Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Final Fantasy 7 Rebirth im Test: Fabelhafte Fortsetzung zum Lachen und Weinen

Offene Welt, viele Überraschungen: Final Fantasy 7 Rebirth entpuppt sich als der beste Serienteil seit Jahren (PS5, später andere Plattformen).
/ Peter Steinlechner
33 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Artwork von Final Fantasy 7 Rebirth (Bild: Square Enix)
Artwork von Final Fantasy 7 Rebirth Bild: Square Enix

Spoiler-Warnung: Wir gehen sehr vorsichtig auf einige Details der Handlung von Final Fantasy 7 ein. Das betrifft sowohl das neue Spiel Rebirth, als auch dessen unmittelbaren Vorgänger Remake sowie den siebten Serienteil ganz allgemein.

Es steht schlecht um die Rebellentruppe Avalanche - und um uns! Gleich in den ersten Minuten von Final Fantasy 7 Rebirth geraten wir als Hauptfigur Cloud Strife mit unseren Verbündeten Tifa, Barret und der wolfsähnlichen Kreatur Red 13 in die Fänge der Shinra Corporation. Natürlich ist das nicht unser Aus, sondern der Auftakt für ein großes Abenteuer!

Rebirth ist der zweite Teil der Serie, die momentan als Trilogie angelegt ist und den 1997 veröffentlichten Klassiker Final Fantasy 7 nacherzählt. Wobei das mit dem "nacherzählt" nur ganz grundsätzlich stimmt: Schon der erste Trilogie-Teil Final Fantasy 7 von 2020 ( Test auf Golem.de ) (g+) hat neue Elemente und Überraschungen geboten.

Rebirth nimmt sich aber noch sehr (!) viel mehr Freiheiten. Über weite Strecken ist das Original nicht wiederzuerkennen. Das ist keine Kritik, im Gegenteil: Wir finden es gut. Zum einen haben wir das Gefühl, ein neues Abenteuer zu erleben. Zum anderen gibt es fast so spannende Beziehungen zwischen alter und neuer Handlung.

Um nur ein kleines Beispiel unmittelbar vom Anfang zu nennen: Als Cloud Strife sind wir kurze Zeit mit Sephiroth in einem Einsatz unterwegs. Es wirkt ungewohnt, den rätselhaften Charakter als fast ganz normalen Soldaten kennenzulernen - aber dann kriegt es Rebirth auf fabelhafte Art eben doch hin, uns mehr über Sephiroth zu erzählen und ihn trotzdem geheimnisvoll erscheinen zu lassen.

Wer sich bislang nicht mit Final Fantasy 7 beschäftigt hat, kann sich über das Hauptmenü ein längeres Video mit den Ereignissen aus dem Remake anschauen. Das erklärt die Vorgänge in Midgar und was es mit der Shinra Corporation und mit Avalanche auf sich hat.

Über die komplexen Beziehungen etwa zwischen Cloud, Aerith und Tifa erfährt man allerdings wenig. Das stört beim Verstehen der Handlung nicht besonders, allerdings übersieht man gelegentliche Anspielungen und Zwischentöne, was primär auf Kosten der traurigen Momente geht.

Ein paar Stunden nach dem Auftakt der Kampagne gelangen wir in einen großen Abschnitt, der als offene Welt angelegt ist. Das muss man sich ähnlich wie in Assassin's Creed vorstellen: Auf der Karte sehen wir ein Symbol mit der nächsten Hauptmission, zusätzlich gibt es Hinweise auf Nebenaufgaben und besondere Entdeckungen.

Wir können Ressourcen für das Crafting von Heiltränken und besonderen Ausrüstungsgegenständen sammeln, Funktürme aktivieren, Monster jagen und mehr. Auch einige Überraschungen erwarten uns, etwa Abschnitte im Königreich der Kuscheltiere Mogry. Rebirth hat sehr viele schräge und meist gutgelaunte Momente, die nur bedingt ins eigentlich düstere Szenario der Widerstandsgruppe passen.

Reklame

Final Fantasy VII Rebirth (PlayStation 5)

Jetzt bestellen bei Amazon (öffnet im neuen Fenster)

In der offenen Welt reisen wir auf dem Rücken von Chokobos - gemeint sind tatsächlich die flauschig-gelben Riesenvögel, die so etwas wie das Maskottchen von Final Fantasy sind. Die Viecher rufen wir ähnlich wie Pferde in Red Dead Redemption per Pfiff zu uns, und steigen dann einfach auf.

Die offene Welt ist ziemlich groß, neben europäisch anmutenden Umgebungen gibt es auch Karibikstrände, Sümpfe und mehr - teils dauern die Reise durchaus etwas länger. Alternativ gibt es Schnellreisen von Busstation zu Busstation, die wir allerdings erst durch das Aufrichten des umgeworfenen Schildes aktiveren müssen.

Das Kampfsystem ähnelt dem Remake-Vorgänger, sprich: Wir greifen mit Waffen und Magie an, was fast in Echtzeit passiert - beim Auswählen der Befehle verlangsamt das Geschehen aber stark, so dass wir unsere Aktionen durchaus überlegt auswählen können.

Neu sind unter anderem freischaltbare Synchro-Attacken, für die wir die passenden beiden Helden (Cloud und eine weitere Figur) im Dreier-Team haben müssen. Dann bekommen wir nach teils sehr langer Aufladezeit einen gemeinsamen Spezialangriff, der spektakulär inszeniert ist und besonders viel Schaden verursacht.

Final Fantasy 7 Rebirth: Verfügbarkeit und Fazit

Laut den Entwicklern bei Square Enix hat die Kampagne übrigens einen Umfang von rund 40 Stunden. Wer einige Nebenmissionen abschließt, soll auf rund 50 bis 60 Stunden kommen - mit allen Nebenaufgaben sollen es deutlich mehr als 60 Stunden sein.

Es gibt drei Schwierigkeitsgrade, zwischen denen wir jederzeit wechseln können, sowie eine klassische und eine modernere Variante des Kampfsystems - Letztere erlaubt etwas mehr Kontrolle.

Wir fanden das Abenteuer herausfordernd, aber fair. In der mittleren Stufe sind wir mit altbewährten Final-Fantasy-Taktiken (exzessiv heilen statt immer nur austeilen) auch ganz gut durch die großen Kämpfe gekommen. Wie immer in den neueren Final Fantasy skaliert die Gegnerstärke mit unserer Stufe.

Das Spiel basiert auf der Unreal Engine 4, uns gefällt die Grafik: Die Zwischensequenzen sind fast durchgehend wunderbar animiert, Städte sehen schön belebt aus und die offene Welt ist detailreich und hat viel Abwechslung. Es gibt einen Qualitäts- und einen Leistungsmodus, große Unterschiede sind uns nicht aufgefallen. Bugs oder Ruckler hatten wir schlicht nicht. Speichern und Laden ist fast jederzeit möglich.

Final Fantasy 7 Rebirth erscheint am 29. Februar 2024 für Playstation 5 und kostet 80 Euro. Nach Angaben von Hersteller Square Enix gilt die Plattform-Exklusivität drei Monate lang, also bis zum 29. Mai 2024. Dann könnte der Titel auch für Xbox Series X/S und Windows-PC erscheinen - es gibt aber keine entsprechenden Ankündigungen.

Das Spiel bietet sehr gute deutsche Sprachausgabe mit zuschaltbaren Untertiteln. Es gibt weder Mikrotransaktionen noch Multiplayer. Im Playstation Store kann man eine spielbare Demo herunterladen. Die USK hat eine Freigabe ab 16 Jahre erteilt.

Fazit

Das erste Remake von Final Fantasy 7 war gelungen, nun setzt Rebirth die Abenteuer von Cloud Strife grandios fort. Eine der großen Stärken: Schon kurz nach dem Einstieg haben wir schon gar nicht mehr das Gefühl, die vom Klassiker bekannte Handlung mit Sephiroth als Endgegner auf mehr oder weniger bekannte Art nachzuspielen. Stattdessen erleben wir ein neues Abenteuer voller Überraschungen - die es teils in sich haben!

Reklame

Final Fantasy VII Rebirth (PlayStation 5)

Jetzt bestellen bei Amazon (öffnet im neuen Fenster)

Ebenfalls begeistert sind wir von der offenen Welt. Es gibt viel zu entdecken, ohne dass uns die Masse an Aufgaben und Herausforderungen erschlägt. Bei allen ernsten und düsteren Momenten in der Kampagne gibt es in der Welt viel lustigen bis absurden Unsinn zu entdecken - der durchaus auch mal die Immersion bricht, etwa Fangenspielen im Mogry-Königreich. Immerhin sind diese Abschnitte unterhaltsam und meist sehr gut gemacht.

Das Kampfsystem gefällt uns, auch die neuen Synchronfähigkeiten machen Spaß. Nur schade, dass man dann ein wenig eingeschränkt ist bei der Auswahl der Teammitglieder. Außerdem sind uns die Gefechte ein bisschen zu chaotisch, was die Kameraführung angeht. Das stört zwar funktional nicht, weil alle wichtigen Infos fast immer gleich gut eingeblendet werden.

Aber es sieht halt nicht so schick aus, wenn Cloud und seine Kumpels minutenlang auf Monsterhintern einprügeln, statt den Bestien ins Antlitz zu blicken. Immerhin macht die Grafik sonst einen sehr guten Eindruck, und zwar auch jenseits der Zwischensequenzen.

Fans von Final Fantasy sollten sich Rebirth auf keinen Fall entgehen lassen. Und auch wenn man das aus gutem Grund anders sehen kann: Wer mit dem siebten Serienteil noch keinen Kontakt hatte und Lust auf Rebirth hat, sollte gleich damit loslegen. Ja, man versteht nicht alle Details von Anfang an - aber das Gesamtpaket ist dennoch überzeugend!


Relevante Themen