Filmklassiker: Eine Klapperschlange ist keine Kobra
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Die Zukunft von John Carpenters Sci-Fi-Film Die Klapperschlange ist für uns längst Vergangenheit. Der Film, der im Original den Titel Escape from New York trägt, spielt im Jahr 1997, ins Kino kam er am 3. September 1981, also vor genau 45 Jahren.
Die Zeit, in der Die Klapperschlange entstand, war turbulent. Die USA erholten sich gerade vom Watergate-Skandal, das Vertrauen in die Institutionen bröckelte, Unsicherheit machte sich breit. Das war der Nährboden, auf dem John Carpenter das Drehbuch schrieb.Dem Sci-Fi-Magazin Starlog erzählte er 1981 anlässlich des Kinostarts: "Ich schrieb das Drehbuch erstmals Mitte der siebziger Jahre, zur Zeit der Watergate-Affäre. Im ganzen Land herrschte damals ein tiefer Zynismus gegenüber unserem Präsidenten. Doch kein Studio wollte den Film produzieren. Alle sagten: 'Eine derart düstere Sichtweise können wir nicht zeigen.'"
In der ersten Fassung habe die Handlung im Jahr 1982 gespielt. "Später wurde mir jedoch klar, dass ich damit zu früh angesetzt hatte, also verlegte ich sie vom damaligen Zeitpunkt aus 17 Jahre in die Zukunft. Geht man hingegen 17 Jahre zurück, landet man im Jahr 1963. Man muss sich nur einmal vor Augen führen, wie sehr sich die Welt seither verändert hat. Der Wandel vollzog sich schleichend, war aber tiefgreifend."
Der Mann, die Legende
Erzählt wird in Die Klapperschlange eine dystopische Geschichte über einen legendären Söldner namens Snake Plissken, der gezwungen wird, eine selbstmörderische Mission auf sich zu nehmen.
Der Präsident der Vereinigten Staaten ist mit seinem Flugzeug über New York abgestürzt. In seinem Koffer: ein wichtiges Tonband. Snake Plissken soll nun in dieses New York, das seit Jahren vom Rest der USA abgetrennt ist und ein riesiges Gefängnis darstellt, in dem die Insassen sich selbst überlassen sind, den Präsidenten retten. Ihm bleiben nur wenige Stunden.
Plötzliches Interesse
Die von Carpenter beschriebenen Probleme, ein Studio für seinen Film zu finden, erledigten sich mit dem Erfolg seines Horrorfilms Halloween im Jahr 1978. Plötzlich wollte jeder mit dem Jungregisseur arbeiten, der mit einfachen Mitteln einen riesigen Kinoerfolg erschaffen hatte.
AVCO Embassy Pictures bot Carpenter und seiner Partnerin Debra Hill einen Vertrag über zwei Filme an. Der erste wurde The Fog – Nebel des Grauens, der zweite hätte eine Adaption von William F. Moores Roman The Philadelphia Story: Project Invisibility werden sollen. Das Projekt verschob sich um Jahre, aber Carpenter hatte ja noch das Drehbuch für Escape from New York herumliegen.

