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Filiago: Satelliteninternet könnte jede Mindestversorgung ersetzen

Ein Vermarkter für Satelliteninternet sieht keine Notwendigkeit, Betreiber zu einer Haushaltsversorgung zu verurteilen. Schon vor Starlink habe es "gute und stabile Satelliten-Lösungen" gegeben.

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Vermarkter Filiago verkauft Starlink und andere Satellitennetzbetreiber. (Bild: Filiago)

Ein erfahrenes Vertriebsunternehmen für Satelliteninternet kritisiert die Verpflichtung eines Netzbetreibers durch die Bundesnetzagentur für die Mindestversorgung eines Haushalts. "Als Anbieter von Satellitendiensten mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in diesem Bereich ist es uns schleierhaft, wieso die Bundesnetzagentur ein Verpflichtungsverfahren durchführt", sagte Utz Wilke, der geschäftsführende Gesellschafter von Filiago Golem.de auf Anfrage. Seit Gründung des Unternehmens sehe man bundesweit kein Marktversagen im Breitbandmarkt vorliegen, das einen Markteingriff erfordere.

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Schon vor Starlink habe es "gute und stabile Satelliten-Lösungen" gegeben, die "europaweit millionenfach im Geschäfts- und Privatkundenbereich" eingesetzt würden.

Die Bundesnetzagentur verurteilte in dieser Woche erstmals einen Anbieter, einem Haushalt eine Internet-Mindestversorgung zu einem bestimmten Preis anzubieten. Der Haushalt in Niedersachsen bekommt nun im Download mindestens 10 MBit/s, im Upload 1,7 MBit/s und eine Latenz, die für 30 Euro pro Monat 150 Millisekunden nicht überschreiten darf.

Mit Starlink kann man leider nicht reden

Verschiedene Anbieter liefern laut Wilke Produktpakete, die im Kostenrahmen einer Mobilfunklösung lägen. Diese Dienste stünden mit mindestens 10 MBit/s im Download und 1,7 MBit/s im Upload zur Verfügung, sagte der Firmenchef. Man müsse wissen, wie die geografische Lage des Standorts sei, und ob aus geologischen Gründen kein terrestrischer-, Mobilfunk- oder Satellitenempfang möglich gewesen sei.

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Das verpflichtete Unternehmen wurde von der Bundesnetzagentur nicht genannt. Laut weiterhin unbestätigten Informationen soll es sich um Starlink handeln. Starlink hat keine Pressestelle und es gibt keinen Ansprechpartner, weder in Europa, noch in den USA.

Filiago vertreibt neuerdings zudem ein Starlink-Businessprodukt für Bandbreiten von bis zu 350 MBit/s. Das Unternehmen aus Bad Segeberg biete die Technologie in Kombination mit seinem Kundenservice ab sofort an, wurde erklärt. Je nach Anforderungen stelle Filiago vier unterschiedliche Tarifpakete mit bis zu 350 MBit/s Download bereit.