Fidelispay: Die Echtgeld-Revolution für MMOG-Entwickler
Wer künftig den Big Boss im Raid erlegt, bekommt neben dem "Hammer +123" ganz viele Credits - die er anschließend zum festen Kurs in Euro umtauschen kann. Golem.de hat bei einer Bank einen ersten Blick auf das Ingame-Geld der Zukunft geworfen, das Spielentwicklern jetzt mit SDK und APIs zur Verfügung steht.
"MichaelDemonhunter" hat es geschafft: Nach ein paar Monaten hat er seinen Charakter auf den Maximallevel gebracht, die beste Ausrüstung gesammelt und die Epic-Version von "Slayer" in der Hand, dem ebenso ultimativen wie giftgrün leuchtenden Kampfhammer. Nur leider hat der fiktive "MichaelDemonhunter" davon wenig: Er kann an Raids teilnehmen, die er mit seinen ähnlich ausgestatteten Kumpels sowieso schafft, und dabei Erfahrungspunkte, Gegenstände und Ingame-Gold scheffeln - die er allesamt eigentlich nicht mehr braucht. Zumindest derzeit ist das so.
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Das könnte sich ändern - zumindest dann, wenn man wichtige Aspekte wie Zugehörigkeit zu einer Gilde, Spaß am Spiel und Ähnliches ausklammert und ein ganz spezielles Thema genauer betrachtet: das Geld. Golem.de hat sich bei einer Bank ein neuartiges System angeschaut, das die Entwickler von Computerspielen lizenzieren und in ihre Spiele integrieren können. Das Ganze trägt den Namen Fidelispay und ist bei der unabhängigen Münchner Onlinebank Fidor und der Bertelsmann-Tochter Arvato Entertainment Europe - die schon jetzt eine Reihe von Dienstleistungen für die Spielebranche anbietet - entstanden.
Die beiden Firmen haben jetzt damit angefangen, Fidelispay bei Spielentwicklern vorzustellen, damit die es eventuell in ihre Produkte einbauen. Die Verhandlungen mit einem sehr großen Betreiber von MMOGs stehen angeblich vor dem Abschluss, ab Anfang 2013 könnten dann erste Games mit dem System online sein. Aus technischer Sicht läuft die Implementierung von Fidelispay vergleichsweise einfach ab: Die Entwickler bekommen ein SDK, das angeblich alle benötigten Werkzeuge enthält. Einer der wesentlichen Punkte ist, dass die Spiele über APIs an die hochsicheren Datennetze des Bankensystems mit angeschlossen werden. Zur Verifizierung des Ingame-Kontos reicht es übrigens aus, wenn der Spieler von einem anderen "echten" Konto ein paar Cent überweist; das umständliche und teure Postident-Verfahren soll nicht nötig sein. Alternativ ist es möglich, bis zur Verifzierung auch eine Art "Light"-Konto ohne Echtgeldkomponente im Spiel zu ermöglichen.
Diablo 3 und andere erste Versuche
Bislang gibt es kaum Spielentwickler, die echte Euro in ihre Systeme lassen. Blizzard wagt mit dem Echtgeld-Auktionshaus von Diablo 3 einen Versuch - der aus einer ganzen Reihe von Gründen bei Spielern bislang nicht besonders gut ankommt. Ein anderer Anbieter ist das schwedische Entwicklerstudio Mindark mit seinem Entropia Universe. Bei den Skandinaviern wurde besonders deutlich, welche Probleme es mit dem Echtgeld in Spielen gibt: Mindark musste 2009 nach einer Aufforderung der staatlichen Finanzaufsicht sogar eine eigene Bank gründen, um seine Spiele mit dem bestehenden Geschäftsmodell weiter betreiben zu können. Linden Labs schließlich hatten mit Second Life auch einen Versuch gestartet, die virtuelle Währung Linden Dollar zu etablieren - aber unter anderem wegen des starken Kursverfalls beim Wechsel in Echtgeld hat das ganze nie so richtig funktioniert.
In Spielen, die Fidelispay verwenden, soll es derlei nicht geben: Das System will auf feste Wechselkurse setzen. Wer sein Geld dann beispielsweise in NC-Soft-Dollar, Blizzard-Pfund oder Bigpoint-Euro umtauscht, kann es grundsätzlich zum gleichen Kurs wieder zurückgeben. Trotzdem kann es passieren, dass der teuer gekaufte Kampfhammer "Slayer" dramatisch an Wert verliert. Und zwar dann, wenn die Spieldesigner sich entschließen, einen halbwegs funktionierenden Wirtschaftskreislauf in ihr Werk einzubauen.
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Was ist denn das für eine Diskussion? Arbeitsplätze schaffen in virtuellen Welten? Das...
wenn ich ingame ein Monster erschlage und Gold erbeute kann ich es dann umtauschen? Wie...
Wird aber trotzdem getan. Einfach mal bei eBay suchen, es gibt massenhaft Anbieter...
Sicherlich und ich habe auch fest erwartet, daß du mit irgendwelchen Verbesserungen...