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Firefox: Mozilla steigert Einnahmen massiv

Mozilla spart deutlich bei den Ausgaben für Angestellte. Und die Einnahmen aus neuen Geschäftsfeldern wachsen weiter stark.
/ Sebastian Grüner
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Die Firefox-Macher profitieren wohl von einem neuen Deal mit Google. (Bild: Pixabay)
Die Firefox-Macher profitieren wohl von einem neuen Deal mit Google. Bild: Pixabay

Der Browserhersteller Mozilla hat seinen Geschäftsbericht für das Jahr 2021 veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) . Demnach stiegen die Gesamteinnahmen um mehr als 20 Prozent von zuvor knapp 497 Millionen US-Dollar auf rund 601 Millionen US-Dollar. Parallel dazu behält Mozilla den mit der Entlassung von 250 Angestellten im Jahr 2020 begonnenen Sparkurs bei.

Der Großteil der Einnahmen von Mozilla stammt laut Jahresbericht ( PDF(öffnet im neuen Fenster) ) weiterhin aus Verträgen mit Suchmaschinenanbietern für einen Platz im Browser. Diese fallen im Jahr 2021 mit rund 528 Millionen US-Dollar signifikant höher aus als noch im Jahr 2020 mit 421 Millionen US-Dollar. Die Steigerung dürfte dabei auf die Erneuerung des Such-Deals mit Google zurückzuführen sein, der erstmals 2021 wirksam geworden sein dürfte.

Wie schon in den Vorjahren weist Mozilla auf das Risiko der Konzentration seiner Einnahmen hin. Der mit 83 Prozent deutlich größte Anteil stammt demnach ausschließlich aus dem Vertrag mit Google im Vergleich zu 86 Prozent im Vorjahr. Der Browserhersteller schafft es damit weiter nur sehr langsam, seine Einnahmen zu diversifizieren und andere Einnahmequellen zu finden, die das Unternehmen unabhängiger machen.

Massive Steigerungen bei Pocket und VPN

Die Einnahmen aus dem Segment Abonnements und Werbegeschäft belaufen sich den Angaben zufolge inzwischen aber auf rund 57 Millionen US-Dollar im Vergleich zu rund 25 Millionen im Vorjahr. Das entspricht einer Steigerung um fast 130 Prozent. Das im Vorjahr vorgegebene Ziel einer Steigerung um 150 Prozent sowie auf 14 Prozent Anteil am Gesamtumsatz hat Mozilla damit zwar verfehlt.

Die Bemühungen zeigen jedoch, dass sich das Unternehmen mithilfe der neuen Angebote in einigen Jahre besser aufstellen könnte. Dieser Posten tauchte im Jahr 2017 erstmals auf und umfasst vor allem die Einnahmen, die Mozilla mit dem Dienst Pocket erwirtschaftet. Hinzu kommt der 2020 gestartete VPN-Dienst , der seit 2021 auch in Deutschland verfügbar ist. Mit dem VPN und weiteren Sicherheitsangeboten wie Firefox Relay erwirtschafte Mozilla inzwischen 4 Millionen US-Dollar(öffnet im neuen Fenster) .

Die Werbeeinnahmen generiert Mozilla über Anzeigen in der Neuer-Tab-Ansicht von Firefox, die das Unternehmen im Jahr 2021 wieder aufnahm , sowie auch über Werbeplätze in Pocket-Newslettern. Diese Einnahmen stiegen um 127 Prozent. Inzwischen mache die Werbung rund 10 Prozent der gesamten Einnahmen aus, heißt es im Geschäftsbericht.

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Sparkurs bei Entwicklung und Angestellten

Den größten Anteil der Ausgaben für das Jahr 2021 mit rund 199 Millionen US-Dollar machten weiter die Entwicklungskosten für die Software aus - das ist aber erneut eine deutliche Minderung im Vergleich zum Vorjahr mit rund 242 Millionen US-Dollar. Dieser Posten erreichte seinen höchsten Stand im Jahr 2019 mit rund 303 Millionen US-Dollar . Gehälter und Ähnliches umfassten dabei im Jahr 2021 rund 155 Millionen US-Dollar.

Weniger Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet Mozilla darüber hinaus auch im Bereich Management und Allgemeines, wo das Unternehmen mit rund 82 Millionen US-Dollar im Vergleich zu 137 Millionen US-Dollar deutlich weniger aufwandte als im Vorjahr.

Da die Entlassungen erst im August 2020 ausgesprochen wurden, dürfte der damit verbundene Effekt bei der Senkung der Ausgaben erst im berichteten Geschäftsjahr 2021 vollständig zum Tragen kommen. Zusammen mit weiteren Einsparungen reduzierte Mozilla seine Ausgaben von rund fast 500 Millionen US-Dollar im Jahr 2019 und 439 Millionen US-Dollar im Vorjahr auf nun 340 Millionen US-Dollar.


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