Abo
  • IT-Karriere:

Finanzdaten: Facebook will Bankdienstleistungen über Messenger anbieten

Facebook verhandelt mit Großbanken über eine Kooperation, um Nutzern zum Beispiel das Abfragen des Kontostandes über Messenger zu ermöglichen. Persönliche Finanzdaten sollen dabei nicht für Werbezwecke genutzt werden. Ein zweites Whatsapp?

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Facebook will Bankdienstleistungen über seinen Messenger anbieten.
Facebook will Bankdienstleistungen über seinen Messenger anbieten. (Bild: Christoph Scholz/CC-BY-SA 2.0)

Facebook will Banken Dienstleistungen zur Kundenbetreuung anbieten, wie ein Firmensprecher bestätigte. Das Unternehmen wolle dabei mit Banken und Kreditkartenunternehmen zusammenarbeiten, um Dienstleistungen wie Kundenchat oder Kontoführung über den hauseigenen Messenger anzubieten.

Stellenmarkt
  1. TÜV SÜD Gruppe, München
  2. Meierhofer AG, München

Das Wallstreet Journal (WSJ) hatte berichtet, Facebook sei an große US-Banken wie JPMorgan Chase, Wells Fargo, Citigroup und US Bancorp herangetreten, damit diese detaillierte Finanzinformationen ihrer Kunden für Bankdienstleistungen auf dem Messenger zur Verfügung stellen. Facebook dementierte den Bericht teilweise: "Die aktuelle Geschichte des Wall Street Journal behauptet fälschlicherweise, dass wir Finanzdienstleister aktiv nach Finanztransaktionsdaten fragen - das ist nicht wahr", erklärte ein Firmensprecher. Wie viele Online-Unternehmen arbeite Facebook mit Banken und Kreditkartenunternehmen zusammen, um Dienstleistungen wie Kundenchat oder Kontoführung anzubieten.

Unklares Dementi

Unklar bleibt dabei, welchen Teil des WSJ-Berichts Facebook genau dementierte. Die Zeitung hatte unter Berufung auf "mit dem Thema vertraute Quellen" lediglich berichtet, Facebook spreche mit den Banken über eine Funktion, mit der Nutzer Dienstleistungen wie Kundenchat oder Kontoführung über den Facebook Messenger nutzen könnten, was auch Facebook bestätigt. Es sei einfacher, mit einer Bank über Facebook zu kommunizieren, statt am Telefon auf Informationen zu warten, erklärte das Unternehmen.

Das Wall Street Journal meldete zudem, die Finanzwirtschaft habe Bedenken wegen der Datensicherheit geäußert. Eine große US-Bank habe sich aus Sorge um den Schutz der Privatsphäre ihrer Kunden aus den Gesprächen zurückgezogen. Gegen Facebook laufen nach dem Cambridge-Analytica-Skandal Ermittlungen, was die Gespräche erschwere und bereits eine Bank habe abwinken lassen.

Halbwertszeit eines Datenschutzversprechens

Facebook versucht, solche Bedenken zu zerstreuen: "Wir benutzen die Bankdaten für nichts anderes - weder für Werbezwecke noch sonst irgendetwas", sagte ein Firmensprecher. Die Anwender könnten selbst entscheiden, ob sie diese Dienste nutzen wollten. Ein ähnliches Versprechen, persönliche Daten nicht anderweitig zu verwenden, hatte Facebook bereits im Rahmen des Kaufs von Whatsapp gemacht und später gebrochen.

Die Investoren reagierten jedenfalls positiv auf die Aussichten auf ein zusätzliches Dienstleistungsgeschäft. Der Aktienkurs von Facebook stieg am Montagabend an der New Yorker Börse Nasdaq um 4,45 Prozent, nachdem das Papier Ende Juli nach der Vorlage der jüngsten Quartalsergebnisse noch um rund 20 Prozent abgestürzt war.

Kontozugriff nicht neu

Tatsächlich wäre Facebook nicht der erste Drittanbieter, der Zugriff auf persönliche Finanzinformationen der Bankkunden erhält. Seit Jahren bieten Apps für die Account-Aggregation Nutzern mit mehreren Bankkonten einen Überblick über ihre Finanzen. Um die Daten zu aggregieren, loggen sie sich im Namen des Nutzers in dessen Onlinebanking ein und laden die entsprechenden Daten mit Hilfe einer bankeigenen API oder per Screenscraping herunter.

In Europa sind solche Dienste und die Frage, was sie mit persönlichen Finanzdaten tun dürfen, durch die zweite EU-Zahlungsdiensterichtlinie sogar eigens reguliert. Die Frage wird wohl sein, ob Banken und Nutzer Facebook zutrauen, sich an solche Regeln zu halten.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 157,90€ + Versand
  2. 294€

Elenax 10. Aug 2018

Vereinbart mit dir @coass ist es höchste Zeit jetzt muss dieser Wahnsinn gebannt werden

leMatin 07. Aug 2018

Und bis ich den Messenger geöffnet und den Text "Kontostand" oder was auch immer getippt...

oelofant 07. Aug 2018

Es spielt keine Rolle was ein Individuum denkt. Entscheidend für den Geschäftserfolg ist...

misfit 07. Aug 2018

Dafür sind die Informationen ja viel zu verlockend. Wenn ich weiß, das der User gerade...


Folgen Sie uns
       


Motorola One Vision - Hands on

Das zweite Android-One-Smartphone von Motorola heißt One Vision. Es hat eine 48-Megapixel-Kamera von Samsung, die vor allem auf gute Aufnahmen bei schwachem Licht optimiert wurde. Das Smartphone mit dem 7:3-Display kommt Ende Mai 2019 für 300 Euro auf den Markt.

Motorola One Vision - Hands on Video aufrufen
Timex Data Link im Retro-Test: Bill Gates' Astronauten-Smartwatch
Timex Data Link im Retro-Test
Bill Gates' Astronauten-Smartwatch

Mit der Data Link haben Timex und Microsoft bereits vor 25 Jahren die erste richtige Smartwatch vorgestellt. Sie hat es sogar bis in den Weltraum geschafft. Das Highlight ist die drahtlose Datenübertragung per flackerndem Röhrenmonitor - was wir natürlich ausprobieren mussten.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Smart Watch Swatch fordert wegen kopierter Zifferblätter von Samsung Geld
  2. Wearable EU warnt vor deutscher Kinder-Smartwatch
  3. Sportuhr Fossil stellt Smartwatch mit Snapdragon 3100 vor

WD Blue SN500 ausprobiert: Die flotte günstige Blaue
WD Blue SN500 ausprobiert
Die flotte günstige Blaue

Mit der WD Blue SN500 bietet Western Digital eine spannende NVMe-SSD an: Das M.2-Kärtchen basiert auf einem selbst entwickelten Controller und eigenem Flash-Speicher. Das Resultat ist ein schnelles, vor allem aber günstiges Modell als bessere Alternative zu Sata-SSDs.
Von Marc Sauter

  1. WD Black SN750 ausprobiert Direkt hinter Samsungs SSDs
  2. WD Black SN750 Leicht optimierte NVMe-SSD mit 2 TByte
  3. Ultrastar DC ME200 Western Digital baut PCIe-Arbeitsspeicher mit 4 TByte

Final Fantasy 7 Remake angespielt: Cloud Strife und die (fast) unendliche Geschichte
Final Fantasy 7 Remake angespielt
Cloud Strife und die (fast) unendliche Geschichte

E3 2019 Das Remake von Final Fantasy 7 wird ein Riesenprojekt, allein die erste Episode erscheint auf zwei Blu-ray-Discs. Kurios: In wie viele Folgen das bereits enorm umfangreiche Original von 1997 aufgeteilt wird, kann bislang nicht mal der Producer sagen.

  1. Final Fantasy 14 Online Report Zwischen Cosplay, Kirmes und Kampfsystem
  2. Square Enix Final Fantasy 14 erhält Solo-Inhalte und besonderen Magier
  3. Rollenspiel Square Enix streicht Erweiterungen für Final Fantasy 15

    •  /