Finfisher: Trojanerhersteller geht in Insolvenz und wechselt Namen

Der Staatstrojanerhersteller Finfisher ist insolvent. Das ist offenbar aber keine echte Pleite des Unternehmens.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Trojanerhersteller Finfisher ist offiziell insolvent.
Der Trojanerhersteller Finfisher ist offiziell insolvent. (Bild: Pixabay)

Wie erst jetzt bekannt wurde, hat das Amtsgericht München als zuständiges Registergericht bereits am 2. Dezember 2021 offiziell ein Insolvenzverfahren bei der Finfisher GmbH eingeleitet und einen Insolvenzverwalter bestellt. Finfisher ist als Hersteller von Spyware und Trojanern bekannt, die unter anderem auch von deutschen Behörden eingesetzt werden.

Die Insolvenz des Trojanerherstellers wurde auf Twitter schnell begrüßt, schließlich wird das Unternehmen von vielen Seiten immer wieder für seine Geschäfte kritisiert. Bei der aktuellen Insolvenz könnte es sich aber auch nur um ein geschicktes Manöver handeln, um die derzeitigen - auch juristischen - Probleme von Finfisher schnell und vergleichsweise unkompliziert zu lösen.

Denn die Finfisher Holding, die als Mutterkonzern der Finfisher GmbH agiert, wurde vor einiger Zeit zu Vilicius Holding GmbH umbenannt, wie findige Twitter-Nutzer schnell herausgefunden haben. Es scheint also möglich, dass das Insolvenzverfahren zum einen dazu dienen könnte, das angeschlagene Tochterunternehmen abzuwickeln. Zum anderen könnte die Holding unter neuem Namen und eventuell mit neuen Tochterunternehmen künftig weiter ähnliche Geschäfte machen wie bisher.

Im Oktober 2020 gab es eine Durchsuchung von Finfisher. Der Hersteller steht im Verdacht, illegal Software exportiert zu haben. Ermittler des Zollkriminalamts durchsuchten damals 15 Wohn- und Geschäftsräume im In- und Ausland.

Bereits vor fast zwei Jahren stellten mehrere Organisationen Strafanzeige gegen Finfisher. Das Münchner Firmenkonglomerat soll die Spionagesoftware Finspy ohne Genehmigung der Bundesregierung an die türkische Regierung verkauft haben. Das Unternehmen ging daraufhin auch juristisch gegen Netzpolitik.org vor.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
27, 32 und 34 Zoll
Warum OLED-Monitore (noch) nichts fürs Büro sind

Hersteller bringen ihre OLED-Panels in immer besseren Displaygrößen heraus. Damit sie sich im Büro etablieren, muss aber noch viel passieren.
Eine Analyse von Oliver Nickel

27, 32 und 34 Zoll: Warum OLED-Monitore (noch) nichts fürs Büro sind
Artikel
  1. Börsenkurs fällt: Googles Chatbot Bard patzt in der ersten Präsentation
    Börsenkurs fällt
    Googles Chatbot Bard patzt in der ersten Präsentation

    Googles Chatbot Bard ist in einem Werbevideo angeteasert worden - und hat falsche Antworten geliefert. Der Aktienkurs von Alphabet fiel.

  2. Nach Drohneneinsätzen: SpaceX schränkt Starlink für das ukrainische Militär ein
    Nach Drohneneinsätzen
    SpaceX schränkt Starlink für das ukrainische Militär ein

    Das ukrainische Militär hat Starlink unter anderem zur Steuerung von Angriffsdrohnen genutzt. Das will SpaceX verhindern.

  3. Start in Europa: Netflix-Zusatzgebühr für Konten-Sharing kostet 5,99 Euro
    Start in Europa
    Netflix-Zusatzgebühr für Konten-Sharing kostet 5,99 Euro

    Netflix weitet die Aktivitäten gegen Konten-Sharing aus. Erstmals wird in Europa eine Zusatzgebühr dafür erhoben - vorerst noch nicht in Deutschland.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Finale der PCGH Cyber Week • MindStar: XFX RX 6950 XT 799€ • Neue Tiefstpreise DDR4/DDR5 • Lenovo 27" WQHD 165 Hz 299,99€ • Philips OLED TV 55" 120 Hz Ambilight -39% • Samsung SSD 2TB Heatsink (PS5-komp.) 189,99€ • Gaming-Monitore bis 44% günstiger • Roccat Vulcan 121 Aimo 139,99€ [Werbung]
    •  /