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Major mit Cosplayer-Perücke

Die Besetzung von Scarlett Johansson als Hauptfigur Motoko Kusanagi, im neuen Film ausschließlich bei ihrem Rang "Major" genannt, muss man vor dem Hintergrund der online geführten Whitewashing-Debatte natürlich nicht gut finden - auch wenn die Hintergründe für ihre Besetzung wahrscheinlich mehr mit ihrer Popularität an den Kinokassen als mit rassistisch motivierten Tendenzen Hollywoods gegenüber asiatischen Darstellern zu tun hat.

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Uns hat ganz ungeachtet dessen jedoch einfach die schauspielerische Leistung nicht gefallen. Obwohl Johansson in einer ganz ähnlichen Rolle als empathielose Außerirdische im Indie-Meisterwerk Under the Skin brilliert hat, sind wir mit ihrer Interpretation von Major ganz und gar nicht warm geworden. Dass ihre Frisur die meiste Zeit wie eine Cosplayer-Perücke aussieht und sie von Natur aus nicht das markante, eher hagere Gesicht der Motoko aus den Animes hat, dafür kann sie nichts.

  • Ghost in the Shell (Bild: Paramount Pictures)
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  • Ghost in the Shell (Bild: Paramount Pictures)
Ghost in the Shell (Bild: Paramount Pictures)

Dass wir ihr den an sich selbst zweifelnden Menschen im Roboterkörper nicht abgenommen haben, schon eher. Viel zu oft wirkt ihr Major wie eine bockig dreinblickende Teenagerin, es fehlen die Nuancen, damit wir die schwelende Transzendenz ihres Bewusstseins glaubhaft wahrnehmen können. Voll und ganz überzeugt hat sie uns nur in den sehenswert in Szene gesetzten Actionsequenzen, deren Stunts sie größtenteils mit viel Körpereinsatz selbst durchgeführt hat. Von denen gibt es übrigens gar nicht so viele, wie die Trailer vorab vermuten ließen, und der ganz große Wow-Faktor á la Matrix (deren Schöpfer wiederum stark vom japanischen Ghost in the Shell beeinflusst wurden) bleibt hier trotz cooler Momente und viel dynamischen Zeitlupeneinsatzes in der Kürze aus.


Nett anzusehen, aber kaum Grips in der Maschine

Wer ohne zu große Erwartungen ins Kino geht, wird von Ghost in the Shell sicherlich ganz gut unterhalten, den Film aber auch schnell wieder vergessen. Die futuristischen Kulissen sind nett anzusehen, die Story ist immerhin nicht so konfus und langweilig wie zuletzt etwa beim Assassin's-Creed-Film und im besten Fall finden die viel empfehlenswerteren Mangas und ihre Anime-Umsetzungen auf diesem Wege ein paar neue Zuschauer beziehungsweise Leser. Wenigstens den ersten Trickfilm von 1995 sollte jeder Sci-Fi-interessierte Cineast ohnehin einmal gesehen haben.

Fans der japanischen Vorlagen werden eher verärgert darüber sein, dass sie in der Hollywoodversion weder Hauptfigur Major noch die erzählerischen Stärken von Ghost in the Shell wiedererkennen. Schon die Tatsache, dass erst ganz zum Schluss beim Abspann ein Titel des ikonischen Originalsoundtracks gespielt wird, kostet jede Menge Atmosphäre- und auch Sympathiepunkte. Dass einzelne Szenen aus dem ursprünglichen Zusammenhang gerissen, dann doch beinahe kopiert und das künstlerische Design zumindest visuell nahe an die Animes angelehnt wurde, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es dieser Real-Adaption auch im Gegensatz zu vielen anderen Filmen (Ex Machina, A.I., Blade Runner, HBOs Westworld) und Videospielen (allen voran die Deus-Ex-Reihe) mit Roboter- und K.I.-Thematik an Geist oder eher gesagt Grips in seiner Maschine fehlt.

Ghost in the Shell startet heute, am 30. März 2017, weltweit in den Kinos. Der Film hat in Deutschland eine Altersfreigabe ab 16 Jahren erhalten.

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stereo12 13. Apr 2017

Ich denke nicht, dass die Menge der gesprochenen Dialoge ein guter Gradmesser für den...

Cok3.Zer0 04. Apr 2017

Der Film ist auf jeden Fall gekürzt worden; an einigen Stellen sind abrupte Brüche...

LordSiesta 04. Apr 2017

Ich find's witzig, wie der Film als Meilenstein des Animatiomsfilms für ein junges...

Clown 04. Apr 2017

ack!

Icestorm 04. Apr 2017

Wir haben es doch in dieser Fassung im Grund mit einer neuen Robocop-Verfilmung zu tun...


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