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Finanzsoftware: Wolkig mit Aussicht auf Neuheiten

Alles in die Cloud : Das Softwareunternehmen Sage bringt mehrere Produkte nach Deutschland und will dabei den Markt für Mietsoftware vorantreiben - mit Partnern wie Amazon und Microsoft .
/ Oliver Nickel
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Die Summit Tour führt Sage auch nach Berlin. (Bild: Sage)
Die Summit Tour führt Sage auch nach Berlin. Bild: Sage

Wolken treiben über dem Gasometer in Berlin, in dessen Fabrikhallen das Softwareunternehmen Sage Neuheiten und Trends im eigenen Produktportfolio vorstellt. Das passt: Um die Cloud soll sich das Partner-Event des Unternehmens, der Sage Summit 2017, zentral drehen. In diesem Bereich stellt Sage vier Kernneuerungen vor: Die Cloud- ERP(öffnet im neuen Fenster) -Software Sage X3 startet in Deutschland und wird in die Cloud verlagert, ebenso die Cloud-Software Sage Live inklusive iOS-App, Office 365 wird in Sage 50c integriert und das überarbeitete Buchhaltungsprogramm Sage One mit der neuen Grundversion Sage One Start wird vorgestellt. Dabei erweitert das Unternehmen sein Mietsoftware-Modell beziehungsweise Software as a Service. Es soll auch kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) ermöglichen, sich die teure Software zu leisten.

Sage Live - Produktvorstellung
Sage Live - Produktvorstellung (04:14)

Sage Live: mobile Auftragsverwaltung

Sage Live ist für Firmen mit 10 bis 200 Mitarbeitern ausgelegt und stellt Kunden Werkzeuge zur Angebotserstellung und Auftragsverwaltung zur Verfügung. Für den mobilen Einsatz gibt es eine passende iOS-App. Darüber sollen Außendienstmitarbeiter beispielsweise digitale Bestellungen aufnehmen oder Abrechnungen erstellen können. Ein entsprechendes Pendant für Android oder Windows 10 Mobile soll es vorerst aber nicht geben.

Die Auftragsverwaltungssoftware basiert auf der Plattform des Unternehmens Salesforce und soll daher mit dessen Appexchange kompatibel sein. Über diesen Marktplatz lassen sich Applets und Addons für Sage Live finden und in das System einbauen.

Sage X3: Ressourcenplanung in der Cloud

Anders als Sage Live ist das Produkt Sage X3 V11 auf größere Unternehmen mit bis zu 2.000 Mitarbeitern ausgerichtet. Nutzer verwalten mit diesem Programm interne Unternehmensstrukturen, Abteilungen, Personen und Arbeitsprozesse. Ähnliches ist zum Beispiel mit der Software des deutschen Softwareunternehmens SAP möglich.

Das Programm an sich ist keine Neuheit und beispielsweise in den USA seit längerem verfügbar. Neu ist die Einführung des Cloud-Zugangs speziell in Deutschland. Sage lässt die Software auf den Servern von Amazon Web Services in Frankfurt am Main laufen. Ein inländischer Standort ist für viele Unternehmen in Deutschland ein wichtiges Kaufkriterium.

Kunden sollen Sage X3 optional auch als Installationsversion betreiben können. Später im Sommer 2017 will Sage dem Programm zusätzlich eine Webshop-Funktion hinzufügen. Damit sollen Unternehmen einen eigenen Onlineshop anhand der Sage-X3-Datenbank erstellen.

Office 365 wird fester Bestandteil von Sage 50c

Für den deutschen Markt stellt Sage in Berlin Sage 50c vor. Diese betriebswirtschaftliche Software teilt sich in mehrere Teilelemente auf, die alle durch Microsoft-Produkte ergänzt werden sollen. Bei der Bestellung von Sage 50c soll auch ein einjähriges Abonnement von Office 365 enthalten sein. Eine ähnliche Verkaufsstrategie findet man etwa auch bei Notebookherstellern wie Lenovo.

Das Modul Sage Contact wird mit dem Microsoft-E-Mail-Client Outlook verbunden. Über dieses Programm soll direkt auf die Daten eines Kunden in Sage 50c zugegriffen werden können. Zusätzlich macht sich Sage die Cloud-Plattform Microsoft Onedrive zunutze. Sage Contact greift von dort auf Kontaktdaten, Notizen oder Geschäftsinformationen zu.

Sage Online Backup nutzt ebenfalls Onedrive als Datenspeicher für Sicherheitskopien von relevanten Daten. Dem Kunden soll aber weiterhin die Möglichkeit zur lokalen Datenspeicherung offen bleiben.

Ab Sommer 2017 soll die Software um Sage Capture ergänzt werden. Damit sollen zum Beispiel Rechnungsbelege per Smartphone-Kamera fotografiert, digitalisiert und in der Onedrive-Cloud abgelegt werden können.

Gerade die Integration von Onedrive ist jedoch etwas kontrovers. Während Sage beim Produkt Sage X3 immer wieder betont, dass das Programm auf deutschen Servern gehostet wird, werden Onedrive-Daten weltweit gespeichert. Sage will später aber neben der Microsoft-Infrastruktur noch andere Dienste und mobile Applikationen unterstützen. Das könnten zum Beispiel Produkte von Google oder Apple sein.

Sage One visuell überarbeitet und neue Starter-Version

Die webbasierte Software Sage One enthält Funktionen für die digitale Buchhaltung wie etwa das Schreiben von Angeboten, Gutschriften, Onlinebanking oder das Verfassen von Kostenvoranschlägen. Sie soll gerade für Startups und Unternehmer mit wenig Vorwissen in der Finanzbuchhaltung geeignet sein. Das Programm wurde visuell überarbeitet, beispielsweise wurden ein Dash Board und eine Statistikübersicht hinzugefügt.

Neu ist Sage One Start, eine günstigere Einstiegsversion mit eingeschränktem Funktionsinhalt. Damit kann etwa eine Übersicht über Einnahmen und Ausgaben sowie ein Kassenbuch erstellt werden. Ein Erstellen und Versenden von Angeboten ist beispielsweise nicht möglich.

Beide Versionen von Sage One werden als Software as a Service über Cloud-Server angeboten. Der Kunde erhält dabei gegen eine monatliche Gebühr Zugriff auf den Dienst.

Zwei von vier Produkten haben einen festen Preis

Nur für die Produkte One und Live hat Sage einen Preis genannt, beide werden als Mietversionen angeboten. Sage One kostet in der Starter-Version 8 Euro pro Monat und Nutzer, die vollwertige Version 14 Euro pro Monat und Nutzer.

Sage Live wird ebenfalls monatlich vermietet. Der Kunde zahlt 360 Euro pro Monat. Für diesen Preis können zwei Nutzer die Software in vollem Umfang nutzen, fünf weitere sogenannte Business-User dürfen das Produkt nur mobil verwenden. Jeder weitere Business-User kostet 48 Euro, jeder Full-User 100 Euro im Monat.

Zu den Produkten Sage X3 und Sage 50c hat das Unternehmen keine konkreten Angaben gemacht, üblicherweise werden solch komplexe Business-Lösungen individuell verhandelt.


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