Filme und Serien: Amazon setzt auf KI für schnellere Produktionen

Amazon will künstliche Intelligenz künftig stärker in der Film- und Serienproduktion einsetzen. Wie aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) hervorgeht, arbeitet das Unternehmen an eigenen KI-Werkzeugen, die Produktionsprozesse beschleunigen und Kosten senken sollen.
Das Projekt wird bei den Amazon MGM Studios von einem kleinen Team aus Ingenieuren, Wissenschaftlern sowie Kreativen und Mitarbeitern aus dem Management geleitet und vom erfahrenen Entertainment-Manager Albert Cheng geführt.
Hintergrund sind stark gestiegene Kosten in Hollywood, die nach Angaben des Konzerns die Zahl neuer Projekte begrenzen. Eine interne Initiative namens AI Studio soll deshalb bestimmte Arbeitsschritte automatisieren oder beschleunigen, ohne kreative Entscheidungen vollständig zu ersetzen.
Zu den geplanten Funktionen gehören Werkzeuge, die etwa die visuelle Konsistenz von Figuren über mehrere Einstellungen hinweg sicherstellen oder bestehende KI-Anwendungen stärker an filmische Produktionsabläufe anpassen. Die Systeme sollen mit gängigen Kreativprogrammen zusammenarbeiten und verschiedene KI-Modelle einbinden können. Technische Unterstützung kommt unter anderem aus der Cloudsparte Amazon Web Services.
KI-Einsatz bei Filmen und Serien nicht neu
Laut dem Bericht nennt Amazon die Serie House of David als Beispiel für den praktischen Einsatz von künstlicher Intelligenz in Produktionen. Für die zweite Staffel kombinierte das Team KI-generierte Inhalte mit realen Aufnahmen, um große Schlachtszenen kostengünstiger umzusetzen und den Umfang der Sequenzen zu erweitern.
Solche Ansätze könnten künftig häufiger zum Einsatz kommen, wenn sich die neuen Werkzeuge in der Praxis bewähren. Im März soll deshalb eine geschlossene Testphase starten, zu der ausgewählte Partner aus der Branche eingeladen werden, um die neuen KI-Werkzeuge zu erproben. Erste Ergebnisse aus diesem Beta-Programm erwartet das Unternehmen im Mai.
Der Einsatz von KI ist in der Branche jedoch umstritten. Viele Kreative befürchten, dass automatisierte Produktionsmethoden Arbeitsplätze gefährden könnten. Amazon versucht deshalb, die Technologie als ergänzendes Werkzeug zu positionieren, das vor allem technische und wiederkehrende Aufgaben beschleunigt, während kreative Entscheidungen weiterhin bei Menschen bleiben.
Dass der Weg dorthin nicht reibungslos verläuft, zeigen frühere Experimente des Konzerns. So musste Amazon Ende 2025 sowohl KI-Synchronfassungen als auch automatisierte Serienrückblicke in Prime Video teilweise wieder zurückziehen . Zuschauer kritisierten bei den generierten Tonspuren vor allem monotone Stimmen und fehlende Emotionen, während die KI-Rückblicke durch inhaltliche Fehler auffielen und falsche Zusammenfassungen lieferten.