Verfügbarkeit und Fazit
Dann laufen wir mit ihnen zu unserem Auto und fahren wie eine handelsübliche Fahrgemeinschaft bei Radiogedudel ein paar Kilometer zur "Arbeit". Solche merkwürdigen Unstimmigkeiten, die nicht recht zur Welt und den dramatischen Ereignissen passen, sind in Final Fantasy 15 leider gar nicht so selten.
Den Wagen können wir übrigens selbst ein bisschen steuern: Wir dürfen Gas geben und ein paar Meter nach links oder rechts ausweichen, aber nicht wirklich vom Kurs abkommen und etwa übers Gelände brettern. Nettes Detail: Wenn es anfängt zu regnen, schließt sich das Verdeck des Cabrios automatisch – und wenn dann wieder die Sonne scheint, wird es in einer schicken Animation wieder geöffnet.
Neben den gelegentlichen Wetterwechseln gibt es in Final Fantasy 15 auch einen fließenden Übergang zwischen Tag und Nacht – wie viel Uhr es ist, zeigt immer eine kleine Markierung neben der Übersichtskarte. Allzu stimmungsvoll sehen etwa die Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge allerdings nicht aus, und auch sonst macht die Grafik einen hoffnungslos veralteten Eindruck: Die vielen Texturen wirken matschig und Umgebungen detailarm. Gesichter und Frisuren wirken steif, Animationen wie in Spielen auf der Vorgänger-Konsolengeneration, bei Schatten und ähnlichen Effekten gibt es teils recht massive Darstellungsfehler.
Final Fantasy 15 erscheint am 29. November 2016 für Playstation 4 und Xbox One. Der Preis liegt bei rund 65 Euro, eine PC-Version ist momentan nicht geplant. Neben der deutschen Version befinden sich auf den Datenträgern auch Bildschirmtexte in zehn weiteren Sprachen sowie Sprachausgabe in Französisch, Englisch und Japanisch. Speicherstände kann der Spieler außerhalb von Kämpfen jederzeit selbst anlegen. Ein Day-One-Update mit einer Größe von rund 8 GByte steht für beide Plattformen zur Verfügung. Einen Mehrspielermodus gibt es nicht. Die USK hat dem Titel eine Freigabe ab 12 Jahren erteilt.
Fazit
Wer Rollenspiele düster und dramatisch mag, wird Final Fantasy 15 durchleiden: Die Abenteuer von Noctis und seiner Boygroup sind vor allem anfangs eine Abfolge von nur halbkomischem Haudrauf-Humor und einigen echten Fremdschämmomenten. Papa ist tot, unser Königreich vom Erzfeind besetzt? Egal, Prinz Lustig und seine Kumpels gehen erst mal auf Fotosafari! Erst nach und nach kommen die bewährten Zutaten ins Spiel, die wir als Fan der Serie so lieben: mysteriöse Fremde und Feinde, herausfordernde Bosskämpfe und epische Gänsehautmomente.
Das neue Kampfsystem gefällt uns ganz gut. Die Gefechte in Final Fantasy 15 wirken effektvoll und machen Laune, die taktischen Möglichkeiten werden im Verlauf der Kampagne und mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad sinnvoll erweitert. Allerdings fehlt bei Auseinandersetzungen mit größeren Gegnermassen die Übersicht – das war in den Vorgängern besser. Wer außerdem beim Freischalten von Skills keine groben Fehler macht, muss in vielen Standardkämpfen nur die Angriffstaste gedrückt halten, was rasch ein wenig öde wird.
Richtig gut geworden ist die Teamverwaltung. Das gilt sowohl in den Kämpfen als auch in den Talentbäumen und im Inventar. Nie zuvor war es in einem Final Fantasy so einfach, eine ganze Gruppe mit Befehlen und Anweisungen, aber auch mit Skills und Ausrüstung zu versorgen. Trotzdem müssen wir nicht auf Komplexität verzichten – hier können sich andere Spiele etwas abschauen.
Unterm Strich gefällt uns Final Fantasy 15 selbst angesichts der Gaga-Momente etwas besser als die sperrigen direkten Vorgänger. Das erhoffte Meisterwerkt ist dieser Serienteil unserer Meinung nach aber nicht geworden. Fans greifen natürlich trotzdem zu und bekommen dann erneut ein spannendes Abenteuer. Einsteiger müssen sich trotz ein paar sinnvoller Vereinfachungen auf eine längere Einarbeitungszeit einstellen.
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| Prinz Noctis kann den Warp |










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