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Feuergefahr: 40.000 Volvo EX30 müssen zurückgerufen werden

Volvo ruft weltweit mehr als 40.000 Exemplare seines kompakten Elektro-SUV zurück – und rät Besitzern vorerst, nur bis 70 Prozent zu laden.
/ Andreas Donath
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Volvo EX30 (Bild: Bild: Werner Pluta/Golem.de)
Volvo EX30 Bild: Bild: Werner Pluta/Golem.de

Volvo plant laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters einen weltweiten Rückruf für 40.323 Elektroautos des Typs EX30: Akkumodule könnten überhitzen und im schlimmsten Fall in Brand geraten. Betroffen seien sowohl die Variante Single Motor Extended Range als auch die Version Twin Motor Performance. Volvo kontaktiert derzeit alle betroffenen Halter. Die fehlerhaften Module sollen kostenlos ausgetauscht werden. Bis dahin gilt die Empfehlung, den Ladestand auf maximal 70 Prozent zu begrenzen.

Die problematischen Zellen stammen von Shandong Geely Sunwoda Power Battery Co., einem Joint Venture unter Beteiligung des chinesischen Geely-Konzerns, der zugleich Mehrheitseigner von Volvo ist. Der Zulieferer soll den Fertigungsfehler inzwischen behoben haben und korrigierte Zellen für das Austauschprogramm liefern.

Kosten in Millionenhöhe

Bereits seit Dezember 2025 wies Volvo EX30-Besitzer in mehr als einem Dutzend Ländern – darunter in den USA, Australien und Brasilien – an, ihre Fahrzeuge nicht in der Nähe von Gebäuden abzustellen und die Akkus nicht vollständig zu laden.

Erste Schätzungen beziffern allein die Kosten für die neuen Batteriemodule auf rund 195 Millionen US-Dollar (etwa 165 Millionen Euro), ohne Logistik und Arbeitsaufwand. Volvo bezeichnete solche Berechnungen laut Reuters(öffnet im neuen Fenster) als spekulativ und verwies auf laufende Gespräche mit dem Zulieferer über die finanzielle Aufteilung.

Volvos Sicherheitsimage steht auf dem Spiel

Der Rückruf trifft eine Marke, die ihr Selbstverständnis seit Jahrzehnten auf Fahrzeugsicherheit aufbaut. Branchenanalyst Andy Palmer sagte Reuters, jede anhaltende Verbindung mit Brandrisiken könnte das Markenimage beschädigen, gerade in einem umkämpften E-Auto-Segment, in dem das Vertrauen der Käufer ohnehin noch fragil sei.

Der EX30 gilt als strategisch wichtiges Modell für Volvo, vor allem im Wettbewerb mit immer günstigeren chinesischen Elektrofahrzeugen. Hinzu kommt ein heikler Zeitpunkt: Volvo steckt mitten in einem Sparprogramm im Umfang von rund 1,9 Milliarden US-Dollar und arbeitet an einer engeren operativen Verzahnung mit Mutterkonzern Geely.

Nachtrag vom 25. Februar 2026, 17:36 Uhr

Wie Volvo uns mitteilte, sind die in Deutschland verkauften EX30 nicht betroffen, da der fragliche Akku in hiesigen Fahrzeugen nicht verwendet wurde.


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