten nach ein paar Versuchen unterbände.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Der System Management Mode ist die nächste Hürde zum Überschreiben des Flashspeichers 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Giga Factory Berlin
Warum Tesla auf über eine Milliarde Euro verzichten musste

Tesla kann die Milliarde Euro Förderung für die Akkufabrik Grünheide nicht beantragen - weil es sonst zu Verzögerungen beim Einsatz neuer Technik käme.

Giga Factory Berlin: Warum Tesla auf über eine Milliarde Euro verzichten musste
Artikel
  1. iPhone lädt Airpods: Apple soll an bidirektionalem Laden arbeiten
    iPhone lädt Airpods
    Apple soll an bidirektionalem Laden arbeiten

    Apple soll an Funktionen arbeiten, mit denen sich mobile Geräte gegenseitig laden lassen. Auch aus der Distanz soll das Laden künftig möglich sein.

  2. Doppelbildschirm: Kickstarterprojekt Slide brauchte 6 Jahre bis zum Erfolg
    Doppelbildschirm
    Kickstarterprojekt Slide brauchte 6 Jahre bis zum Erfolg

    Das Kickstarter-Projekt Slidenjoy kann nach 6 Jahren seinen Doppelbildschirm Slide für Notebooks ausliefern.

  3. Black Friday 2021 - Deals am Cyber Monday bei Amazon & Co.
     
    Black Friday 2021 - Deals am Cyber Monday bei Amazon & Co.

    Nach gut drei Wochen voller Rabatte und Schnäppchen endet heute Abend mit dem Cyber Monday die Black Friday Woche.
    Ausgewählte Angebote des E-Commerce-Teams

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Black Friday Wochenende • WD Blue SN550 2 TB ab 149€ • LG UltraGear 34GP950G-B 999€ • SanDisk Ultra 3D 500 GB M.2 44€ • Boxsets (u. a. Game of Thrones Blu-ray 79,97€) • Samsung Galaxy S21 128GB 777€ • Premium-Laptops • Cooler Master V850 Platinum 189,90€ • Astro Gaming Headsets [Werbung]
    •  /