Firefox: Google ist weiterhin Standardsuchmaschine

Einen Tag, nachdem Mozilla bekanntgegeben hat, 250 Stellen wegen Covid streichen zu müssen, sickerte durch, dass Google und Mozilla ihren Such-Deal um 3 Jahre verlängert haben. Der bisherige Vertrag wäre Ende des Jahres ausgelaufen.
Für Mozilla ist der Platz als Standardsuchmaschine die größte Quelle für Einnahmen: in den vergangenen Jahren betrug der Anteil am Gesamtbudget von Mozilla zwischen 75 und 95 Prozent.
Für geschätzte 400 bis 450 Millionen Dollar pro Jahr hat Google sich den Suchplatz bei dem augenblicklich noch am weitesten verbreiteten Browserkonkurrenten hinter dem eigenen Browser Chrome gesichert. Allerdings hat Firefox während der Laufzeit des bisherigen dreijährigen Suchmaschinendeals eine Menge Marktanteil verloren - auf dem Desktopmarkt sank die Verbreitungsquote des Firefox um fast vier Prozent auf 7,8 Prozent, die mobile Version hat auf ihrem Markt lediglich ein einziges Prozent vorzuweisen.
Da es aber noch keine Details zu dem neuen Suchvertrag gibt, kann man derzeit nicht sagen, ob dies auch Auswirkungen auf die Konventionen hatte. Die durchgesickerten Informationen wurden inzwischen von einem Mozilla-Sprecher bestätigt: "Mozillas Suchpartnerschaft mit Google geht weiter. Google ist an vielen Orten auf der ganzen Welt der Standardsuchanbieter im Firefox-Browser. Wir haben die Partnerschaft kürzlich verlängert und die Beziehung ändert sich nicht."
Die gestrigen Entlassungen und angekündigten Veränderungen in der Strategie lassen aber darauf schließen, dass die Verhandlungen nicht allzu einfach waren. Die neue Fokussierung auf verkaufbare Produkte legen nahe, dass man im Jahr 2023, wenn der neue Deal ausläuft, nicht mehr so vollständig von den Einnahmen aus dem Suchplatz abhängig sein möchte. Die Zahl der Entlassungen dürfte ein Hinweis darauf sein, wie die finanziellen Prognosen für die nächsten Jahre mit dem neuen Suchdeal aussehen. Genaueres wird man aber wohl erst erfahren, wenn Mozilla das nächste Mal seine jährlichen Finanzdaten präsentiert. Das wird im November der Fall sein.



