Der Siegeszug der Bittorrent-Clients

Ganz nach dem Motto: "Der König ist tot, lang lebe der König", tauchten nach dem Ende von Napster diverse Peer-to-Peer-Filesharing-Plattformen auf der Bildfläche auf. Zudem sorgte die Erfindung des Bittorrent-Protokolls für eine Technologie, die sich nicht nur für das Teilen von MP3s eignet.

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Mit The Pirate Bay existiert noch heute ein Indexer für das Peer-to-Peer-Netzwerk, bei dem sich neben Musiktiteln auch Filme beziehungsweise Serien und vieles mehr kostenlos herunterladen lassen. Somit hatten die Urheber es zwar geschafft, Napster vom Netz zu nehmen, das Problem wurde für sie dadurch aber nicht kleiner, sondern eher größer. Nach über 20 Jahren beschäftigt es die Musik- und Filmindustrie immer noch.

Die Unterhaltungsindustrie schaute jedoch nicht einfach zu, wie mithilfe von Bittorrent-Clients zahlreiche Nutzer fröhlich urheberrechtlich geschützte Inhalte tauschten. Mit eigens dafür angeheuerten Anwaltskanzleien wollte man den illegalen Downloads Einhalt gebieten. Es folgten zahlreiche Abmahnungen aufgrund von Copyrightverletzungen mit Zahlungsaufforderungen über mehrere Tausend Euro. Insbesondere die Kanzlei Rasch sorgte so immer wieder für Aufsehen.

Abmahnwelle gegen Privatnutzer

Die in Hamburg ansässige Kanzlei vertrat dabei in erster Linie die Rechte der Sony Music Entertainment Germany GmbH und mahnte unter anderem Vorgänge ab, die bereits zwei Jahre in der Vergangenheit lagen. Aber auch DJs, die ihre Mixtapes mit urheberrechtlich geschützten Musikstücken für Promo-Zwecke im Internet verteilten, bekamen Post aus Hamburg. Mit Rasch-VS-DJs.de widmete sich sogar eine gesamte Webseite den Ereignissen und dokumentierte diese für die Öffentlichkeit.

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Was viele Nutzer nicht wussten: dass die Files nicht nur heruntergeladen, sondern anschließend automatisch wieder auf der Plattform angeboten werden, da es sich um eine Tauschbörse handelt. Somit wird man hier nicht als Downloader, sondern als Uploader zur Rechenschaft gezogen. Auch handelt es sich anstelle einer Kopie um eine breite Vervielfältigung. Dies wird wesentlich härter bestraft als ein Download.

Da die IP-Adressen den Tauschenden bei einem P2P-Netzwerk bekannt sind, ist es für die Kanzleien ein Leichtes, die Adresse des Uploaders beziehungsweise Downloaders herauszufinden. Dies hatte zur Folge, dass viele Nutzer sich von den Tauschbörsen abwandten und nach Alternativen umsahen - was wiederum die Entstehung der One-Click-Hoster begünstigte.

One-Click-Hoster auf dem Vormarsch

Im Gegensatz zu P2P-Netzwerken wird bei One-Click-Hostern, die auch Sharehoster genannt werden, keine Clientsoftware benötigt. Es handelt sich um Webseiten, die sich mit jedem gängigen Webbrowser aufrufen lassen. Hier lässt sich mit einem Klick der gewünschte Inhalt hochladen, der anschließend zum Download bereitsteht. Um eine bestimmte Datei herunterzuladen, wird lediglich ein Link auf die jeweilige Datei benötigt. Eine Suchfunktion gibt es nicht.

Der Hoster stellt somit nur die Infrastruktur zur Verfügung und bietet einen Service an, Dateien im Internet bereitzustellen. Dabei hat der Betreiber keinen Einfluss darauf, welche Files von den Nutzern hochgeladen werden - was es der Unterhaltungsindustrie erschwert, juristisch gegen die Unternehmen vorzugehen, da die Anbieter rechtlich nicht für das illegale Handeln ihrer Nutzer belangt werden können. Ohne Zugriff auf die Server lässt sich die IP-Adresse der Downloader beziehungsweise Uploader nicht identifizieren und eine strafrechtliche Verfolgung ist nicht möglich.

Kim Dotcom - Gefangen im Netz

Zu den ersten Sharehostern der Geschichte zählt Rapidshare. Das im März 2002 gegründete Unternehmen finanzierte sich durch kostenpflichtige Premium-Zugänge. Nach Angaben des Unternehmens besuchten zu Hochzeiten täglich über 42 Millionen Menschen die Webseite von Rapidshare.

Neben den Premium-Accounts war auch eine kostenlose Nutzung des Dienstes möglich, allerdings wurde die Downloadgeschwindigkeit gedrosselt. Uploader erhielten zudem pro Download sogenannte Rapid Points. Diese ließen sich anschließend unter anderem in Amazon-Gutscheine umwandeln. Der finanzielle Anreiz war verantwortlich dafür, dass unzählige urheberrechtlich geschützte Inhalte über die Webseite angeboten wurden.

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 Filesharing: Der Siegeszug der One-Click-HosterBonusprogramme sorgen für Nutzerzuwachs 
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dura 27. Aug 2021 / Themenstart

§ 95a UrhG ist hier eindeutig, das *ist* illegal und kann bis zu einem Jahr Knast geben...

StaTiC2206 24. Aug 2021 / Themenstart

hätte fast als Programmierer dort angefangen und hatte mal die Ehre zwei Tage...

nachgefragt 23. Aug 2021 / Themenstart

Naja wenn die Eltern das wirklich gezahlt haben, haben sie hinterher hoffentlich den...

Polarstern 21. Aug 2021 / Themenstart

Danke für diese Bestätigung meiner Vermutung.

MetalPfaelzer 21. Aug 2021 / Themenstart

Ich weiß bis heute nicht, was diesen neoliberalen Richter in den USA damals trieb. War es...

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