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Der Dokumentarfilm Citizenfour zeigt Edward Snowden sehr persönlich.
Der Dokumentarfilm Citizenfour zeigt Edward Snowden sehr persönlich. (Bild: Citizenfour)

Filmkritik Citizenfour: Edward Snowden, ganz nah

Der Dokumentarfilm Citizenfour zeigt Edward Snowden sehr persönlich.
Der Dokumentarfilm Citizenfour zeigt Edward Snowden sehr persönlich. (Bild: Citizenfour)

Der Whistleblower Edward Snowden steht exemplarisch für den harten Umgang mit Whistleblowern durch die US-Regierung. Laura Poitras' neuer Dokumentarfilm Citizenfour zeigt ihn ganz persönlich in der spannenden Phase kurz vor und nach den ersten Enthüllungen.

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Verschlüsselte E-Mails in einem Terminal. Texteingaben auf einer riesigen schwarzen Leinwand: "Ich bin ein Freund." Der Dokumentarfilm Citizenfour beginnt wie ein Agententhriller. Ein Unbekannter versucht, das Vertrauen der Dokumentarfilmerin Laura Poitras zu gewinnen, sie davon zu überzeugen, dass er wertvolle, aber äußerst heikle Informationen für sie und den Enthüllungsjournalisten Glenn Greenwald hat. Er nennt sich Citizenfour.

Es sollte eigentlich kein Film über Edward Snowden werden, es wurde aber einer: Das Konterfei des Whistleblowers ist auf dem Filmplakat zu sehen. Und Snowden hat die Gelegenheit genutzt, an seinem eigenen Mythos zu stricken. Er hat zur Premiere des Films in Leipzig eine Videobotschaft verfasst. Die Menschen in Leipzig seien für ihn ein Vorbild: normale Menschen, die durch friedlichen Widerstand immer montags ein repressives Regime zu Fall gebracht hätten. Snowden redet und handelt fast wie ein Held aus einem Comic. So wird er auch im Film gezeigt. Und doch macht er eine Wandlung durch, von einem etwas naiven zu einem klugen Mann. Er habe viel über den Umgang mit Medien lernen müssen, sagte Poitras.

Die Angst der Whistleblower

Citizenfour ist Poitras' dritter Dokumentarfilm über die Zeit nach dem 11. September 2001. Alle drei Filme erzählen von den Auswirkungen der Terroranschläge auf die politischen Entscheidungen der USA. Sie zeichnen ein Bild einer Nation, die überreagiert. Und von Journalisten und Whistleblowern in Angst. Tatsächlich gehören die ersten Minuten William Binney. Binney ist ebenfalls Whistleblower und hat früher für die NSA Analysewerkzeuge programmiert. Er hat schon vor dem 11. September an Software gearbeitet, die geheimdienstliche Daten auswerten sollte. Dann kritisierte er seinen ehemaligen Arbeitgeber, wurde verhaftet und angeklagt.

Die Angst zeigt sich auch bei der ersten Kontaktaufnahme Snowdens mit der Dokumentarfilmerin. Citizenfour hat Poitras nicht zufällig ausgewählt. Er sucht den Kontakt zu dem Journalisten Glenn Greenwald, den er über verschlüsselte Kanäle nicht erreicht hat, und weiß, dass Poitras ihn gut kennt. Und Poitras, auch das weiß er, kennt sich mit Verschlüsselungstechniken aus. Citizenfour will sicherstellen, dass kein Geheimdienst die Konversationen abhören kann. PGP-Schlüssel werden erstellt, werden über Fingerprints verifiziert. Sicher habe sie sich nicht dabei gefühlt, sagt Poitras am Rande des Dokumentarfilmfests. Es hätte auch eine Falle sein können.

Besuch von der NSA

Dennoch stellte sie den Kontakt zwischen Greenwald und Snowden her - und Greenwald beginnt, über die massenhafte Überwachung durch Geheimdienste zu schreiben. Die NSA-Affäre nimmt ihren Lauf. Der Film Citizenfour handelt von den Schwierigkeiten, die Journalisten bekommen, wenn sie kritisch über die US-Regierung und ihre Verbündeten berichten. Über die Gefahren für Whistleblower, die aufzudecken versuchen, was die Regierungen lieber im Geheimen lassen möchten. Den Namen Citizenfour hat sich Snowden selbst gegeben. Four steht für die vierte Gewalt in einer Demokratie, die der Presse, der Journalisten. Er sieht sich als Bürgerjournalist.

Snowden flüchtet nach Hongkong. Im Hotelzimmer erfährt er per Chat, dass seine Freundin Besuch von der NSA in der gemeinsamen Wohnung gehabt habe. Die Straße vor seinem ehemaligen Zuhause sei voller Bauwagen, die Miete werde nicht mehr überwiesen. In fünf Tagen erfolge die Zwangsräumung. Snowden sieht traurig aus. Wenigstens sei sie noch am Leben, sagt er. "Sie sind mir auf der Spur", sagt Snowden zu Greenwald.

Gefangen im Hotelzimmer 

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evilgoto 01. Mär 2015

Ich habe nicht das Gefühl, scheinbar in einer fiktiven Demokratie zu leben. Dann kann ich...

Saschlong 26. Feb 2015

Hier gibt es den Film wohl auch: http://www.cryptome.org/

HaMa1 24. Feb 2015

Die USA wusste erst dass Snowden der Whistleblower ist, als die Informationen bereits von...

_speedy_ 10. Nov 2014

Nichts ist spannender als eine Doku die weitab von Hollywood und desen...

pandarino 07. Nov 2014

... aber ich werde mir den Film auch erst mal so reinziehen.



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