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V.l.n.r.: Elyas M'Barek ("Max"), Tom Schilling ("Benjamin"), Wotan Wilke Möhring ("Stephan") und Antoine Monot, Jr. ("Paul")
V.l.n.r.: Elyas M'Barek ("Max"), Tom Schilling ("Benjamin"), Wotan Wilke Möhring ("Stephan") und Antoine Monot, Jr. ("Paul") (Bild: Sony Pictures)

Kaputte Charaktere

In Who Am I wirken die Charaktere jedoch deutlich kaputter als in Sneakers. Der verklemmte Benjamin erhält im Laufe des Films mehrere Blessuren. Stephan, gespielt von Wotan Willke Möhring, kann Tätowierungen zeigen. Er ist der zweite überdreht-extrovertierte Charakter der Gruppe. Paul (Antoine Monot Jr.) ist der Paranoide in der Hacker-Gemeinschaft. Er verstrickt sich aber in allgemeine Verschwörungstheorien und will nicht, wie seinerzeit Dan Aykroyd in Sneakers, die Hintermänner des Kennedy-Mordes erfahren. Die selbst verordnete Anonymität der Hackergemeinde wird auch im Film umgesetzt: Die Protagonisten verwenden Decknamen oder Nicks, obwohl der Zuschauer ihre Vornamen erfährt. Nachnamen sind auch im Film verpöhnt.

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Untermauert wird der Hackerfilm mit genügend Stichwörtern aus der Szene. Die Hackergruppe, die Benjamin aufnimmt, nennt sich Clowns Laughing @ You oder kurz Clay. Sie will sein wie die echten Aktivistengruppen - "Anonymous oder Lulzsec." Er fühle sich wie früher beim Chaos Computer Club, sagt Mörings Charakter. Statt zu Mate greifen die Hacker in Who am I aber zu Ritalin, um die Nächte durchzumachen. Oder sie koksen - 23 - Nicht ist so, wie es scheint lässt grüßen. Das ist der Film, in dem August Diehl den berühmten Hacker Karl Koch aus den 1980er Jahren spielt. Koch verprasste sein vom russischen Geheimdienst erhaltenes Geld für rauschende Partys. Am Ende war er tot, verbrannt im Wald. Seitdem gibt es darüber Verschwörungstheorien.

Kein politischer Film

Who Am I zeigt eine ähnliche wilde, paranoide Welt wie in 23. Es wird nach jedem gelungenen Hack ausgiebig gefeiert, möglichst in Wohnungen ahnungsloser und abwesender Fremder. Dort wird auch Bier getrunken oder es gibt Rauschmittel en masse.

Der erste Hack der Gruppe ist auf einem Treffen einer neofaschistischen Gruppe. Damit rückt der Regisseur die Hackergruppe in die linke Ecke. Dennoch hält sich der Film weitgehend politisch neutral, zumindest was die Dialoge betrifft. Einmal bekommt Schilling den Ärger seiner Mit-Hacker zu spüren, als er Daten mitgehen lässt. Es sollte nur eine Nachricht hinterlassen werden, er wird gerügt - ein Hinweis auf die Hackerethik.

Überdeutliche Filmzitate

Allerdings gibt es filmische Zitate, die eine politische Meinung zumindest durchschimmern lassen, etwa als die Hackergruppe in einem gestohlenen Porsche durch das nächtliche Berlin brettert - eine deutliche Anspielung auf Andreas Baader und ein Zitat aus dem Film Der Baader Meinhof Komplex. Bis dahin hat sich Clay in Who Am I längst viel tiefer in die Hacker-Szene verstrickt als geplant. Denn inzwischen haben eine gewaltbereite russische Hacker-Gruppe, Informanten des Europol, ein Einbruch beim BND und ein Mord den Plot des Films verdichtet.

Zunehmend driftet Who Am I in ein Agentendrama ab und zitiert gleichzeitig einen berühmten Film aus den Neunzigern, der gekonnt mit Illusion und Realitätsverzerrung spielt. Erwähnen werden wir ihn nicht, denn er könnte den wesentlichen Teil der Geschichte verraten. Ein Filmplakat hat Regisseur bo Odar als Hinweis am Set aufhängen lassen. Es ist zu sehen, längst nachdem der Zuschauer das Filmzitat erkannt hat und auch das Ende vorhersehen kann.

Viele Details für Nerds

Nerds werden den Film bisweilen mitleidig belächeln. Ihnen sei gesagt: Es kommen die Betriebssysteme Unix, Ubuntu Linux und Mac OS X vor. Windows läuft nur auf Rechnern in der Uni-Bibliothek. Entsprechend gibt es Laptops von Lenovo, einen Mac und kaum Desktoprechner. Wir meinen, einen Raspberry Pi im Plastikgehäuse erkannt zu haben, samt externem Akku. Ein WLAN wird mit einem Evil Twin gehackt, einem Spoof-Netzwerk. Gechattet wird aber tatsächlich über IRC. Der im Film gezeigte Code soll von echten Entwicklern geschrieben worden sein. Wir erkennen oft IP-Adressen. Auf einer Party darf Möring einen Computerwitz reißen: "Die Jungs sind wie Windows. Es dauert, bis sie hochfahren." Die anwesenden Mädchen kichern.

Who Am I ist spannend und zeitweilig auch überraschend. Für Nerds gibt es zwar inhaltlich einiges zu kritisieren, aber wenig worüber sie sich aufregen müssten, weil es grundsätzlich falsch ist. Ein Klassiker wird es aber nicht.

 Filmkritik Who Am I: Ritalin statt Mate

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Thiesi 05. Okt 2014

Nee, denn leider machen eine schicke Optik und gute Darsteller)* eben noch keinen guten...

M. 01. Okt 2014

http://www.greinergetraenke.ch/ - die dort angegebenen Preise (2.05 CHF / Flasche) sind...

TrashFan 30. Sep 2014

Sehr gut, meine Vorlesung Computernetze lässt grüßen =)

Otto d.O. 29. Sep 2014

Natürlich findet sich da und dort die eine oder andere Übertreibung, aber die gezeigten...

Rock_Bottom 27. Sep 2014

Heute gesehen und hat meinen Erwartungen entsprochen. Die Schauspieler haben gut...



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