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Firefox-Browser: Mozilla erklärt schwieriges Verhältnis zu Google

Im Verfahren gegen Google kommt nun Mozilla -Chefin Mitchell Baker zu Wort. Sie verweist auch auf den schwierigen Wettbewerb im Browsermarkt.
/ Sebastian Grüner
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Die Standardsuche im Firefox ist derzeit Google. (Bild: Pixabay)
Die Standardsuche im Firefox ist derzeit Google. Bild: Pixabay

Den Wechsel von Google zu Yahoo als Standardsuchmaschine im Firefox-Browser bezeichnet Mozilla-Chefin Mitchell Baker im derzeitigen Wettbewerbsprozess gegen Google als verlorene Wette. Das berichtet Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf eine vorher aufgenommene Aussage von Baker, die Google zum Zweck der Verteidigung während der Verhandlung am 1. November 2023 abspielen lies.

Das US-Justizministerium wirft Google vor, Wettbewerber bei Suchmaschinen wie Microsoft mit Bing oder DuckDuckGo unfair zu behindern, indem der Konzern für die Voreinstellung der Suchmaschine in Browsern bezahlt. Dafür gab der Konzern im Jahr 2021 insgesamt 26 Milliarden US-Dollar aus. Google widerspricht den Vorwürfen. Der Vertrag von Google mit Mozilla wird von beiden Seiten zur Unterstützung der jeweiligen Argumente genutzt.

Laut Mozilla ist Google besser als Yahoo

Ende des Jahres 2014 wechselte Mozilla im Firefox-Browser von der Google-Suche zum Angebot von Yahoo, dafür erhielt Mozilla jährlich 375 Millionen US-Dollar, wie Baker erneut bestätigte. Google hat demnach für den gleichen Zeitraum lediglich 276 Millionen US-Dollar angeboten. Darüber hinaus habe Yahoo versprochen, weniger Werbung in der Suche anzuzeigen und die Nutzer weniger zu tracken, was für Mozilla ebenfalls ein wichtiges Entscheidungskriterium für den Wechsel der Standardeinstellung gewesen sein dürfte.

Doch Mozilla war schnell unzufrieden mit dem Wechsel, kündigte den Vertrag mit Yahoo einseitig und wechselte 2017 zurück zu Google . Baker sagte jetzt dazu: "Das Sucherlebnis, das Yahoo den Firefox-Nutzern bot, verschlechterte sich." Und weiter: "Ich hatte das starke Gefühl, dass Yahoo nicht das Sucherlebnis lieferte, das wir brauchten und für das wir einen Vertrag abgeschlossen hatten."

Aus Sicht von Baker und Mozilla zeigte sich in der Phase mit Yahoo außerdem, dass Nutzer die Google-Suchmaschine sowie deren Ergebnisse wollten und erwarteten.

Schwierige Abhängigkeit von Google

Die Haupteinnahmequelle von Mozilla bleiben trotz zahlreicher Initiativen in den vergangenen Jahren weiterhin die Verträge mit Suchmaschinenanbietern. Google macht den wohl größten Teil davon aus. Mit rund 528 Millionen US-Dollar macht dieser immerhin 83 Prozent aller Einnahmen im Jahr 2021 aus .

Mozilla warnt in den Jahresberichten regelmäßig vor dieser Abhängigkeit, gab aber schon 2020 in Bezug auf das aktuelle Verfahren zu bedenken, dass ein Ende der Zahlungen wohl ein Ende von Mozilla selbst bedeuten könnten . Dieser "Kollateralschaden" wiederum könnte negative Folgen auf den Wettbewerb haben, so Mozilla seinerzeit. Baker verweist in ihrer Aussage nun darauf, dass der Vertrag mit den Suchmaschinenanbietern regelmäßig erneuert wird und Mozilla von mehr Wettbewerb profitieren würde. Derzeit untersucht Mozilla die Nutzung von Bing .

Im Wetterwerb der Browserhersteller sei Mozilla wegen der Vorauswahl der Browser auf Mobilgeräten klar im Nachteil, so Baker. Konkret bezieht sie sich auf Safari in iOS und Chrome in Android. Dazu sagte sie: "Allein mit einer App im App-Store ist es sehr schwierig, mit den vorinstallierten Standardanwendungen zu konkurrieren" . Nutzer müssten "eine bewusste Entscheidung treffen und eine Menge Arbeit investieren, um unser Produkt zu bekommen" .


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