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Feuer an Bord: Warum Powerbanks zur größten Brandgefahr im Flugzeug werden

Powerbanks werden zur Gefahr: Ein ausgebranntes Flugzeug in Südkorea, fast wöchentliche Zwischenfälle und neue Regeln zeigen, wie ernst die Lage ist.
/ Michael Linden
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Feuer an Bord eines Air China Flugs von Hangzhou nach Seoul (Bild: Instagram/Screenshot: Golem)
Feuer an Bord eines Air China Flugs von Hangzhou nach Seoul Bild: Instagram/Screenshot: Golem
Inhalt
  1. Feuer an Bord: Warum Powerbanks zur größten Brandgefahr im Flugzeug werden
  2. Airlines reagieren inzwischen schnell
  3. Wie die Crew löscht

Zum Start der Sommerferien hat die britische Luftfahrtbehörde Civil Aviation Authority (CAA) am 26. Juni 2026 eine Kampagne mit dem Namen "Pack Right. Safe Flight.(öffnet im neuen Fenster)" gestartet. Deren Kernaussage lautet, dass falsch verpackte Lithium-Ionen-Akkus inzwischen das größte Sicherheitsrisiko für Flugzeuge darstellen. Die Behörde rechnet vor, dass ein durchschnittlicher Passagier heute vier Geräte mit Lithium-Akkus mit sich führt.

Die Zahlen der CAA belegen diesen Trend deutlich. Meldungen über überhitzende oder defekte Geräte von Passagieren verdoppelten sich zwischen 2024 und 2025 nahezu(öffnet im neuen Fenster), nachdem im Vorjahr bereits ein Anstieg von 98 Prozent verzeichnet worden war. Fälle, in denen Akkus falsch im Aufgabegepäck verstaut wurden, stiegen 2025 um 91 Prozent. Vorfälle mit Lithium-Akkus ereignen sich laut CAA inzwischen rund zweimal pro Woche. Trotzdem sind 36 Prozent der Reisenden nicht über die Gefahren im Aufgabegepäck informiert.

Neue internationale Regeln seit März 2026

Die entscheidende Regeländerung(öffnet im neuen Fenster) kam von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO. Deren neue Vorgaben traten am 27. März 2026 in Kraft. Passagiere dürfen seither maximal zwei Powerbanks in der Kabine mitführen, das Aufladen während des Fluges ist untersagt. Es ist der erste weltweit abgestimmte Standard für Akku-Limits an Bord, beschlossen von allen 36 Mitgliedern des ICAO-Rats und gültig für die 193 Mitgliedstaaten. Powerbanks mit mehr als 100 Wattstunden benötigen eine Genehmigung der Airline; Powerbanks mit mehr als 160 Wattstunden sind verboten.

Viele Airlines waren schneller als die ICAO. So führte die Lufthansa Group(öffnet im neuen Fenster) ihre verschärften Regeln bereits zum 15. Januar 2026 ein, gültig für Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Eurowings und weitere Töchter. Powerbanks dürfen demnach nur ins Handgepäck, nicht ins Fach über den Sitzen, sondern in die Sitztasche, unter den Vordersitz oder an den Körper. Die Nutzung und das Laden an Bord sind verboten, eine Ausnahme gilt nur für angemeldete medizinische Geräte. Emirates beschränkt Passagiere seit Oktober 2025 sogar auf nur eine Powerbank. In Südkorea untersagten Korean Air, Asiana, Jin Air, Air Busan und Air Seoul die Nutzung von Powerbanks in der Kabine bereits seit dem 26. Januar 2026. In Deutschland und der EU stützen sich diese Regeln auf Empfehlungen der Luftfahrtbehörden EASA und FAA. Die EASA veröffentlichte am 28. Mai 2025 ihr Safety Information Bulletin 2025-03(öffnet im neuen Fenster), das Airlines dazu auffordert, Passagiere stärker über die Risiken aufzuklären.

Südkorea: Ein Flugzeug brennt aus

Auslöser vieler Verschärfungen war ein Brand in Südkorea. Am 28. Januar 2025 fing ein Airbus A321 der Air Busan am Flughafen Gimhae in Busan Feuer, kurz vor dem Start zum Flug 391 nach Hongkong. Alle 176 Insassen wurden evakuiert, sieben Menschen erlitten leichte Verletzungen. Die Maschine wurde zerstört und als Totalschaden abgeschrieben, der obere Rumpfteil brannte vollständig aus. Am 14. März 2025 kamen Ermittler zu dem Schluss, dass ein Kurzschluss in einer Powerbank im Gepäckfach über den Sitzen das Feuer ausgelöst hatte, verursacht durch ein Versagen der Isolierung in der Batterie.

Südkorea reagierte schnell. Das Verkehrsministerium Molit verbot es Airlines ab dem 1. März 2025, Powerbanks und E-Zigaretten in den Gepäckfächern über den Sitzen zu lagern. Auch das Laden über USB-Anschlüsse am Sitz wurde untersagt. Powerbanks müssen seither griffbereit am Körper oder im Handgepäck verstaut werden.

Der Fall ist kein Einzelfall geblieben. Am 18. Oktober 2025 musste ein Airbus A321 der Air China auf dem Flug CA139(öffnet im neuen Fenster) von Hangzhou nach Seoul-Incheon nach Shanghai umkehren, nachdem eine Lithium-Batterie im Gepäckfach über den Sitzen in Brand geraten war. Die Crew löschte das Feuer, alle 175 Insassen blieben unverletzt. Auch dieser Vorfall floss in die Begründung ein, warum Powerbanks nicht mehr in geschlossene Gepäckfächer dürfen. Denn dort würde ein Feuer nicht rechtzeitig bemerkt werden.


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