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Fire OS 5: Fire-TV-Geräte erhalten großes Update

Amazon verteilt das neue Betriebssystem Fire OS 5 für das Fire TV und den Fire TV Stick der ersten Generation – und hat dabei viel verbessert. Es gibt aber auch neue Einschränkungen.
/ Ingo Pakalski
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Amazon verteilt Fire OS 5 auch für ältere Fire-TV-Geräte. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Amazon verteilt Fire OS 5 auch für ältere Fire-TV-Geräte. Bild: Martin Wolf/Golem.de

Mit einer Verspätung von einigen Monaten hat Amazon sein Betriebssystem Fire OS 5 für zwei seiner Streaminggeräte veröffentlicht. Das Fire TV der ersten Generation und der Fire TV Stick mit Bluetooth-Fernbedienung werden direkt von Fire OS 3 auf die Version 5.0.5 aktualisiert. Die neueren Geräte erhalten eine Aktualisierung von Version 5.0.4 auf 5.0.5: das Fire TV der zweiten Generation und der Fire TV Stick mit WLAN-Sprachfernbedienung .

Mit dem Update erreichen ein paar wesentliche Änderungen nun auch die älteren Geräte, die die neueren schon mit der Version 5.0.4 erhalten haben: Drahtlos kann jetzt mehr Zubehör mit den Fire-TV-Geräten verwendet werden, vor allem Fire-TV-Stick-Benutzer erhalten mehr Auswahl. Das Betriebssystem hält Apps jetzt länger im Speicher, so dass sie bei einem erneuten Aufruf nicht neu geladen werden. Zudem wird generell der Zugriff auf Sideloading-Apps erleichtert. Für Besitzer der neueren Geräte ändert sich weniger.

Update wird in mehreren Schüben verteilt

Das Update wird über das Internet auf die Fire-TV-Geräte gespielt. Das erfolgt in mehreren Schüben. Golem.de hat für ein Fire TV der ersten Generation, für das Fire TV der zweiten Generation und den neuen Fire TV Stick bereits die neue Version des Betriebssystems erhalten, aber noch nicht für einen Fire TV Stick der ersten Garde.

Der Fire TV Stick der ersten Generation ist fast identisch mit dem zweiten Modell, das gleich mit Fire OS 5 auf den Markt gekommen ist. Es unterscheidet sich vom ersten Modell nur durch seine WLAN-Fernbedienung, die auch die Sprachsuche unterstützt. Das erste Modell wird noch mit Bluetooth-Fernbedienung ohne Sprachsuche ausgeliefert.

Die Aktualisierung der betreffenden Geräte nimmt jeweils ungefähr zehn Minuten in Anspruch. Bei den neuen Modellen wird direkt im Anschluss an das Fire-OS-Update die WLAN-Fernbedienung mit einer neuen Firmware bespielt. Das erfolgt automatisch und ist nach etwa einer Minute abgeschlossen.

Die Menüstruktur wurde verändert

Mit Fire OS 5.0.5 verändert Amazon im Vergleich zu 5.0.4 die Menüstruktur der obersten Ebene des Startbildschirms. Die Einträge Prime Video, Watchlist und Bibliothek verschwinden aus der obersten Ebene und im Gegenzug gibt es einen neuen Eintrag mit dem Titel "Meine Videos". Darin werden die oben genannten Einträge gebündelt, der Nutzer findet hier also seine Watchlist, alle Prime-Inhalte sowie gekaufte und ausgeliehene Videos.

Mit diesem Schritt wird die Hauptebene des Startbildschirms deutlich übersichtlicher, allerdings ist die Watchlist etwas mühsamer zu erreichen. An der Funktion der Watchlist gibt es keine Verbesserungen, es gibt also weiterhin keine Möglichkeit, sich dort nur die Prime-Inhalte anzusehen. Das wirkt jetzt noch inkonsistenter, weil ansonsten in "Meine Videos" nur Prime-Inhalte zu finden sind, wenn der Kunde keine Videos gekauft oder geliehen hat.

Auch eine Kategorisierung oder eine Ordnerfunktion fehlt der Watchlist weiterhin. Das gilt auch für alle erworbenen Videos. Bei entsprechend vielen Einträgen ist es also weiterhin recht mühselig, in den Listen das Passende zu finden. Die Bereiche Filme und Serien sind weiterhin auf der Hauptebene vorhanden und enthalten dann Rubriken mit Prime-Inhalten. Ansonsten bietet Fire OS 5.0.5 im Vergleich zu Fire OS 5.0.4 keine wesentlichen Neuerungen, die folgenden Änderungen gelten also für Nutzer, die von Fire OS 3 auf 5 wechseln.

Verbesserungen bei Netflix-App und Sideloading-Apps

Die Netflix-App bleibt nach der Aktualisierung auf Fire OS 5 auch beim Fire TV der ersten Generation länger im Speicher als bisher. Noch mit Fire OS 3.x gab es einen kompletten Neustart der Netflix-App, falls der Anwender mal kurz zur Fire-TV-Oberfläche gewechselt ist. Das war dann mit entsprechenden Wartezeiten verbunden. Unter Fire OS 5 ist die Netflix-App nach dem Aufrufen sofort wieder einsatzbereit, auch der Start einer anderen App ändert daran nichts.

Bequemerer Zugriff auf Sideloading-Apps

Eine entscheidende Neuerung hat Amazon mit Fire OS 5.0.4 eingeführt: Seitdem können Sideloading-Apps einfacher als bisher aufgerufen werden. Dabei handelt es sich um Apps, die nicht über Amazons App-Shop installiert wurden. Statt diese Apps mühsam in den Systemeinstellungen zu suchen, können diese nun über den Apps-Bereich der Fire-OS-Oberfläche gestartet werden. Im Aktuell-Bereich auf der Fire-OS-Startbildschirmseite werden Sideloading-Apps allerdings weiterhin nicht gelistet.

Mit Fire OS 5 erhält das Betriebssystem Unterstützung für eine WLAN-Anmeldung im WPS-Verfahren. Der Anwender erspart sich damit das mühsame Eintippen langer SSID-Kennwörter über die Bildschirmtastatur. Neben der WPS-Push-Methode erlaubt Fire OS 5 auch die Anmeldung via WPS PIN.

Mehr Bluetooth-Zubehör mit Fire TV Stick nutzbar

Nach dem Wechsel auf Fire OS 5 können die neuen WLAN-Zubehörgeräte auch mit den älteren Fire-TV-Geräten verwendet werden. Dazu gehören die neue WLAN-Fernbedienung und der WLAN-Spielecontroller. Bislang konnte Zubehör drahtlos nur über Bluetooth mit den Fire-TV-Geräten verbunden werden. Wer ein Fire TV der ersten Generation besitzt, kann dadurch wieder einen Amazon-Spielecontroller dafür kaufen. Das Bluetooth-Modell bietet Amazon bereits seit langem nicht mehr an.

Besitzer eines Fire TV Sticks der ersten Generation erhalten außerdem die Möglichkeit, mehr Bluetooth-Zubehör als bisher mit dem Gerät zu verwenden. Bislang können nur Bluetooth-Fernbedienungen oder ein Bluetooth-Spielecontroller mit dem Fire TV Stick verwendet werden. Erst mit dem Update auf Fire OS 5 lassen sich Kopfhörer, Tastaturen und Mäuse per Bluetooth mit dem Stick koppeln. Besitzer eines Fire TV der ersten Generation kennen diese Möglichkeiten bereits länger. Allerdings unterstützt Fire OS 5.0.5 im Unterschied zu Fire OS 3.x keine deutschen Tastaturlayouts, so dass das Tippen entsprechend mühselig ist.

Pfad für externen Speicher ändert sich

Für Besitzer eines Fire TV ändert sich intern etwas, das zu anfänglichen Problemen führen kann. Wer Apps verwendet, die auf Daten auf einem externen Speicher zugreifen, muss diese bei Bedarf anpassen. Denn der Pfad zum externen Speicher wurde geändert, so dass die betreffende App die betreffenden Daten nicht mehr ohne weiteres findet. Wer keine solchen Apps verwendet, merkt von der Änderung nichts. Auf einen externen Speicher ausgelagerte Apps funktionieren weiterhin und sind davon nicht betroffen.

Beim Tuning der Fire-TV-Geräte gibt es ebenfalls einige Änderungen, die möglicherweise Umstellungen erforderlich machen. Weiterhin werden ADB-Verbindungen unterstützt, allerdings kann immer nur eine aktive ADB-Verbindung genutzt werden. Das wird dann zum Problem, falls eine App dauerhaft eine ADB-Verbindung nutzt. Das ist etwa beim Fire Starter der Fall, einem alternativen Programmstarter für Fire-TV-Geräte. Der Programmierer von Fire Starter hat frühzeitig auf das Problem reagiert und seine App bereits vor Monaten angepasst, so dass die App reibungslos auf Geräten mit Fire OS 5 funktioniert.

Falls der Aufbau einer ADB-Verbindung nicht möglich ist, kann es daran liegen, dass die eine Verbindung bereits dauerhaft von einer anderen App verwendet wird. Dann hilft es, sie manuell zu beenden und in den Entwickleroptionen die ADB-Einstellung kurzzeitig aus- und wieder einzuschalten.

Amazons neue Version des Betriebssystems für die Fire-TV-Geräte und die Fire-Tablets basiert jetzt auf Android 5.1 alias Lollipop. Das bisherige Fire OS 3 beruht noch auf Android 4.2 alias Jelly Bean. Ein Fire OS 4 wurde für die Fire-TV-Geräte nie angeboten.

Fire OS 5 nutzt inkrementelle Updates

Mit Fire OS 5 setzt Amazon auf inkrementelle Updates. Für Fire OS 3 musste immer das gesamte Betriebssystem heruntergeladen werden, bei der neuen Version werden nur noch die Teile des Betriebssystems aus dem Internet bezogen, die auch ausgetauscht werden.

Das bedeutet, dass Updates deutlich kompakter sind und weniger Daten übertragen werden müssen. Während ein Update für ein Fire-OS-3-Gerät durchaus mal 500 MByte groß war, passen die letzten Fehlerkorrekturen für Fire OS 5 in Archive mit weniger als 100 MByte. Wurde ein Fire-TV-Gerät mit Fire OS 5 längere Zeit nicht aktualisiert, dann wird automatisch ein Update nach dem anderen installiert, bis das System wieder auf dem aktuellen Stand ist.


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