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Wie die Crew löscht

Kabinenpersonal wird gezielt für Akkubrände geschult. Dies läuft in zwei Schritten ab: Zuerst werden die Flammen mit einem Feuerlöscher bekämpft, dann wird das Gerät mit Wasser gekühlt, um das thermische Durchgehen zu stoppen. Feuerlöscher können die Flammen kurz unterdrücken, halten die Kettenreaktion in der Zelle aber nicht auf. Notfalls kommen auch andere Flüssigkeiten zum Einsatz, das Gerät wird dann in einem mit Wasser gefüllten Behälter versenkt.

Eine von der EASA beauftragte Studie liefert dazu belastbare Daten. Im Projekt Loki-Ped(öffnet im neuen Fenster) untersuchten das Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik, das Ernst-Mach-Institut (EMI), das Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) und Airbus, was bei Akkubränden in der Kabine passiert. Getestet wurde unter anderem in einem A320-Mock-up und einer europaweit einzigartigen Flugtestanlage. Das Ergebnis: Das Belüftungssystem verdünnt Rauch und giftige Gase schnell genug, so dass die Belastung unterhalb gesundheitsrelevanter Grenzwerte bleibt und sich schädliche Konzentrationen kaum über zwei Sitze hinaus ausbreiten. Die Crews sind laut Studie gründlich geschult. Verbesserungsbedarf sehen die Forscher bei den Behältnissen für schmorende Geräte, die im Test nicht vollständig überzeugten.

Einordnung: Eine alte Gefahr

Neu ist die Gefahr nicht. Lithium-Batterien haben in der Luftfahrt bereits Todesopfer gefordert. Am 3. September 2010 stürzte eine Boeing 747-Frachtmaschine von UPS(öffnet im neuen Fenster), Flug 6, bei Dubai ab, nachdem eine Ladung von mehr als 81.000 Lithium-Batterien in Brand geraten war. Beide Piloten starben. Am 28. Juli 2011 verunglückte eine Boeing 747-Frachtmaschine der Asiana Airlines(öffnet im neuen Fenster), Flug 991, nach einem Brand an Bord im Meer nahe der Insel Jeju, ebenfalls mit zwei Toten. 2013 legte die FAA die gesamte Flotte der Boeing 787 Dreamliner still, nachdem deren Lithium-Ionen-Bordbatterien mehrfach überhitzt und Feuer gefangen hatten. Es war die erste Stilllegung eines Flugzeugtyps seit 1979. 2016 verboten US-Behörden das Samsung Galaxy Note 7 an Bord, weil sich dessen Akkus entzündeten. Alle diese Fälle gehen auf dasselbe Grundphänomen zurück: das thermische Durchgehen von Lithium-Zellen.

Es gibt heute jedoch einen wichtigen Unterschied zu früher: Nicht mehr einzelne fehlerhafte Produkte oder Frachtladungen sind das zentrale Problem, sondern die schiere Masse an Akkus, die jeder Passagier mitbringt. Ein Verkehrsflugzeug ist bislang wegen eines Akkubrands durch ein Passagiergerät nicht abgestürzt. Doch die steigende Zahl der Vorfälle setzt Behörden und Airlines unter Druck.

Für Reisende bleibt die wichtigste Regel simpel: Akkus gehören ins Handgepäck, niemals in den Koffer, und während des Fluges bleibt die Powerbank aus.


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