Firmeneigenes 5G: 5G-Netze für die Industrie starten in den nächsten Tagen
Nach monatelangen Diskussionen startet in diesen Tagen die Vergabe von lokalen Frequenzen für firmeneigene 5G-Mobilfunknetze an Unternehmen. Das hat das Wirtschaftsministerium dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) bestätigt. Konzerne wie BMW, Volkswagen, Siemens, BASF und Bosch hatten Interesse an lokalen 5G-Frequenzen angekündigt.
Bislang sind die Kosten für den Aufbau eigener Netze schwierig zu beziffern. Konkrete Kalkulationen gibt es kaum. Laut Angaben des Mobilfunkdienstleisters Mugler sind für den Aufbau und Betrieb von lokalen 5G-Netzen über zehn Jahre bei einem Betrieb mit zwei Produktionshallen mit rund 350.000 Euro zu rechnen, während ein Flughafen mit Kosten von 3,3 Millionen Euro kalkulieren muss.
Deutschland hatte in diesem Jahr 5G-Frequenzen für 6,5 Milliarden Euro an die Netzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 Drillisch versteigert, einen Teil der Frequenzen im Bereich 3.700 MHz bis 3.800 MHz zur lokalen und regionalen Nutzung und bei 26 GHz aus der Auktion herausgenommen und für die Industrie, Forschung und Landwirtschaft reserviert.
Das Bundesfinanzministerium hatte in der Ressortabstimmung auf deutlich höhere Gebühren gedrängt, weshalb sich das Verfahren verzögert hatte. Das Bundesfinanzministerium, das anfangs fünf Mal höhere Gebühren gefordert hatte als die Bundesnetzagentur, gab seinen Widerstand jedoch auf.
Frequenzzuteilungen für Siedlungs- und Verkehrsflächen seien teurer als Frequenzzuteilungen für andere Gebiete. "Damit wird dem Bedarf an Frequenzkoordinierung Rechnung getragen und Frequenznutzungen in weniger dicht bebauten Gebieten bleiben wirtschaftlich interessant. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, dass innovative lokale 5G-Lösungen für Startups, landwirtschaftliche Betriebe, KMU sowie Industrieunternehmen verwirklicht werden können", hatte die Bundesnetzagentur erklärt.
Netzbetreiber im Breko (Bundesverband Breitbandkommunikation) könnten nun Geschäftskunden maßgeschneiderte Angebote machen, die sich nach deren Anforderungen wie Vernetzung mehrerer Standorte (Campuslösungen) oder Implementierung von Machine-to-Machine-Lösungen (M2M) richten und eine garantierte Netzabdeckung vor Ort bieten, sagte der baden-württembergische Netzbetreiber Netcom BW, eine Tochter des Energieversorgers EnBW.
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