Ein Sequel, aber keine Trilogie
Über fünf Monate hinweg wurde bis in den November 1980 gedreht – praktisch immer nachts, was Schauspieler und Crew mit der Zeit immer mehr forderte. Direkt vor Drehbeginn hatte Carpenter seinen Freund Nick Castle noch verpflichtet, um dem Drehbuch den letzten Schliff zu geben und etwas Humor einzubringen. Die Kameraarbeit übernahm Dean Cundey, mit dem Carpenter häufig zusammenarbeitete, den Score schrieb der Regisseur selbst. Und: Ein junger James Cameron war an Die Klapperschlange beteiligt.
James Cameron begann seine Karriere nicht als Regisseur, sondern bei den Spezialeffekten. Für Roger Corman hatte er Miniaturen für den Sci-Fi-Film Galaxie des Schreckens entwickelt und Matte Paintings gemalt. Bei Die Klapperschlange war er ebenfalls für die Matte Paintings zuständig(öffnet im neuen Fenster) – das sind auf Glas gemalte Bilder, die Hintergründe oder Teile des Hintergrunds darstellen. Der damals 26-Jährige war bei Die Klapperschlange auch als Special-Effects-Kameramann tätig.
Carpenter sagte später, es sei Camerons Genie zu verdanken, dass zwei ikonische Szenen dank cleverer Kameraarbeit und toller Matte Paintings gelingen konnten. Eine besonders eindrucksvolle Leistung war die überzeugende Nachbildung der New Yorker Skyline. In einer Szene, in der Gefangene auf den Abwurf von Lebensmitteln warten, standen die Darsteller nicht in New York, sondern im San Fernando Valley vor der Kamera. Cameron malte die Skyline auf eine Glasscheibe, die vor der Kamera platziert wurde. Das Ergebnis wirkte verblüffend realistisch.
Nicht weniger einfallsreich war der vermeintliche Nachtflug über New York. Tatsächlich wurde die Szene nicht einmal nachts gedreht. Cameron baute ein schwarzes Modell der Skyline und beklebte die Gebäudekanten mit weißem, reflektierendem Klebeband. So entstand der Eindruck einer damals futuristisch wirkenden Computergrafik. Das Kamerateam filmte das Modell anschließend unter Schwarzlicht ab und verwandelte es auf diese Weise in einen nächtlichen Flug über New York.
Kurz nach Die Klapperschlange gab Cameron mit Fliegende Killer – Piranha II im Jahr 1982 sein Regiedebüt.
Gute Kritiken, Erfolg an den Kinokassen
Begleitet von guten Kritiken erwies sich Die Klapperschlange als Erfolg – bei einem Budget von sechs Millionen US-Dollar spielte der Film weltweit mehr als das Vierfache ein und wurde dann auch im Heimkino zum großen Erfolg. An eine Fortsetzung dachte Carpenter aber lange nicht. Er wiederholte sich ungern und wollte lieber etwas Neues machen.
Erst 1996 war es dann so weit: Mit Flucht aus L.A. gab es ein Sequel, das aber weithin enttäuschte, weil Carpenter im Grunde die gleiche Geschichte in einem neuen Setting erzählte. Nur das Ende war drastischer, denn Snake Plissken drückt den Knopf und schaltet mit der ultimativen Waffe die globale Technologie und Elektronik aus. "Willkommen in der Steinzeit", sind seine letzten Worte.
Danach war für Snake Plissken Schluss, allerdings dachte Carpenter durchaus nach, wie es hätte weitergehen können – wenn Flucht aus L.A. ein Erfolg gewesen wäre. Escape from Earth sollte die Idee verfolgen, dass die Erde der einzige Ort ist, von dem Snake Plissken noch entkommen könnte. "Der Film hätte Snake Plissken gewissermaßen in eine Raumkapsel verfrachtet und ihn durchs Weltall fliegen lassen. Der Film wäre also sehr effektlastig geworden, was mir persönlich nie besonders wichtig war. Aber so hätte er vermutlich ausgesehen", sagte Carpenter im Jahr 2022(öffnet im neuen Fenster).
Mehrmals gab es Versuche, ein Remake zu produzieren. Die scheiterten, aktuell ist aber wieder eines in Entwicklung: Zack Snyder soll es schreiben und inszenieren. Der Film wird sich aber anstrengen müssen, es mit der düsteren, nihilistischen Optik des Originals und der Coolness von Kurt Russell aufnehmen zu können.
Übrigens: Der deutsche Titel ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie wenig aufmerksam und hanebüchen damals vorgegangen wurde. Snake Plissken hat nicht nur die Schlange im Namen, er hat auch ein Tattoo auf der Brust. Das Problem: Es ist eine Kobra, keine Klapperschlange.

