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Film: Oscar-Ausschluss für reine KI-Leistungen

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences legt fest, dass KI-Darsteller nicht für Darstellerpreise zugelassen werden.
/ Nils Matthiesen
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KI-Schauspieler wie die künstliche Version von Val Kilmer erhalten keine Oscars. (Bild: Youtube / Screenshot Golem.de)
KI-Schauspieler wie die künstliche Version von Val Kilmer erhalten keine Oscars. Bild: Youtube / Screenshot Golem.de

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat ihre Statuten(öffnet im neuen Fenster) für die Vergabe der Academy Awards angepasst und klare Grenzen für den Einsatz künstlicher Intelligenz definiert. Demnach werden rein synthetische Darsteller sowie KI-generierte Drehbücher von den regulären Wettbewerbskategorien ausgeschlossen. Die neuen Regelungen treten mit der 99. Oscar-Verleihung im März 2027 in Kraft.

Dabei verbietet die Academy KI-Werkzeuge innerhalb des Produktionsprozesses nicht grundsätzlich. Vielmehr betont der Verband, dass schauspielerische Leistungen für eine Nominierung in den Darstellerkategorien nachweislich von Menschen erbracht worden sein müssen. Zudem ist die ausdrückliche Zustimmung der beteiligten Personen erforderlich.

Für die Drehbuch-Kategorien gilt die Vorgabe, dass das Skript "human-authored", also von Menschen verfasst sein muss. Um die Einhaltung sicherzustellen, behält sich die Academy das Recht vor, bei den Einreichenden detaillierte Informationen über den Entstehungsprozess abzufragen.

Einzelfallprüfung für Val Kilmer in Indie-Produktion

Trotz der restriktiven Grundhaltung deutete die Academy Spielräume bei der Auslegung an. Academy-CEO Bill Kramer erklärte, dass Grenzfälle individuell geprüft würden. Ein prominentes Beispiel für diese Problematik ist der kommende Indie-Film As Deep as the Grave. In diesem Werk tritt der im April 2025 verstorbene Schauspieler Val Kilmer in einer tragenden Rolle auf, die vollständig mittels KI realisiert wurde.

Kilmer war ursprünglich für die Produktion besetzt, konnte jedoch aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht mehr selbst an den Dreharbeiten teilnehmen. Laut dem Produzenten John Voorhees ist die KI-Version des Schauspielers über eine Dauer von 77 Minuten im Film präsent, was eine substanzielle Beteiligung darstellt.

Das Projekt wurde durch Kilmers Tochter Mercedes unterstützt, die angab, dass die Geschichte ihrem Vater wichtig gewesen sei. Ob eine derartige digitale Rekonstruktion eines verstorbenen Darstellers unter den neuen Regeln eine Chance auf Anerkennung hat, bleibt Gegenstand der angekündigten Einzelfallprüfungen.

Branche diskutiert über Seedance 2.0

Parallel zur Entscheidung der Academy führen technologische Sprünge bei der Videogenerierung zu Unruhe in der Filmbranche. Das Tool Seedance 2.0 des Unternehmens Bytedance erregte kürzlich Aufsehen durch einen 15-sekündigen Clip, der fotorealistische Darstellungen bekannter Schauspieler wie Tom Cruise und Brad Pitt zeigt. Die Generierung soll lediglich auf Basis eines kurzen Textbefehls erfolgt sein.

In Hollywood löste die Qualität dieser Aufnahmen Debatten über die künftige Notwendigkeit menschlicher Darsteller und Autoren aus. Bytedance stoppte die Veröffentlichung des Werkzeugs nach dem viralen Erfolg des Clips vorerst.

Verantwortlich dafür waren Unterlassungsschreiben von Disney, Paramount und weiteren Studios. Auch die Motion Picture Association kritisierte Bytedance öffentlich wegen massenhafter Urheberrechtsverletzungen. Die Filmindustrie steht generell vor der Herausforderung, den Schutz menschlicher Urheberrechte mit der rasanten Entwicklung generativer KI-Systeme in Einklang zu bringen.


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