Firmenchef: Voice over LTE bei der Telekom "kommt später"

Die Telekom braucht noch etwas Zeit, um Voice over LTE (VoLTE) in ihrem Mobilfunknetz in Deutschland anzubieten. Das sagte Niek Jan van Damme, Chef der Telekom Deutschland, am 4. September 2015 auf der Ifa in Berlin. Auf die Frage eines Journalisten zur Verfügbarkeit von Voice over LTE reagierte van Damme zuerst kurz irritiert. Dann erklärte er: "Voice over LTE ist noch in der genauen Prüfung. Wir lassen uns etwas mehr Zeit, weil wir es richtig machen wollen."
Bisher müssen LTE-Smartphones für Sprachtelefonie bei der Telekom noch auf die UMTS- oder GSM-Netze umschalten. Das nennt sich "Circuit Switched Fallback", hat Nachteile etwa beim Energiebedarf und gilt nur als Übergangslösung. VoLTE verspricht einen sehr schnellen Verbindungsaufbau und eine deutlich bessere Gesprächsqualität im Vergleich zu einem Anruf über das 2G-Netz.
Telekom ist bei VoLTE hintendran
Voice over LTE ist bereits seit April 2015 im gesamten LTE-Netz von O2 verfügbar. Seitdem schaltet Telefónica in Deutschland Smartphone-Modelle dafür frei, sobald die Hersteller eine VoLTE-fähige Firmware bereitstellen. Die Einführung von Voice over LTE sei der nächste wichtige Schritt für den Netzbetreiber, sagte Markus Haas, Chief Operating Officer von Telefónica in Deutschland. Vodafone hatte im März 2015 damit begonnen , sein Mobilfunknetz auf Voice over LTE umzustellen.
Im Juni 2015 hatte die Telekom ein Netzbetreiber-Update, mit dem eine neue Einstellung für Voice over LTE im iPhone-Menü dazukam, wieder zurückgezogen. Laut einem Bericht von iphone-ticker.de soll die Verteilung der Netzbetreibereinstellungen durch Apple erfolgt sein, ohne dass dies mit der Telekom abgestimmt gewesen sei.