Filmkritik Apollo 11: Echte Mondlandung als packende Kinozeitreise

50 Jahre nach Apollo 11 können Kinozuschauer das historische Ereignis noch einmal miterleben, als wären sie live dabei - in Mission Control, im Kennedy Space Center, sogar auf der Mondoberfläche. Möglich machen das nicht etwa moderne Computereffekte, sondern kistenweise wiederentdeckte Filmrollen.

Eine Rezension von veröffentlicht am
Buzz Aldrin in Apollo 11
Buzz Aldrin in Apollo 11 (Bild: Universal Pictures)

Jeder Golem.de-Leser wird sich noch an die Liveübertragung der ersten bemannten Mondlandung erinnern oder zumindest die einschlägigen Fotos und Dokumentationsfilme kennen. Mit all dem hat der Kinofilm Apollo 11 allerdings nur das historische Thema gemein. Anhand unverbrauchter Perspektiven, authentischer Klangkulisse und hochwertig restaurierter 70-mm-Aufnahmen versetzt er Zuschauer nicht nur überzeugend ins Jahr 1969 zurück, sondern bringt sie auch ganz nah an die vielen Protagonisten der Apollo-11-Mission heran, die nicht an Bord der Eagle waren.

Inhalt:
  1. Filmkritik Apollo 11: Echte Mondlandung als packende Kinozeitreise
  2. Filmrollen aus der Konserve, Spannung bleibt frisch
  3. Die Geschichte erzählt sich selbst

Da sind die Techniker, die vor dem Start fieberhaft ein defektes Ventil reparieren. Voll besetzte Pulte in der Hauptzentrale Mission Control, an denen wir Reihe für Reihe vorbeiwandern. Oder schlicht Aufpasser, die beim Einfahren der Saturnrakete mit prüfenden Blicken und stoischer Ruhe vor den monströsen Raupenrädern hergehen. In diesen Bildern wird uns nicht nur die immense Dimension der Apparaturen und des ganzen Vorhabens Mondlandung vermittelt, sondern auch, wie viele Köpfe und Hände tatsächlich für jeden noch so kleinen Schritt dieser Mission nötig waren, deren Mittel und Gelder zu diesem Zeitpunkt bekanntlich längst stark gekürzt wurden.

Dass 1969 in Zusammenarbeit mit dem Filmstudio MGM dennoch Budget für ausführliche Dreharbeiten im damals hochwertigsten Großformat möglich war, wurde im Jahr 2017 zum Glücksfall für Regisseur Todd Douglas Miller. Auf Anfrage nach Archivaufnahmen für ein CNN-Filmprojekt bot ihm die amerikanische National Archives and Records Administration (Nara) zu seiner Überraschung jenes Filmmaterial an, das einst für den 1972 erschienenen Imax-Kinofilm Moonwalk One gedreht, darin nur teilweise verwendet und seitdem schlichtweg vergessen worden war.

168 Rollen Panavision-70-mm-Film von mehreren Apollo-Missionen, dazu 18.000 Stunden Mission-Control-Funksprüche auf 30 Kanälen - solche Mengen Material überhaupt zu sichten, ist ein Unterfangen, das die Nara selbst logistisch nicht bewältigen konnte. Darüber hinaus fehlte es an technischer Ausstattung und Know-how, um das analoge Filmmaterial und die Tonspuren qualitativ hochwertig zu digitalisieren. Miller und sein Team übernahmen diese Aufgaben, wandten sich für die Videotechnik an das Post-Produktions-Unternehmen Final Frame aus New York und holten sich Unterstützung von dem Tonexperten Ben Feist, der für eigene Projekte schon Software zur Audiorestauration alter Nasa-Aufnahmen entwickelt hatte.

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Dass gar nicht mal so wenige der besonders interessanten 70-mm-Szenen aus Apollo 11 auch schon in Moonwalk One zu sehen waren, ist nicht schlimm. Bildschärfe und farbliche Klarheit der neu restaurierten Version lassen die Aufnahmen viel echter wirken. Das stellt besonders bei Halbtotalen von Astronauten, Nasa-Mitarbeitern und Schaulustigen ein ganz neues, nahbares Seherlebnis dar, wo vorher der Look einer veralteten Fernsehdokumentation vorherrschte. Die Anspannung des gesamten Teams, das Staunen der Menschen am Flugfeld beim Start - fasziniert nehmen wir jedes Blinzeln wahr. Und die Tatsache, dass sich der allgemeine Modegeschmack seit 1969 offensichtlich stark verändert hat.

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Filmrollen aus der Konserve, Spannung bleibt frisch 
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Khabaal 15. Jul 2019

Ich find irgendwie auch dreist dass jeder von denen problemlos anzunehmen scheint, dass...

Mithrandir 11. Jul 2019

Ist sie das? Golem veröffentlicht m.M.n keine Daten zu. Wir können also nur vermuten.

Tantalus 08. Jul 2019

Hätten jetzt welchen aktuellen, konkreten Einsatzzweck, den eine ISS nicht einfacher und...

Anonymer Nutzer 05. Jul 2019

ich würde die raumfahrt (also fortbewegung statt station) wählen, denn hier unten...

motzerator 05. Jul 2019

Der Film kommt sicher früher oder später auch im Streaming. So wie zuletzt auch der...



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