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Fintech: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen N26

Der Verdacht auf Geldwäsche gegen N26 hält sich weiterhin. Die Finanzaufsicht beobachtet das Unternehmen.
/ Daniel Ziegener
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Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt gegen N26-Verantwortliche. (Bild: Unsplash)
Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt gegen N26-Verantwortliche. Bild: Unsplash

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat Ermittlungen gegen mehrere Führungskräfte von N26 eingeleitet, wie das Handelsblatt berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Es ginge dabei um den Verdacht der betrügerischen Nutzung von Konten. Eine Sprecherin der Behörde sagte gegenüber der Zeitung, das Verfahren richte sich gegen vier Verantwortliche des Banking-Start-Ups.

Im vergangenen Jahr musste N26 eine Millionenstrafe zahlen, weil man nicht entschieden gegen Verdachtsfälle vorgegangen sei(öffnet im neuen Fenster) . Die Bankenaufsicht Bafin verhängte ein Bußgeld in Höhe von 4,25 Millionen Euro. N26 versicherte damals in einer Pressemitteilung, dass alle von der Bafin geforderten Verbesserungen zu den Meldungen verdächtiger Aktivitäten "vollumfänglich umgesetzt" seien.

Berichte, nach denen Konten der Onlinebank auffällig häufig im Zusammenhang mit Geldwäsche-Verfahren stehen(öffnet im neuen Fenster) , sind nicht neu. Schon im November 2021 ordnete die Bafin eine Wachstumsbeschränkung für N26 an(öffnet im neuen Fenster) . "Die Mängel im Risikomanagement liegen im starken Wachstum der Bank begründet" , heißt es von der Behörde. N26 darf nur noch 50.000 Neukunden pro Monat aufnehmen.

Auch die Solarisbank steht unter kritischer Beobachtung(öffnet im neuen Fenster) der Finanzdienstleistungsaufsicht. Auch bei dieser Bank war die Zahl der Geldwäsche-Verdachtsverfahren bei den Landeskriminalämtern im letzten Jahr deutlich gestiegen. Bis Mitte des Jahres soll die Untersuchung der Bafin abgeschlossen sein.

Kritik von innen und außen – aber kaum Schaden

Kritik an N26 kam in der Vergangenheit nicht nur von außen. 2020 wählten die Beschäftigten gegen Widerstände der Geschäftsführung einen Betriebsrat . Besonders der Kundenservice beklagte eine zu hohe Arbeitsbelastung. Die Geschäftsführung hatte versucht, die Wahl mit einer einstweiligen Verfügung zu verhindern.

Weder diese innerbetrieblichen Konflikte, Millionenverluste(öffnet im neuen Fenster) , noch die Beobachtung durch die Bafin haben N26 bisher sichtlich geschadet. Im Oktober gab das Unternehmen neue Finanzierungen über mehr als 900 Millionen US-Dollar bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Das Fintech-Unternehmen ist eines der höchstbewerteten Start-Ups in Deutschland.


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