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Firmen verärgert: Netzbetreiber schaltet PV-Anlagen ab und verhindert Eigenverbrauch

Unternehmen in Bayern sind verärgert, wenn sie ihre Photovoltaikanlage nicht für den Eigenbedarf nutzen können. Abhilfe ist nicht in Sicht.
/ Ingo Pakalski
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Es ist ärgerlich, wenn die eigene Photovoltaikanlage vom Netzbetreiber abgeschaltet wird. (Bild: Tobias Schwarz/AFP via Getty Images)
Es ist ärgerlich, wenn die eigene Photovoltaikanlage vom Netzbetreiber abgeschaltet wird. Bild: Tobias Schwarz/AFP via Getty Images

Wenn Unternehmen in Bayern besonders viel Strom mit Sonnenenergie erzeugen, droht ihnen die Abschaltung der Photovoltaikanlage. Der Bayerische Rundfunk(öffnet im neuen Fenster) berichtet exemplarisch über einen besonders heiklen Fall.

Die Spedition Greilmeier in Obertaufkirchen im Landkreis Mühldorf ließ eine gewaltige Photovoltaikanlage auf dem Dach bauen, die einen Großbatteriespeicher füllt. Damit wird eine Flotte an Elektro-Lkw betrieben, aber auch Kühlanlagen auf dem Gelände. Das alles wird auch über eine Solaranlage versorgt.

Allerdings werde der Spedition immer wieder die Photovoltaikanlage per Fernsteuerung abgeschaltet, und zwar vom Netzbetreiber Bayernwerk, weil das Stromnetz überlastet sei. Dann werde direkt an den Wechselrichtern auf dem Dach abgeregelt und nicht etwa erst am Netzanschluss. Der erzeugte Solarstrom könne dann nicht mehr von der Spedition genutzt werden.

Unternehmen haben kein Verständnis für die Abschaltung

"Warum führt so eine Netzabschaltung dazu, dass unsere Kühlanlage und unsere E-Lkw am eigenen Standort nicht den Strom unserer PV-Anlage nutzen können?", fragt sich Spediteur Christian Greilmeier. Er verweist darauf, dass der selbst verbrauchte Solarstrom das Gelände der Spedition nicht verlasse, das öffentliche Netz also gar nicht belaste.

"Wir sehen das tagtäglich in allen Netzgebieten", beschreibt Christoph Strasser das Problem. Sein Unternehmen Maxsolar habe viele Photovoltaikanlagen installiert und kenne solche Beschwerden auch von anderen Kunden: Der Netzbetreiber schalte den Eigenverbrauch gleich mit ab, weil es angeblich technisch nicht anders machbar sei.

Veraltete Technik macht Abschaltung erforderlich

Den Grund erklärt das Bayernwerk mit veralteter Technik im Stromnetz. Die dafür notwendige, digitale Technik dafür sei noch nicht flächendeckend ausgerollt. Bisher seien im gesamten Netzgebiet noch so genannte Funkrundsteuerempfänger im Einsatz. Dabei handelt es sich um eine Technik aus den 1990er Jahren, die auf analoge Funksignale zurückgreift. Laut Bayernwerk kann solch ein Fall überall in dessen Netz auftreten, wenn es lokale Engpässe gibt.

Nach Angaben einer Bayernwerk-Sprecherin würden "aktuelle gesetzliche Regelungen" eine Verteilung "intelligenter Steuerungstechnik" behindern.

Der Grünen-Landtagsabgeordnete Martin Stümpfig erhalte immer mehr Beschwerden von Unternehmen, deren Solaranlagen vom dortigen Netzbetreiber N-Ergie zwangsabgeschaltet würden.

Forderungen an das Bundeswirtschaftsministerium

Er fordert klarere Gesetze: "Das muss das Bundeswirtschaftsministerium liefern. Bei der Frau Reiche bin ich da aber nicht so guter Dinge." Der CSU-Landrat Maximilian Heimerl aus dem Landkreis Mühldorf habe sich bereits an Reiche gewendet und Abhilfe gefordert: "Wir brauchen Vorfahrt für den Eigenverbrauch, weil das einfach nicht nachvollziehbar ist, dass die Unternehmen den Strom, den sie selber produzieren, nicht auch selbst nutzen dürfen", empört sich Heimerl. Nach rund einem Monat habe er bisher keine Antwort erhalten.

Auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks erklärte Reiches Bundeswirtschaftsministerium, der Schutz des Eigenverbrauchs sei "grundsätzlich bereits nach geltendem Recht berücksichtigt". Sollten Unternehmen dennoch Probleme mit ihrem Netzbetreiber haben, könne "die Bundesnetzagentur diese Fälle gegebenenfalls überprüfen".

Der Sender wollte wissen, ob es Strafzahlungen für Netzbetreiber geben sollte, wenn sie die Digitalisierung verschleppten. Das Bundeswirtschaftsministerium gab bisher keine Antwort.


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