Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Fiberweek: Extremer Nachholbedarf für Glasfaser an Schulen

Trotz jahrelanger Glasfaser-Förderung sind noch nicht viele Schulen in Deutschland breitbandig angebunden.
/ Achim Sawall
17 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Ausbau einer Schule in Bochum im Jahr 2020 (Bild: Stadt Bochum)
Ausbau einer Schule in Bochum im Jahr 2020 Bild: Stadt Bochum

Der Verband kommunaler Unternehmen sieht einen "extremen Nachholbedarf" der Schulen bei der Glasfaserversorgung. Das sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Ingbert Liebing, am 12. Oktober 2020 auf der virtuellen Messe Fiberweek des Breko(öffnet im neuen Fenster) (Bundesverband Breitbandkommunikation). Beim Ausbau der Schulen spielten kommunale Unternehmen eine wichtige Rolle.

Die Anzahl der kommunalen Unternehmen, die Netze ausbauen, habe sich innerhalb von vier Jahren auf 190 verdoppelt. 92 Prozent von dem, was sie anpackten, sei Glasfaserausbau. "Wir brauchen den flächendeckenden Ausbau", betonte Liebing. Die öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema habe "deutlich zugenommen". Für das Jahr 2021 erwarte er "einen kräftigen Schub nach vorn im Glasfaserausbau".

Das Bundesbildungsministerium betonte am 22. September 2020(öffnet im neuen Fenster) das Ziel eines zügigen weiteren Ausbaus der Glasfaser-Internetanbindung für alle Schulen. Viele Schulen hätten nur einen moderat leistungsfähigen DSL-Anschluss. Für die digitale Mediennutzung und für IT-Services sei das nicht zukunftsfähig. Im Jahr 2019 gab es 32.332 allgemeinbildende Schulen(öffnet im neuen Fenster) in Deutschland.

Die Förderung des Breitbandausbaus beruht auf anderen Rechtsgrundlagen als der Digitalpakt Schule. Deswegen haben das Bundesbildungsministerium und das Bundesverkehrsministerium im Jahr 2018 eine Arbeitsteilung vereinbart: Im Digitalpakt Schule wird die Vernetzung auf dem Schulgelände bis ins Klassenzimmer gefördert, im Bundesförderprogramm zum Breitbandausbau in Deutschland wird der Glasfaser-Anschluss der Schulen von außen an das Internet gefördert.

Das beste digitale Geschäftsmodell nütze nichts, wenn der Zulieferer im Funkloch stecke oder Hidden Champions am alten Kupfernetz hingen. "Der Ausbau der Glasfasernetze bleibt eine der größten Baustellen, die vor allem die Landwirtschaft und den Mittelstand mit seinen Firmensitzen im ländlichen Raum ausbremst", sagte Liebing. Daher appelliere er an die Bundesregierung, "für gute Rahmenbedingungen mit der TKG-Novelle zu sorgen, damit Glasfaser bis an die letzte Milchkanne ausgebaut und der Wirtschaftsstandort profitieren kann".


Relevante Themen