Abo
  • Services:

Finfisher-Angriff auf deutsche IP: Bundesanwaltschaft prüft Verdacht gegen Bahrain

Mit der Spionagesoftware FinFisher sollen von Bahrain aus auch deutsche IP-Adressen ausspioniert worden sein. Dies könnte nun rechtliche Konsequenzen haben.

Artikel veröffentlicht am ,
Diese deutsche IP-Adresse soll von Bahrain aus ausspioniert worden sein.
Diese deutsche IP-Adresse soll von Bahrain aus ausspioniert worden sein. (Bild: Bahrainwatch.org/Screenshot: Golem.de)

Der Generalbundesanwalt prüft den Einsatz der Spionagesoftware Finfisher gegen Ziele in Deutschland. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei (Antwort 5) hervor, die von netzpolitik.org veröffentlicht wurde. "Die (Medien-)Hinweise auf Ausspähaktivitäten durch fremde Geheimdienste unter Nutzung der Software Finfisher sind Gegenstand eines Beobachtungsvorgangs des Generalbundesanwalts beim Bundesgerichtshof, in dem geprüft wird, ob ein Anfangsverdacht einer geheimdienstlichen Agententätigkeit zu bejahen ist", schreibt die Regierung. Die Prüfungen seien jedoch noch nicht abgeschlossen. Eine Sprecherin des Generalbundesanwalts in Karlsruhe wollte auf Anfrage von Golem.de keine Stellung zu dem Verfahren nehmen.

Stellenmarkt
  1. Freie und Hansestadt Hamburg, Hamburg
  2. Versicherungskammer Bayern, Saarbrücken, München

Hintergrund der Prüfung ist der Hack eines Servers von Finfisher (früher Gamma International), bei dem 40 Gigabyte an Daten im Internet veröffentlicht worden waren. Die Aktivistengruppe Bahrain Watch hatte anschließend die enthaltenen Logfiles ausgewertet und nach eigenen Angaben mehrere ausgespähte Oppositionelle namentlich identifiziert. In dem Datenpaket fand sich unter anderem eine Liste von 77 Computern, die infiziert worden sein sollen. Die Liste enthielt den Namen des infizierten Computers, den Nutzernamen, die IP-Adresse, den Zeitpunkt der Infektion und das Betriebssystem des Rechners. Bahrain Watch geht davon aus, dass es sich bei dem Finfisher-Kunden um eine Regierungsstelle des Inselstaates im Persischen Golf handelt.

IP-Adressen in Mittelhessen lokalisiert

Die genannte IP-Adresse 217.86.164.76 gehört dabei zum Netz der Deutschen Telekom und wird laut geoiptool.com in Mittelhessen zwischen Marburg und Kassel verortet. Einem Bericht von Capital zufolge fanden sich in den geleakten Daten rund 2.500 IP-Adressen, die von Bahrain aus ausgespäht wurden. Davon 15 in Deutschland. Von diesen ließen sich 13 Adressen in der Region um das hessische Wetzlar lokalisieren.

Die Erfolgsaussichten im Falle eines Verfahrens dürften wohl eher gering sein. Das hat sich auch bei den Ermittlungen zum Abhören des Handys von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gezeigt. In diesem Fall könnte eine Anklage auch daran scheitern, dass es keine konkrete Person gibt, der das Abhören vorgeworfen werden kann. Kein Hinderungsgrund ist jedoch, dass das Ausspähen deutscher Ziele mit Finfisher vom Ausland aus erfolgte. Laut Paragraf 3, Nummer 4 des Strafgesetzbuches gehört geheimdienstliche Agententätigkeit zu den Taten, für die das deutsche Strafrecht auch dann gilt, wenn sie im Ausland begangen wurden.

Die Spähsoftware Finfisher wurde von der deutsch-britischen Firma Gamma Group entwickelt, die Firma Gamma International Sales GmbH in München wurde Ende 2013 in Finfisher GmbH umbenannt. Seit 2011 wurden zahlreiche Dokumente über das Spähprogramm veröffentlicht, das nach Recherchen von Medien und Aktivisten auch von autoritären Staaten zur Überwachung von Regimegegnern eingesetzt wird.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 27,99€
  2. 15,49€
  3. 2,99€
  4. 46,99€

Der Held vom... 18. Feb 2015

Wenn Mike Tyson mein Freund wäre, würde ich mit ihm darüber reden. Und die USA sind doch...

manitu 18. Feb 2015

Die Russen schon wieder. Ich wusste es.

jayrworthington 17. Feb 2015

Waterboarding, ok, aber sowas?? Das *muss* doch gegen die Genfer Konvention sein :-P

smirg0l 17. Feb 2015

Wenn Omi den nicht lässt, kann der gar nichts, selbst, wenn er wollte. Der darf nur...

Sinnfrei 17. Feb 2015

Leider konnte durch die fehlende Vorratsdatenspeicherung kein Beschuldigter ermittelt...


Folgen Sie uns
       


Microsoft Surface Go - Test

Das Surface Go mag zwar klein sein, darin steckt jedoch ein vollwertiger Windows-10-PC. Der kleinste Vertreter von Microsofts Produktreihe überzeigt als Tablet in Programmen und Spielen. Das Type Cover ist weniger gut.

Microsoft Surface Go - Test Video aufrufen
Augmented Reality: Das AR-Fabrikgelände aus dem Smartphone
Augmented Reality
Das AR-Fabrikgelände aus dem Smartphone

Derzeit ist viel von einer Augmented Reality Cloud die Rede. Golem.de hat mit dem Berliner Startup Visualix über den Stand der Technik und künftige Projekte für Unternehmenskunden gesprochen - und darüber, was die Neuerungen für Pokémon Go bedeuten könnten.
Ein Interview von Achim Fehrenbach

  1. Jarvish Motorradhelm bringt Alexa in den Kopf
  2. Patentantrag Apple plant Augmented-Reality in der Windschutzscheibe
  3. Magic Leap Lumin OS Erste Bilder des Betriebssystems für Augmented Reality

Mate 20 Pro im Hands on: Huawei bringt drei Brennweiten und mehr für 1.000 Euro
Mate 20 Pro im Hands on
Huawei bringt drei Brennweiten und mehr für 1.000 Euro

Huawei hat mit dem Mate 20 Pro seine Dreifachkamera überarbeitet: Der monochrome Sensor ist einer Ultraweitwinkelkamera gewichen. Gleichzeitig bietet das Smartphone zahlreiche technische Extras wie einen Fingerabdrucksensor unter dem Display und einen sehr leistungsfähigen Schnelllader.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Keine Spionagepanik Regierung wird chinesische 5G-Ausrüster nicht ausschließen
  2. Watch GT Huawei bringt Smartwatch ohne Wear OS auf den Markt
  3. Ascend 910/310 Huaweis AI-Chips sollen Google und Nvidia schlagen

Galaxy A9 im Hands on: Samsung bietet vier
Galaxy A9 im Hands on
Samsung bietet vier

Samsung erhöht die Anzahl der Kameras bei seinen Smartphones weiter: Das Galaxy A9 hat derer vier, zudem ist auch die restliche Ausstattung nicht schlecht. Aus verkaufspsychologischer Sicht könnte die Einstufung in die A-Mittelklasse bei einem Preis von 600 Euro ein Problem sein.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Auftragsfertiger Samsung startet 7LPP-Herstellung mit EUV
  2. Galaxy A9 Samsung stellt Smartphone mit vier Hauptkameras vor
  3. Galaxy J4+ und J6+ Samsung stellt neue Smartphones im Einsteigerbereich vor

    •  /