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Google soll Protonmail angeblich aus dem Suchindex gestrichen haben. Belegen lässt sich das nicht.
Google soll Protonmail angeblich aus dem Suchindex gestrichen haben. Belegen lässt sich das nicht. (Bild: Protonmail)

Filterblase: Protonmail wirft Google Blockade vor

Google soll Protonmail angeblich aus dem Suchindex gestrichen haben. Belegen lässt sich das nicht.
Google soll Protonmail angeblich aus dem Suchindex gestrichen haben. Belegen lässt sich das nicht. (Bild: Protonmail)

Suchmaschinen haben Macht darüber, was Nutzer im Netz finden und was nicht. Der verschlüsselte E-Mail-Anbieter Protonmail behauptet, Google habe diese Macht missbraucht, um Protonmail aus den Suchergebnissen herauszuhalten. Das lässt sich kaum belegen, wirft aber wichtige Fragen auf.

"Search Risk" nennt Protonmail den Vorfall etwas zu pressekompatibel. Im November 2015 sei der auf Verschlüsselung spezialisierte E-Mail-Dienst nach eigenen Angaben bei den Google-Suchergebnissen plötzlich von einer der ersten Trefferpositionen auf Platz 100 oder sogar 200 gefallen. Bei Google bedeutet dies: faktisch nicht auffindbar.

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Google dementiert, aber ohne Details

Google wollte das Ranking von Protonmail auf Nachfrage nicht kommentieren, weist den Vorwurf einer bewussten Manipulation aber von sich. "Den Vorwurf, wir würden konkurrierende Services in unseren Suchergebnissen unterdrücken, kann ich nicht nachvollziehen", schreibt Googles Pressesprecher in Deutschland. "Das tun wir nicht."

Das Phänomen sei Protonmail zufolge bei der Suche nach den Begriffen "encrypted e-mail" und "secure e-mail" gemessen worden. Dem Unternehmen seien durch die Unauffindbarkeit bei Google nach eigenen Angaben ein wirtschaftlicher Schaden in Form eines um 25 Prozent verringerten Wachstums entstanden.

Google-Mitarbeiter antworteten per Twitter

Zunächst habe Protonmail über Monate hinweg erfolglos versucht, Google mit dem Problem zu konfrontieren. Erst im August 2016 ging die Beschwerde dann öffentlich über Twitter an Googles Webspam-Team mit der Bitte um Korrektur.

Die Antwort folgte prompt, aber etwas kryptisch: "Ich glaube, die Beschwerde liegt jetzt bei den richtigen Leuten. Lasst mich prüfen, was der letzte Status ist", twitterte Matt Cutts, damals Leiter in Googles Webspam-Team, am 9. August. Laut Protonmail landete die Domain protonmail.com bei den betreffenden Suchbegriffen dann wenige Tage später wieder auf Seite 1 bei Google.

Darauf angesprochen, distanzierte sich Googles Sprecher von den Tweets: "Die Auslegung privater Tweets von Matt Cutts ist nicht der zentrale Punkt." Ausschlaggebend seien "die Informationen, die wir über die Search Console kommunizieren".

Unabhängige Kontrolle unmöglich

Weder die Vorwürfe von Protonmail noch Googles Dementi lassen sich unabhängig verifizieren, denn Googles Algorithmen sind streng geheim. Und genau hier liegt das Problem. Google beherrscht weltweit rund 90 Prozent des Suchmaschinenmarktes. Was Google zeigt, wird gefunden. Was Google nicht zeigt, hat keine Chance. Wie die Auswahl genau geschieht, ist nicht öffentlich bekannt.

Der Fall Protonmail ist daher nicht der erste Vorwurf dieses "Suchrisikos". Bereits 2009 hatte sich die britische Produktsuche Foundem bei der EU-Kommission beschwert, Google würde ihre Seiten im Vergleich zu Google-eigenen Angeboten benachteiligen. Bis heute untersucht die EU-Wettbewerbsbehörde auf Basis von Beschwerden der Industrie-Allianz Fairsearch das Verhalten von Google. Und erst diese Woche hat sich Angela Merkel dafür ausgesprochen, Algorithmen der großen Internetplattformen offenzulegen, um deren Marktmacht zu begrenzen.

EU-Kommission untersucht Wettbewerbsverstöße

"Wir haben heute unsere Auffassung bekräftigt, dass Google den eigenen Preisvergleichsdienst auf seinen allgemeinen Suchergebnisseiten übermäßig bevorzugt", schrieb die zuständige EU-Kommissarin Margarete Vestager im Sommer. "Die Verbraucher bekommen deshalb bei ihrer Suche nicht unbedingt die für sie relevantesten Ergebnisse zu sehen."

Google hat bis Anfang November Zeit, auf die Vorwürfe der EU-Kommission zu reagieren. Anschließend muss die Behörde entscheiden, ob es zu einer Verurteilung kommt.


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MFGSparka 28. Okt 2016

Ich muss dir leider Recht geben. Die Frage warum in Europa so viele Menschen Google...

JackyChun 28. Okt 2016

Ich glaube nicht das es für einen seriösen Contentanbieter(Golem/Spon/Heise/etc) möglich...

Unwichtig 28. Okt 2016

...leider basierend auf der Naivitaet/Dummheit der User...

chefin 28. Okt 2016

Man sollte nicht meinen wieviele Leute lesen können ohne ein Wort davon zu verstehen. Hat...



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