Film Steve Jobs: "Musiker spielen Instrumente, ich leite das Orchester"

Cholerisch und arrogant: Das zweite Biopic über Steve Jobs nach seinem Tod erzählt das Leben des Computervisionärs überraschend offen. Nicht nur Apple-Fans wird der Film gefallen.

Artikel von Ulrich Hottelet veröffentlicht am
Michael Fassbender spielt Steve Jobs.
Michael Fassbender spielt Steve Jobs. (Bild: Universal Pictures)

Vom ersten Moment des Films an ist einem dieser Steve Jobs herzlich unsympathisch. (Ego-)manisch, von sich und seinen Ideen besessen und entsprechend brutal stur peitscht er seine Mitarbeiter an, die sich das in einer Mischung aus Angst und Faszination gefallen lassen. Doch die Schattenseiten seines Charakters sind gleichzeitig das Geheimnis des einzigartigen Erfolges des genialen Apple-Gründers. Beides beleuchtet der Film Steve Jobs, der am 12. November in die deutschen Kinos kommt.

Inhalt:
  1. Film Steve Jobs: "Musiker spielen Instrumente, ich leite das Orchester"
  2. Der Dirigent des Apple-Konzerns

Es ist nach Jobs aus dem Jahr 2013, in dem Ashton Kutcher die Hauptrolle spielte, die zweite Biografie nach dem Tod des 2011 verstorbenen Apple-Chefs. Der neue Film zeigt Ereignisse hinter den Bühnen bei drei großen Produktpräsentationen: die des Macintosh 1984, des NeXTcube 1988 und des iMac 1998. Dabei geht es nicht nur um die vorgestellten Produkte, sondern es wird ein Querschnitt durch das Leben der Hauptfigur mit ihren inneren und äußeren Konflikten geboten.

Zwei Stunden zwischen Penetranz und Melodramatik

Dass das Drehbuch all dies um die Präsentationen herumstrickt, wirkt allerdings auf die Dauer penetrant, zumal der Film zwei Stunden lang ist. Die typische Hollywood-Machart drängt sich auch dadurch auf, dass es immer wieder wenige Minuten vor Jobs' gefeierten Ansprachen zu melodramatischen Auseinandersetzungen in seinem Privatleben kommt. Da liefert er sich cholerische Redeschlachten mit seiner nervigen Exfreundin Chrisann Brennan. Sie wirft ihm vor, dass seine Apple-Aktien inzwischen 441 Millionen Dollar wert sind, während sie und die gemeinsame Tochter Lisa - Jobs bestreitet seine Vaterschaft immer wieder vehement - von Sozialhilfe lebten.

  • Steve Jobs (Bild: Universal Pictures)
  • Steve Jobs (Bild: Universal Pictures)
  • Steve Jobs (Bild: Universal Pictures)
  • Steve Jobs (Bild: Universal Pictures)
  • Steve Jobs (Bild: Universal Pictures)
Steve Jobs (Bild: Universal Pictures)

In den Konflikt rund um Lisa mischt sich immer wieder Joanna Hoffman ein, die Marketingchefin des Macintosh und nach eigenen Worten die "Büroehefrau" von Jobs. Sie ist eine der wenigen, auf die er zumindest manchmal hört. Freimütig hält sie ihm Realitätsverzerrung vor. Mit dieser Eigenschaft, die Hürden des Alltags einfach zu ignorieren und seine eigenen Gesetze festzulegen, bricht sich andererseits der Visionär geschäftlich Bahn.

Der Erfinder der Zukunft

Das zeigt sich schon im Streit in der legendären Garage mit Apple-Mitgründer Steve Wozniak über die Produktphilosophie: ein offenes (Wozniak) oder geschlossenes System (Jobs). Jobs setzt sich durch. Das Verhältnis der beiden bleibt spannungsreich. So stöhnt Wozniak einmal: "Wir erfahren noch früh genug, ob du Leonardo da Vinci bist oder dich nur dafür hältst." Jobs' Selbsteinschätzung: "Ich saß in einer Garage und habe die Zukunft erfunden."

Auch als Wozniak immer wieder an Jobs appelliert, bei einer Präsentation das frühere Apple-II-Entwicklerteam zu würdigen, sperrt der sich starrköpfig. Das Publikum jubelt seinem Helden bei seinen durchinszenierten und charismatischen Präsentationen derart stereotyp und frenetisch zu, dass man sich unangenehm an Massenveranstaltungen autoritärer Regime erinnert fühlt.

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Der Dirigent des Apple-Konzerns 
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Anonymer Nutzer 13. Nov 2015

In der offiziellen Biografie von George Pake steht eigentlich etwas anderes. Übrigens...

Hotohori 12. Nov 2015

Naja, mal ehrlich, ist das Thema des Filmes wirklich Kinoleinwand tauglich? Eher nicht...

gema_k@cken 12. Nov 2015

+1

addik5 12. Nov 2015

In Pirates of Silicon Valley ging es doch eher um Microsoft, Apple, Xerox und IBM. Wo kam...



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