Film zu Stargate: Origins: Da hilft nur Amnesie
Achtung Spoiler! Wer nichts über die Handlung von Stargate: Origins (die Serie oder den Film) wissen will, sollte hier nicht weiterlesen.
1997 war ein gutes Jahr für Fans von Richard Dean Anderson alias MacGyver. Es startete die erste Staffel von Stargate – Kommando SG-1(öffnet im neuen Fenster) . Nach Roland Emmerichs Film Stargate im Jahr 1994 hatte es lange Zeit Bestrebungen für eine filmische Fortsetzung gegeben, bevor das Studio MGM sich dann doch für eine Serie entschied. Stargate SG-1 brachte es insgesamt auf zehn Staffeln.
Mit der Serie wurde die Geschichte des Films fortgeschrieben: Ein militärisches Team (mit zwei Figuren aus dem Film) ging fortan wöchentlich durchs Sternentor und begegnete falschen Göttern, die in anderen Welten die Menschen versklaven. Die Mythologie der Serie wurde gewaltig ausgebaut, mit Stargate: Atlantis (fünf Staffeln von 2004 bis 2009) und Stargate: Universe (zwei Staffeln von 2009 bis 2011) wurde das Franchise immer größer. Und dann war plötzlich Schluss.
Es dauerte bis zum Jahr 2017, bis ein neues Projekt angekündigt wurde, das 2018 dann als zehnteilige Web-Serie gezeigt wurde: Stargate: Origins. Nach der Serie wurde dann noch besagter Film gemacht, der nun – drei Jahren später – zu sehen sein wird, und zwar am 24. März 2021 beim Syfy Channel.
Mit ihm kehren die Zuschauer zurück an den Anfang. Chronologisch spielt der Film nach der Prolog-Sequenz von Roland Emmerichs Stargate.
Es beginnt im Jahr 1938
Die Geschichte beginnt im Jahr 1928, als in Ägypten das Stargate gefunden wird. Zehn Jahre später untersuchen Professor Langford (Connor Trineer, bekannt als Trip Tucker in Star Trek: Enterprise und Michael in zehn Folgen von Stargate: Atlantis(öffnet im neuen Fenster) ) und seine Tochter Catherine (Ellie Gall) das Stargate noch immer, ohne zu ahnen, was es wirklich kann.
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Die Nazis sind da viel weiter: Obersturmbannführer Brücke, seines Zeichens Chefokkultist des Führers, hat uralte Aufzeichnungen gefunden und weiß, dass das Stargate ein Tor zu den Sternen ist. Er lässt die Langfords gefangen nehmen und das Stargate aktivieren. Dann durchschreitet er es mit dem Professor und seinen Männern – auf der Suche nach den Göttern, die den Nazis zum Sieg über die Welt verhelfen können.
Die Produktion von Stargate: Origins: ein halbgares Unternehmen
Stargate: Origins wurde von MGM für den Stargate Command Subscription Service produziert, eine Art Streaming-Dienst für Stargate-Fans, der in Nullkommanichts den Weg alles Irdischen ging. Im Februar und März 2018 liefen dort die zehn Folgen von Stargate: Origins, verhalfen dem Dienst aber auch nicht zu nennenswerten Abonnenten – weil eine derart kurze Webserie natürlich nur wenig Anreiz zum Abonnieren liefert und weil Stargate: Origins leider sehr schwachbrüstig ist. Man sieht der Produktion das niedrige Budget der später zum Film umgeschnittenen Serie an allen Ecken und Enden an.
Die Geschichte selbst bietet schon wenig Reizvolles. Das größte Problem: Eigentlich darf Catherine Langford im Jahr 1938 noch gar nicht wissen, was das Stargate ist. Die Lösung, die die Serienmacher dafür haben, ist hanebüchen.
Dem Prequel-Fluch folgend werden hier zudem Dinge erklärt, die nicht erklärt werden müssen. Hat es zum Beispiel wirklich jemals irgendjemanden interessiert, wer die beiden Hauptwachen von Ra in Stargate waren, bevor sie zu seinen persönlichen Leibwachen wurden? Der Film erzählt es – mit einem Ra, der unter seiner Maske nicht zu erkennen ist.
Statt seiner müssen Zuschauer hier die meiste Zeit mit einer anderen Göttin Vorlieb nehmen: Aset. Dass diese bereit ist, mit den Nazis zu paktieren, da sie Sklaven braucht, ergibt sich aus dem Billigheimer-Ansatz des Films. Denn offenkundig besteht das Volk von Aset nur aus einer Handvoll Leuten, die allesamt in ein Zelt passen.
Wie ein Fan-Film
Stargate: Origins wirkt durchgehend wie ein Fan-Film. Das liegt nicht nur an der komprimierten Erzählweise, sondern auch an den wenigen, wirklich lachhaft umgesetzten Tricks. Der Blick hinaus auf die neue Welt mit den drei Monden, das Pyramiden-Raumschiff im Orbit – das alles sind Effekte, die selbst vor mehr als 20 Jahren in der ersten Fernsehserie besser aussahen.
Als einziges Lebenszeichen von Stargate in knapp einer Dekade ist dieser Film eine Enttäuschung auf ganzer Linie. Aber die Hoffnung auf ein Wiederaufleben des Franchises stirbt zuletzt.
Eine neue Serie kommt
Brad Wright, der mit Stargate: Origins nichts zu tun hat, aber alle bisherigen Serien mitentwickelt und produziert hat, tüftelt seit gut einem Jahr an etwas Neuem. Durch die Coronapandemie wurde er ausgebremst, jedoch arbeitet er zusammen mit MGM an einer Serie, über deren inhaltliche Ausrichtung er noch nichts sagen kann.
Eines konnte er aber schon verkünden(öffnet im neuen Fenster) : Es wird kein Reboot, sondern eine Fortsetzung, so dass die reichhaltige Mythologie, die in fast 30 Jahren entstanden ist, gewahrt und ausgebaut werden soll.
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