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Die Geschichte erzählt sich selbst

Bei ihrer streng linearen Erzählweise zeigen Todd Douglas Miller und Archivar Stephen Slater, die gemeinsam an Schnitt und Konzept gearbeitet haben, chronologisch den Ablauf der Ereignisse vom Morgen des 16. Juli bis zur Willkommensparade in Chicago am 13. August 1969. Was sie von den meisten anderen Dokumentationen abhebt, ist der Ansatz, das Originalmaterial für sich selbst sprechen zu lassen - also auf nachgestellte Szenen, Interviews oder einen nachträglich geschriebenen Kommentar aus dem Off zu verzichten. Einzig historische Aufnahmen, etwa von den US-Präsidenten John F. Kennedy und Richard Nixon oder der Nachrichtenikone Walter Cronkite, der die Mondmission damals live kommentiert hat, liefern etwas gesprochenen Kontext.

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In ganz wenigen Momenten bricht Miller mit seinem Konzept, uns als Zuschauer wie nüchterne Zeitzeugen mitten im Geschehen zu behandeln. Etwa am Anfang, wenn er während letzter Checks vor dem Abflug Familienfotos von Armstrong und Co. übers Bild einblendet. Gerade in diesen Sekunden war die offene Frage "Was denken sie wohl gerade?" für uns Zuschauer das eigentlich Interessante. Damit und mit dem unverdeckten Blick auf die Männer in Raumanzügen, die sich gleich auf ihre riskante Mondmission begeben, wären wir gerne alleine gelassen worden. Eine künstlerische Interpretation der Gefühlswelt von Neil Armstrong haben wir ja unter anderem schon im letztjährigen Hollywood-Film Aufbruch zum Mond zur Genüge geboten bekommen - den wir als Ergänzung zur Doku an dieser Stelle übrigens tatsächlich durchaus empfehlen wollen.

Ob es an anderer Stelle unbedingt nötig gewesen wäre, Aufnahmen vorangegangener Nasa-Missionen wie Apollo 8 zu nutzen, wo passendes Material fehlte, darüber lässt sich streiten. Zumal der Film andere Lücken mit Retroanimationen im Stile von Atari-Klassikern wie Lunar Lander schließt, was wir weitaus charmanter finden. Die Grafiken wurden übrigens bewusst als Hommage an ähnliche Sequenzen aus dem Vorgängerfilm Moonwalk One so gewählt.

  • Apollo 11 (Bild: Universal Pictures)
  • Apollo 11 (Bild: Universal Pictures)
  • Apollo 11 (Bild: Universal Pictures)
  • Apollo 11 (Bild: Universal Pictures)
  • Apollo 11 (Bild: Universal Pictures)
  • Apollo 11 (Bild: Universal Pictures)
  • Apollo 11 (Bild: Universal Pictures)
  • Apollo 11 (Bild: Universal Pictures)
  • Apollo 11 (Bild: Universal Pictures)
  • Apollo 11 (Bild: Universal Pictures)
  • Apollo 11 (Bild: Universal Pictures)
  • Apollo 11 (Bild: Universal Pictures)
  • Apollo 11 (Bild: Universal Pictures)
  • Apollo 11 (Bild: Universal Pictures)
  • Apollo 11 (Bild: Universal Pictures)
  • Apollo 11 (Bild: Universal Pictures)
  • Apollo 11 (Bild: Universal Pictures)
  • Apollo 11 (Bild: Universal Pictures)
  • Apollo 11 (Bild: Universal Pictures)
  • Apollo 11 (Bild: Universal Pictures)
Apollo 11 (Bild: Universal Pictures)

Ein reiner Triumph

Im Großen und Ganzen gelingt es Regisseur Miller mit Apollo 11 trotzdem meisterhaft spannend, eines der wichtigsten Ereignisse der Menschheitsgeschichte authentisch und durchweg faszinierend zum Leben zu erwecken. Viel wichtiger noch ist sein Beitrag, diese einmaligen Film- und Tonaufnahmen, auch abseits des letztendlich verwendeten Materials, für die Nachwelt zu erhalten und zu katalogisieren. Handwerklich beeindruckt uns besonders, dass die gesamte Mission im Film zwar auf rund eineinhalb Stunden komprimiert wurde, es aufgrund des nie ablassenden Spannungsbogens aber nur wenige spürbare, offensichtliche Zeitsprünge in der Nacherzählung gibt.

Geschichte als sehr fokussiertes Erlebniskino hat jedoch eine große Schwäche, besonders wenn sich ein Film nur auf den Moment des Triumphs beschränkt. Jeglichen Kontext zu den politischen Hintergründen rund um das Space Race zwischen den USA und der Sowjetunion müssen Zuschauer selbst mitbringen. Ebenso wie ein Bewusstsein für die vorangegangenen Rückschläge und Todesopfer der Raumfahrt, im Speziellen des Apollo-Projekts, ohne die es die feierlichen Pressekonferenzen und Paraden aus dem Abspann von Apollo 11 vielleicht nie gegeben hätte. Wer dieses Wissen als Zuschauer nicht hat, sieht zwar 93 Minuten wiedererweckte Menschheitsgeschichte, beinahe zum Anfassen authentisch restauriert, verliert aber dennoch die Realität aus den Augen.

Apollo 11 startet am 7. Juli 2019 in Deutschland und wird auch als Imax-Version gezeigt. Ben Feist hat parallel zu seiner Mitarbeit an der Audiorestauration des Films ein interaktives Apollo-11-Onlineprojekt gestartet, auf das wir ebenfalls hinweisen möchten.

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Khabaal 15. Jul 2019

Ich find irgendwie auch dreist dass jeder von denen problemlos anzunehmen scheint, dass...

Mithrandir 11. Jul 2019

Ist sie das? Golem veröffentlicht m.M.n keine Daten zu. Wir können also nur vermuten.

Tantalus 08. Jul 2019

Hätten jetzt welchen aktuellen, konkreten Einsatzzweck, den eine ISS nicht einfacher und...

Anonymer Nutzer 05. Jul 2019

ich würde die raumfahrt (also fortbewegung statt station) wählen, denn hier unten...

motzerator 05. Jul 2019

Der Film kommt sicher früher oder später auch im Streaming. So wie zuletzt auch der...


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