Fire Max 11 im Test: Wir können so nicht arbeiten, Amazon
Amazons Fire-Tablets sind nicht unbedingt dafür bekannt, sich gut für Produktivitätsaufgaben zu eignen. Dennoch versucht Amazon es mit dem neuen Fire Max 11(öffnet im neuen Fenster) erneut: Das Tablet ist in einem Produktivitäts-Bundle mit Tastatur und Eingabestift erhältlich. Wir haben uns die Kombination angeschaut und festgestellt, dass auch das Fire Max 11 kein Arbeits-Tablet ist. Das liegt nicht daran, dass Stift und Tastatur schlecht wären.
Das Fire Max 11 sticht mit einem formschönen, etwas kantigen Metallgehäuse aus dem abgerundeten Kunststoffeinerlei heraus, das für Fire-HD-Tablets üblich ist. Das Tablet ist mit 7,5 mm dünn, das Display hat eine Diagonale von 11 Zoll mit einer Auflösung von 2.000 x 1.200 Pixeln. Dies entspricht einem schmalen Format von 5:3, darauf kommen wir beim Thema Produktivität noch einmal zurück.
Die Farben des LC-Bildschirms sind gut, die Helligkeit reicht im hellen Tageslicht gerade noch aus, um Videos zu schauen. HDR scheint das Tablet nicht zu unterstützen, zumindest wurde eine Serie in HDR bei Amazon nicht entsprechend wiedergegeben. Das Bild an sich ist aber gut, vor allem ist der Bildschirm blickwinkelstabil. Das schmale Format eignet sich zudem für moderne Filmformate, die in aller Regel breit sind.
Lautsprecher sind gut positioniert
Auch der Sound des Tablets gefällt uns: Die beiden Lautsprecher sind auf der Oberseite eingebaut und bieten einen lauten Klang. Die Bässe sind nicht besonders stark, insgesamt ist der Sound aber gut. Praktisch ist die Positionierung der Lautsprecher: Halten wir das Tablet im Querformat, wie bei Filmen üblich, verdecken wir sie nicht.
Das Fire Max 11 ist Amazons bisher leistungsstärkstes Tablet: Im Inneren steckt Mediateks MT8168, ein Achtkernprozessor mit zwei Cortex-A78-Kernen mit 2,2 GHz Taktrate und sechs Cortex-A55-Kernen mit 2 GHz. Dazu kommen 4 GByte Arbeitsspeicher und bis zu 128 GByte Flash-Speicher. Ein Steckplatz für Micro-SD-Karten ist vorhanden.
Die Benutzeroberfläche läuft entsprechend flüssig, auch mehrere geöffnete Apps sind auf dem Tablet kein Problem. Bekannt ist die UI von anderen Fire-Geräten, die ist wieder voll auf die Mediennutzung zugeschnitten, vor allem auch auf Amazons Streaming-Angebot. Uns stören einige Dinge: Fire OS 8 erlaubt weiterhin keine Gestensteuerung, stattdessen gibt es nur eine Navigationsleiste am unteren Bildschirmrand. Fast alle Hersteller sind mittlerweile zur guten Android-Gestensteuerung gewechselt, wir finden die Leiste unpraktisch.
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Wir haben bei Fire OS immer das Gefühl, dass uns Amazon etwas verkaufen will – was wahrscheinlich auch so ist: Die Empfehlungen sind omnipräsent und für unseren Geschmack etwas zu aufdringlich. Außerdem ist das Layout des Startbildschirms mehr oder weniger vorgeschrieben, eine individuelle Anpassung gibt es nicht. Es gibt auch keine Taskbar, mit deren Hilfe wir schnell eine andere App aufrufen könnten. Google und Apple verwenden eine derartige Leiste bei deren Tablets, was auch das Multitasking erleichtert.
Fire OS ist kein Produktivitätssystem
Im Zuge der Produktivitätsoffensive halten wir die Oberfläche des Tablets insgesamt nicht mehr für zeitgemäß. Das merken wir vor allem, wenn wir die Tastatur an das Tablet anschließen und mithilfe des Trackpads navigieren wollen: Anders als etwa Apple bei seinen iPads oder auch Google beim Pixel Tablet macht sich Amazon nicht die Mühe, die Nutzung anzupassen. Es gibt zwar ein paar Wischgesten, das Trackpad ist aber sehr klein. Obendrein ersetzt der Mauszeiger im weitesten Sinne nur unseren Finger auf dem Touchpad.
Bedienung der Tastatur macht Spaß, die per Touchpad nicht
Die Aufteilung des Startbildschirms in eine Startseite und eine Bibliothek mit Shortcuts zu unseren Büchern und bei Prime Video geschauten Serien ist für die Maus- oder Touchpadbedienung nicht ausgelegt: Abstände sind zu groß und es sind zu viele Wischbewegungen notwendig. Die Tastatur an sich gefällt uns gut, Texte lassen sich bequem darauf tippen. Es gibt eine Reihe von Funktionstasten, mit denen wir unter anderem auch zum Startbildschirm zurückkehren können. Die Tastatur wird magnetisch am unteren Rand des Tablets befestigt, die Verbindung erfolgt per Pogo-Pins.
Das Tastatur-Cover besteht aus zwei Teilen, die Rückseite wird separat magnetisch am Tablet befestigt. Im Grunde ist sie nur ein großer Ständer, der sich bis über 100 Grad schwenken lässt – und auch ohne die Tastatur funktioniert. Der Blickwinkel auf den Bildschirm lässt sich sehr gut einstellen. Das Tastatur-Cover samt Ständer sollte auf einer planen Oberfläche verwendet werden, auf dem Schoß ist das Gespann – wie bei anderen derartigen Lösungen – nicht stabil.
Wie den anderen Amazon-Tablets fehlt auch dem Fire Max 11 von Hause aus eine umfangreiche App-Auswahl wie beim Play Store, da nur der Amazon-App-Store installiert ist. Das fällt bei Produktivitäts-Apps besonders auf. Wer auf der Arbeit Slack oder Asana verwendet, wird die entsprechenden Android-Apps nicht im Amazon-Store finden. Wir vermissen auch Anwendungen im Unterhaltungsbereich, etwa Apps von Kopfhöreranbietern.
Keine vorinstallierte Notiz-App
Ärgerlich ist, dass Amazon nicht einmal eine Notiz-App vorinstalliert hat, die wir mit dem Tastatur-Cover oder dem Eingabestift verwenden könnten. Vorinstalliert ist Microsoft 365, ohne Konto ist aber auch das nicht sonderlich nützlich. Im Amazon-Store gibt es zwar Notiz- und Zeichen-Apps, zumindest ein vorinstalliertes kleines Schreibprogramm von Amazon hätten wir uns schon gewünscht.
Wer im Amazon-Store nicht vorhandene Apps trotzdem auf dem Fire-Tablet verwenden möchte, kann manuell den Play Store von Google installieren. Wir fänden es angenehmer, wenn Amazon selbst vor allem im Produktivitätsbereich die Auswahl verbessern würde – vor allem vor dem Hintergrund, dass viele Kunden wohl nicht erst den Play Store nachinstallieren wollen.
Beim Arbeiten auf dem Fire Max 11 kommt uns das Bildschirmformat nicht besonders entgegen: Das sehr breite und dafür in der Höhe schmale Display eignet sich super zum Videoschauen, aber weniger gut für das Schreiben von Texten oder das Lesen im Querformat. Entsprechend verwenden wir das Tablet in Verbindung mit dem Tastatur-Cover. Etwas mehr Höhe hätten wir sinnvoller gefunden.
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Der USI-2.0-zertifizierte Eingabestift unterstützt 4.096 Druckstufen und mit passender Zeichen-App Neigungen bis 45 Grad. Die Latenz beim Schreiben ist nicht so gut wie bei einem iPad mit Apple Pencil 2, doch insgesamt lassen sich mit dem Stift gut handschriftliche Notizen anfertigen. Der eingebaute Button schaltet die Radierfunktion ein. Der Stift lässt sich magnetisch an der Seite des Tablets befestigen, wird dabei aber nicht geladen. Stattdessen wird eine mitgelieferte AAAA-Batterie eingelegt, die Amazon zufolge sechs Monate halten soll.
Amazon Fire Max 11: Verfügbarkeit und Fazit
Das Fire Max 11(öffnet im neuen Fenster) kostet mit 64 GByte Speicher und Werbeeinblendungen 270 Euro, ohne Werbung 285 Euro. Mit 128 GByte Speicher erhöht sich der Preis jeweils auf 300 und 315 Euro. In dem von uns getesteten Produktivitäts-Bundle mit Tastatur und Stift steigt der Preis der 64-GByte-Version auf 395 Euro beziehungsweise 410 Euro ohne Werbung. Die 128-GByte-Version kostet dann 425 beziehungsweise 440 Euro.
Fazit
Das Fire Max 11 von Amazon ist ein gutes Tablet, wenn man es ausschließlich als Fire-Tablet betrachtet, also als ein Tablet, das hauptsächlich für Unterhaltungszwecke gedacht ist. Dann passt die Benutzeroberfläche mit ihrem auf Streaming und andere Inhalte fokussierten Aufbau, das breite und schmale Display und die App-Auswahl im Amazon-Store.
Als Produktivitäts-Tablet sehen wir auch das Fire Max 11 nicht, trotz des ausreichend schnellen Chips und der guten Tastatur samt praktischem Ständer. Uns fehlen die notwendigen Apps, die für eine breite Nutzerklientel im Office-Alltag notwendig wären. Zudem ist Fire OS nicht auf die Nutzung mit einem Trackpad ausgelegt.
Das Bildschirmformat ist für das Schreiben und Lesen von Texten im Querformat nicht geeignet. Auch hätten wir uns ein umfangreicheres Multitasking gewünscht, oder überhaupt eine Taskleiste, über die wir bestimmte Apps schnell aufrufen können. Amazon installiert nicht mal eine Notiz-App vor.
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Für das Produktivitätszubehör verlangt Amazon 125 Euro. Angesichts der Preise, die andere Hersteller für Zubehör aufrufen, ist das nicht viel, allein der Apple Pencil 2 kostet 150 Euro. Trotzdem lohnt sich die Anschaffung unserer Meinung nach nicht, da Produktivität mit dem Fire Max 11 schlicht nicht zufriedenstellend möglich ist – zumindest, wenn es über gelegentliches Tippen einer E-Mail hinausgehen soll.
Wer weit verbreitete Apps wie Asana oder Slack verwendet, wird mit Fire Max 11 nicht glücklich werden. Wer ein gut designtes Tablet fürs Videostreaming haben möchte, sollte sich das Gerät hingegen ruhig genauer anschauen: Als Unterhaltungs-Tablet gefällt uns das Fire Max 11 durchaus. Aber auch dann müssen Nutzer mit der geringeren App-Auswahl klarkommen.
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