Filesharing: Der Siegeszug der One-Click-Hoster

Die Versuche, illegale Downloads rechtlich zu unterbinden, haben vor allem eines gebracht: neue Plattformen, wie etwa immer neue One-Click-Hoster.

Artikel von Stephan Skrobisch veröffentlicht am
Sharehoster kommen den Musik- und Filmverlagen wohl wie die Köpfe der Hydra vor: Ist einer weg, kommen zwei nach.
Sharehoster kommen den Musik- und Filmverlagen wohl wie die Köpfe der Hydra vor: Ist einer weg, kommen zwei nach. (Bild: Robyn Beck/AFP via Getty Images)

Illegale Kopien, sogenannte Raubkopien beschäftigen Musik- und Filmindustrie nicht erst seit der flächendeckenden Verbreitung des Internets. Unter anderem sorgten schon Kassetten oder CD-Brenner dafür, dass Menschen Musikstücke kopierten, meist jedoch ganz legal als Privatkopie.

Aktuell spielen One-Click-Hoster eine zentrale Rolle beim Download von urheberrechtlich geschützten Inhalten im Internet. Hier reicht es aus, die Webseite des Hosters aufzurufen und den Download mit einem Mausklick zu starten. Besondere Kenntnisse oder ein spezielles Programm werden nicht benötigt.

Das war nicht immer so. In Zeiten, in denen das Internet für den Großteil der Bevölkerung noch Neuland war und insbesondere von der Unterhaltungsindustrie nicht ernst genommen wurde, entstand mit Napster die erste Peer-to-Peer-Tauschbörse (P2P).

Der Durchbruch von Napster

Mithilfe der Software konnten Nutzer ihre eigene MP3-Sammlung zum kostenlosen Download anbieten und dank der vorhandenen Suchfunktion das gesamte Netzwerk nach Belieben durchsehen. Von alten Klassikern bis zu aktuellen Stücken - auf Napster fanden Musikfans alles, was das Herz begehrte.

Stellenmarkt
  1. SAP Basis Berater (m/w/x)
    über duerenhoff GmbH, Raum Berlin
  2. (Senior) Instructional Designer / Content Developer / Trainer - Adabas & Natural
    Software AG, Saarbrücken, Darmstadt
Detailsuche

Die Nutzer fungierten zugleich als Up- und Downloader. Sobald man einen Titel heruntergeladen hatte und sich dieser auf der eigenen Festplatte befand, konnten andere User das Audiofile im Netzwerk finden und vom jeweiligen Rechner herunterladen. Dadurch entstand ein reges Treiben auf der Plattform, was sich in den Nutzerzahlen von Napster widerspiegelte. Bereits zwei Jahre nach dem Start verzeichnete das Unternehmen im Februar 2001 rund 80 Millionen aktive User.

Allerdings wurde ihr Erfolg der Plattform letztendlich zum Verhängnis. Das große Interesse an der Tauschbörse weckte auch die Aufmerksamkeit der Musikindustrie - und die war alles andere als erfreut. Auch wenn MP3s hauptsächlich mit Programmen wie Winamp am PC abgespielt wurden, passte es zum Beispiel Metallica ganz und gar nicht, dass ihr Song I Disappear über die Plattform kostenlos verbreitet wurde.

Die Band verklagte die Tauschbörse am 13. April 2000 wegen Copyrightverletzungen. Die Musiker waren nicht die Einzigen: Bereits im Dezember 1999 ging die Recording Industry Association of America (RIAA) aufgrund von Urheberrechtsverletzungen gegen Napster vor. Am Ende musste Napster seinen Betrieb einstellen, was aber nicht für das von den Urhebern erhoffte Ende der Musikpiraterie im Internet sorgte.

Kim Dotcom - Gefangen im Netz

Die drei Arten der Musikpiraterie

Dass Konsumenten Privatkopien von Musik oder Filmen machen, ist wie gesagt nichts, was erst mit dem Internet aufkam. Schon bei der Einführung von MC-Kassetten wurde unter anderem das Radioprogramm mitgeschnitten. Somit waren die Schuldigen für Umsatzrückgänge bei den Verkaufszahlen schnell ausgemacht. "Raubkopierer" oder "Musikpiraten" wurden zu den negativ behafteten Schlagworten der Musikindustrie.

Dabei wird Musikpiraterie von den Urhebern in drei Arten unterteilt: Als Erstes ist die bereits erwähnte Privatkopie zu nennen. Hier wird das Original für den privaten Gebrauch kopiert. Eine wirtschaftliche Absicht steckt zumeist nicht dahinter. Da die Privatkopie in Deutschland erlaubt ist, war beziehungsweise ist das Anfertigen von Kopien auf einer Kassette keine Straftat. Laut Bundesgerichtshof ist die Anzahl der Kopien jedoch auf sieben Stück begrenzt.

Die zweite Art stellt die traditionelle Piraterie dar, auch unter der Bezeichnung "Schulhof-Piraterie" bekannt. Darunter versteht man die kommerzielle Reproduktion eines Werkes. Dazu gehören auch die sogenannten Bootlegger. Dabei handelt es sich um im Untergrund agierende Verkäufer, die unter anderem CDs, DVDs oder andere urheberrechtlich geschützte Medien anbieten.

Nummer drei auf der Liste ist die unautorisierte Vervielfältigung und Veröffentlichung im Internet. Diese wird als Internet- oder Webpiraterie bezeichnet.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Der Siegeszug der Bittorrent-Clients 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5.  


dura 27. Aug 2021 / Themenstart

§ 95a UrhG ist hier eindeutig, das *ist* illegal und kann bis zu einem Jahr Knast geben...

StaTiC2206 24. Aug 2021 / Themenstart

hätte fast als Programmierer dort angefangen und hatte mal die Ehre zwei Tage...

nachgefragt 23. Aug 2021 / Themenstart

Naja wenn die Eltern das wirklich gezahlt haben, haben sie hinterher hoffentlich den...

Polarstern 21. Aug 2021 / Themenstart

Danke für diese Bestätigung meiner Vermutung.

MetalPfaelzer 21. Aug 2021 / Themenstart

Ich weiß bis heute nicht, was diesen neoliberalen Richter in den USA damals trieb. War es...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Mobiles Betriebssystem
iOS 15 mit Focus, OCR und schickem Facetime

Apple hat iOS 15 für iPhones und den iPod Touch vorgestellt. Radikale Neuerungen sind nicht dabei, dafür aber einige interessante Funktionen.

Mobiles Betriebssystem: iOS 15 mit Focus, OCR und schickem Facetime
Artikel
  1. Windows 11: Geplante Obsoleszenz ist schlecht, Microsoft!
    Windows 11
    Geplante Obsoleszenz ist schlecht, Microsoft!

    Kunden ärgern sich darüber, dass ihre vier Jahre alten Prozessoren bereits kein Windows 11 mehr unterstützen. Zu Recht.
    Ein IMHO von Oliver Nickel

  2. Apple Watch: watchOS 8 mit Achtsamkeits-Funktion und Porträt-Zifferblatt
    Apple Watch
    watchOS 8 mit Achtsamkeits-Funktion und Porträt-Zifferblatt

    Apple hat für die Apple Watch mit watchOS 8 ein neues Betriebssystem vorgestellt, das neue Zugriffs-, Konnektivitäts- und Achtsamkeitsfunktionen auf die Smartwatch bringt.

  3. Diablo 2 Resurrected: Entwickler äußern sich zu Blizzard-Boykott
    Diablo 2 Resurrected
    Entwickler äußern sich zu Blizzard-Boykott

    Für viele Spieler wäre Diablo 2 Resurrected ein Pflichtkauf. Blizzard soll aber nicht unterstützt werden. Das sagen Entwickler zum Dilemma.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MM-Prospekt (u. a. Asus Gaming-Notebook 17" RTX 3050 1.099€) • PCGH-PC mit Ryzen 5 3600 & RTX 3060 999€ • Samsung 970 Evo Plus 1TB 99€ • Saturn Hits 2021 (u. a. Philips 55" OLED 120Hz 1.849€) • Corsair RGB 16GB Kit 3600MHz 87,90€ • Dualsense Schwarz + Deathloop 99,99€ [Werbung]
    •  /