Fiberweek: Deutsche-Glasfaser-Chef warnt vor Preiskrieg bei Gigabit

Einen Preiskrieg um Gigabitzugänge zu starten, ergibt für Uwe Nickl keinen Sinn. Das sagte der Chef der Deutsche Glasfaser am 15. Oktober 2020 auf der Fiberweek des Bundesverbands Breitbandkommunikation (Breko)(öffnet im neuen Fenster) auf Anfrage von Golem.de. "Wenn Vodafone jetzt einen Tarif mit 1 GBit/s im Download im Koaxialnetz für 39,99 Euro(öffnet im neuen Fenster) anbietet, dann ist das nicht dienlich." Der Preis für den Tarif Vodafone Cablemax bleibt über 24 Monate gleich.
Es gehe darum, vernünftige Services und Qualität zu bieten, erklärte Nickl. Vodafone sei in den Metropolen aktiv. "Deshalb sind wir im ländlichen Raum. Wir erreichten dort eine Überbauquote von 15 Prozent bei Kupfernetzen."
Weitere Hemmnisse für schnelle Netze seien künstlich gedrosselte Glasfaseranschlüsse, was durch hinterlegte Software-Profile erreicht werde. "Die Betreiber müssen, wenn sie Glasfaser flächendeckend ausbauen wollen, damit aufhören, 50 MBit/s auf Glasfaser anzubieten. Wir müssen Rennstrecken bauen. Die Applikationen, die das ausnutzen, werden definitiv kommen" , sagte Nickl. Das zeigten Spieleentwickler in Finnland oder im Silicon Valley.
Auch die Nachfrage der Kunden nach Gigabit-Zugängen der Deutsche Glasfaser sei gewachsen. "Wir haben 8 Prozent der Buchungen auf 300 MBit/s Zugänge. Über 40 Prozent der Buchungen sind im 1-Gigabit-Bereich. Von denen wechseln nur etwa 15 Prozent später auf einen Tarif mit einer niedrigen Datenrate."
Allerdings zahlen Deutsche-Glasfaser-Kunden für alle verfügbaren Datenraten des Betreibers im ersten Jahr monatlich immer nur 25 Euro, egal ob man sich für 300, 400, 600 MBit/s oder 1 GBit/s entscheidet. Deutsche Glasfaser berechnet seinen Kunden beim Gigabitprodukt(öffnet im neuen Fenster) ab dem 13. Monat 90 Euro. Im Upload bietet der Netzbetreiber hier maximal 500 MBit/s.



